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Magisches Abenteuer im Reich der Elfen von Klaus-Peter Wolf u. Bettina Göschl

Rezension von Christine Schlicht

 

Die Geschwister Marie und Max leben seit dem Verschwinden ihrer Eltern bei einer archäologischen Exkursion bei ihrer Oma. Max ist Klassenbester, will aber nicht als Streber gelten, zudem ist er ein Computerspielfreak und Mathegenie. Für Fantasie hat er nur so viel übrig, wie es nötig ist, ein entsprechendes Spiel zu bestreiten, das andere fantasievolle Menschen entwickeln. Seine kleinere Schwester ist sein genaues Gegenteil. Sie träumt den ganzen Tag über vor sich hin und wünscht sich, eine Prinzessin zu sein. Mit der Schule hat sie so gar nichts am Hut.

 

Natürlich glaubt Max seiner Schwester kein Wort, als diese ein altes Buch findet in dem eine Elfe abgebildet ist und das mit ihr zu sprechen scheint. Darin wird erzählt, dass der böse Zauberer Kro alle Elfen in Büchern gefangen hält und nur der Kuss eines Menschen die Elfen erlösen kann. Natürlich lässt sich Marie sich nicht lange bitten und küsst die Elfe im Buch, die auch prompt zum Leben erwacht.

 

Das Buch allerdings ist eine Falle, die Stimmen, die Marie anflehten, waren nicht die Stimmen der Elfen, sondern die des Zauberers Kro, der die Kinder in sein Reich locken will. Natürlich glaubt Max Marie kein Wort, im Gegenteil, er hält die Elfe für eine Libelle und versucht sie zu erlegen. Die Elfe namens Mo kann entkommen, kehrt aber in der Nacht zurück und verwandelt sich in eine wunderschöne Frau. Von ihr erfährt Marie, dass ihre Mutter einst eine Elfenprinzessin war und der Zauberer Kro damals noch ein gütiger Elfenzauberer – und Vater von Maries Mutter. Deren Liebe zu Maries Menschenpapa machte Kro jedoch so wütend, dass er zum bösen Zauberer wurde und das ganze Elfenreich ins Unglück stürzte.

 

Kro lockt die Kinder in eine Falle – Max ist, im Gegensatz zu Marie, natürlich gleich Feuer und Flamme die tolle neue Geisterbahn zu benutzen, die sie auf ihrem Heimweg von der Schule sehen. Doch mit einer Geisterbahn hat sie wenig zu tun, auch wenn Max das erst spät begreift: Es ist ein Tor ins Elfenreich und der Ort, an dem sie heraus kommen ist kein angenehmer. Das wird aber erst klar, als ein hungriger Drache die Kinder in sein Nest bringt. Zum Glück ist Mo zur Stelle.

 

In Folge lernen sie eine Menge ungewöhnlicher Wesen kennen – doch sie können niemandem trauen. Auch nicht OrkOrk, dem riesigen Teddybär, der in einer Höhle wohnt und Maries altem Kuscheltier so ähnlich sieht. Max will von ihm natürlich das Zaubern lernen, aber Marie erkennt die Falle – Ork ist Kro!

 

Überhaupt stellt sich Maries Fantasie als Überlebenswichtig heraus, da kommt Max mit seiner ganzen Logik nicht an. So überlistet sie Kro ein weiteres Mal, als sie einem neuen Begleiter nicht vertraut und kann verhindern, von ihm in sein Schloss gelockt zu werden, als er scheinbar den Weg nach Hause weist.

 

Doch Mo, die glaubt, dass die Kinder im Schloss gefangen sind, greift mit den anderen Elfen an und alle werden Statuen verwandelt. Statuen, die der geheimnisvolle Nachbar Herr Meister sammelt. Natürlich ist auch er Kro. Er lädt die Kinder und ihre Oma zu einem Theaterbesuch ein, bei dem Elfen mitspielen... scheinbar. Es ist nur eine weitere Falle und eh sich die Kinder es versehen, sind sie wieder in Kros Reich und um ein Haar gerät der ungestüme Max in Kros Bann. Am Ende finden sie ihre Eltern, scheinbar tot in einer Grabkammer des Eisschlosses. Doch sie sind nicht tot und die Trauer der Kinder und ihr Lied, das sie in ihrer Mutlosigkeit singen, taut das Herz des Magiers und seine Macht.

 

 

Der Sammelband enthält die Einzelbände „Die erste Begegnung“, „Elfenzauber in Gefahr“, „Das unheimliche Piratenschiff“ und „Das Schloss des Zauberers“ und bilden zusammen ein abgeschlossenes Abenteuer.

 

Gedacht ist es für Leseratten ab 8 Jahren und dem entsprechend ist die gewählte Art der Erzählung einfach gehalten, kein großartiger Sprachschatz oder anspruchsvolle Redewendungen. Es liest sich flüssig und ist durchgehend auf einem Spannungsniveau. Aber ob es sich eignet, Kinder an eher epische Werk heranzuführen wie die Werke von Cornelia Funke oder Joanne K. Rowling, kann man kritisch sehen. Es wirkt nicht zuletzt auch durch die wenig eindrucksvolle Bebilderung eher wie ein beschriebenes Bilderbuch für Erstleser, ist dafür aber stellenweise zu gruselig.

 

Auch die eher Archetypischen Charaktere sind nicht gerade geeignet, Kinder an den Facettenreichtum wirklich guter Fantasy zu gewöhnen. Es gibt eben nicht nur gut und böse, schwarz und weiß – es gibt auch 256 Graustufen dazwischen. Für Kinder, die jedes greifbare Buch verschlingen uneingeschränkt empfehlenswert. Wenn man ein wenig lesefreudiges Kind für das Genre Fantasy begeistern will, sollte man sich aber was anderes suchen.

 

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Magisches Abenteuer im Reich der Elfen

Autor: Klaus-Peter Wolf u. Bettina Göschl

Gebundene Ausgabe

Verlag: Egmont Franz Schneider Verlag (2007)

ISBN-10: 3505124036

ISBN-13: 978-3505124037

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.11.2007, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 20:21