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Magyk von Angie Sage

Reihe: Septimus Heap Bd.1

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Septimus Heap, der siebte Sohn eines siebten Sohnes, dem ungeheuerliche magische Kräfte nachgesagt werden, ist kurz nach seiner Geburt gestorben. Kein Wunder, dass der fürchterliche Zauberer DomDaniel ungehindert wüten kann. Einzige Rettung könnte die verschollene Tochter der ermordeten Königin sein. Es beginnt eine fieberhafte Jagd nach ihr, die die chaotische Zaubererfamilie Heap, die flinke Botenratte Stanley, die in ihre lila Pythonlederstiefel verliebte außergewöhnliche Zauberin Marcia Overstrand und andere seltsame Gestalten bis in die finsteren Marschen führt. Was dort geschieht, hätte nicht einmal DomDaniel für möglich gehalten ...

 

Rezension:

Im Bereich der Jugendfantasy ist in den letzten Jahren eine Masse erschienen, die Sogwirkung von Harry Potter war und ist gigantisch. Jedes Buch, das seither erscheint, muss sich einen entsprechenden Vergleich gefallen lassen, egal wie weit davon entfernt die Autoren-Intention auch gewesen sein mag.

Angie Sage gehört zu jenen doch deutlichen Nachfolgern der Referenz-Geschichte. Nicht unbedingt im Hauptplott, so doch aber in vielen kleinen Dingen, die deutlich genug sind, um aufzufallen, etwa die kinderreiche Famile Heap und ihre allesumsorgende Mutter.

Am Tag der Geburt von Septimus Heap als siebter Sohn eines siebten Sohnes findet Vater Silas im Wald ein Baby. Als er zu Hause ankommt, verkündet ihm die Hebamme den Tod seines jüngsten Kindes. Der Schmerz wird durch das Findelkind gemildert, das nun als Jenna Heap in der gemütlichen Armut der Heaps aufwächst. Als einzige nicht mit Magie ausgestattet, gerät Jenna zu einem netten Mädchen. Bald schon wird klar, dass sie die verschollene Tochter der ermordeten Königin ist und nur knapp dem Staatsstreich entkommen konnte.

Doch für immer kann sich niemand verstecken, auch in der riesigen Burgstadt nicht, in der die Heaps leben. Als dem obersten Wächter zugetragen wird, wer sich da unbemerkt in seinem Reich aufhält, beginnt eine ereignisreiche Jagd auf das Mädchen. Doch mit Jennas Flucht geraten die Dinge in ein gefährliches Ungleichgewicht ...

 

Neben etlichen fantastischen Einfällen gelingt es Angie Sage, eine durchaus fesselnde und spannende Fantasy-Geschichte zu erzählen, die in Sprache und Anspruch für Kinder und Jugendliche gedacht ist. Es gibt zwar Gewalt und Tod, allerdings eher nebenbei und meist in komischen Kontext, sodass sie als natürlicher Bestandteil der Welt erscheinen und nicht als Selbstzweck. Die Bösen sind nicht wirklich böse, und die Guten haben zwar alle ihre Macken, durch die sie aber nur noch liebenswerter erscheinen.

Bestimmte Motivationen bleiben rätselhaft, etwa die vom ältesten Sohn Simon (ja, Simon der Sorcerer lässt grüßen) oder der Botenratte Stan. Etliche Bestandteile der Story wirken eher zufällig hineinplatziert und ergeben vielleicht erst in den Folgebänden Sinn. Die irritierende Mischung aus mittelalterlichem Setting und modernen Waffen stört jedoch beim Lesen nur kurz. Eher schon das Auftauchen ägyptischer Motive. Sehr oft wünscht man sich als Leser etwas mehr Handlungsbezug diverser Szenen und weniger Durchschaubarkeit. Gerade die Identität der Hauptfigur liftet sich für den aufmerksamen Leser doch recht früh.

 

Besonders gelungen ist der Entwurf einer ganz eigenen Art des Zauberns - hier erreicht es die Autorin auch, ihre Idee umfassend darzustellen und auch zu nutzen. Viele andere ihrer Einfälle aber verpuffen zu oft bereits kurz nach der Erwähnung.

Allein die Idee der riesigen Burg und ihrer Lebensweise hätten noch wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient. Zwar erfährt man nebenbei einiges über das erstaunliche Gemeinwesen, in denen die Flure Straßen und die Zimmer Wohnungen sind, voller Menschen, Werkstätten und allem, was in einer normalen Stadt außerhalb zu finden wäre, doch sind diese Szene schnell vorbei. Bleibt die Hoffnung, dass die Autorin in weiteren Geschichten darauf zurückkommt.

 

Die Taschenbuchausgabe übernimmt das optische Feeling der gebundenen Edition, schade, dass sich die Kapitelbilder wiederholen, ansonsten aber ist das Buch auch als Taschenbuch ein Augenschmaus.

 

Fazit:

Der Beginn der Septimus Heap Reihe ist eher leichte und harmlose Fantasykost für etwas ältere Kinder. Kein wirkliches Highlight aber eine durchaus spaßige Lektüre.

Eure Meinung:


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Buch:

Magyk

Reihe: Septimus Heap Bd.1

Autor: Angie Sage

Illustrator: Mark Zug

Übersetzer Reiner Pfleiderer

dtv, 1. Dezember 2007

Paperback, 512 Seiten

 

ISBN-10: 3423623276

ISBN-13: 978-3423623278

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 04.12.2008, zuletzt aktualisiert: 16.04.2020 12:15