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Metamorph von Matthias Oden

Rezension von Christel Scheja

 

In seiner Geschichtensammlung "Metamorph" präsentiert Matthias Oden zu jeweils einem Thema immer drei Kurzgeschichten, die es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, seien es nun „Töne“, „Reise“ oder „Fleisch“. Dabei schildert er absurde und skurrile Begebenheiten, die es teilweise ziemlich in sich haben.

 

Relativ harmlos beginnt es noch in der „Trilogie der Töne“, in der ein Mann ein Schellenmännchen kauft, dessen Geklingel ihn bis in die Träume verfolgt, ein anderer dem Ursprung des „gelben Orchesters“ nachgeht und am Ende einer sogar in das Land der Schellen reist. Ist die erste Geschichte noch in der Realität verhaftet, so taucht die zweite schon mehr in die Welt des Absurden ein, die dritte gleitet ganz hinein und lässt einen am Ende mit schaurig schönen Gedanken zurück.

Ähnlich sieht es mit der Trilogie der Reise aus. Beginnt die Zugfahrt zunächst noch wie, wie man sie sich vorstellen könnte, mit allerlei kauzigen Begleitern im Waggon, so endet die Reise des Emo-Boy dort wo er am allerwenigsten hin wollte und löst sich ganz von der realistischen Wahrnehmungen, je weiter er in seiner Wanderung kommt.

In den anderen Geschichten geht es um „Fleisch“, „Leiden“ und das unvermeidliche „Ende“, und die Geschichten laufen nach einem ähnlichen Muster ab.

 

Es ist schwer, die Inhalte zusammen zu fassen, denn auch wenn Matthias Oden stilistisch keine Experimente wagt, bei der Handlung seiner Geschichten sieht es anders aus. Er entwirft abgedrehte, expressionistische Szenarien, in denen es weniger um die Personen und das Setting geht als um ein bestimmtes Gefühl eine Aussage, die am Ende zurückbleiben soll. Dabei arbeitet er mit sehr vielen Metaphern und rätselhaften Beschreibungen, deutet an und verwirft, schlägt absurde Kapriolen.

Die Schilderungen sind phantastisch, gleiten manchmal in das Bösartige und Morbide ab, so dass vermutlich Leser, die dem Goth zugeneigt sind, ihre helle Freude an den Texten haben werden. Handfeste Action und sympathische Helden sollte man nicht erwarten – die Figuren bleiben leider sehr blass und schemenhaft.

Manchmal fragt man sich zwar auch, welchen Sinn die Geschichte hatte, aber der Zauber der meisten Texte enthüllt sich ohnehin erst, wenn man sie noch ein zweites Mal liest.

 

Alles in allem ist „Metamorph“ ein sehr anspruchsvoller und verwirrender Band voller phantastischer Geschichten, der nicht jedem liegen wird, aber durchaus Lesern gefallen könnte, die düstere Szenarien mit Anspruch lieben.

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Eure Meinung:

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Buch:

Metamorph

Autor: Matthias Oden

Atlantis Verlag, Juni 2010

Taschenbuch, 164 Seiten

Titelbild: Francois Launet

 

ISBN-10: 3941258257

ISBN-13: 978-3941258259

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Inhalt:

  • Lass immer Töne um dich sein
  • Das orange Orchester
  • Das Schellenland
  • Zugfahrt
  • Business Class
  • Emo-Boy
  • Biorama
  • Schweiß
  • Tumorfrucht
  • Schwarzer Klee
  • Eine Frage der Perspektive
  • Zimmertürerscheinungen
  • Der Bote in Gelb
  • Die Gedankenrebellion
  • Tote Träume

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.08.2010, zuletzt aktualisiert: 31.08.2018 17:18