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Mexico Barbaro

Filmkritik von Cronn

 

Das Genre der Kurzfilme hat hierzulande lediglich unter Cineasten einen hohen Stellenwert. In den Kinos und den Köpfen der meisten Menschen dominiert der abendfüllende Spielfilm. Dennoch besitzen die sogenannten »Shorts« einen hohen Reiz, gerade auch für Regisseure und ein Publikum, das Wert auf verdichtete Storyplots legt. Zudem kann man im Kurzfilm sich experimentell zeigen und verschiedene filmische Mittel ausprobieren.

Mexico Barbaro ist ein Projekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, unterschiedlichste Kurzfilme aus Mexico unter einem Dach zu vereinen. Dabei ist eine Mischung herausgekommen, die einem bunten Strauß Blumen gleicht.

Doch sind auch wirklich ausschließlich schöne Blumen dabei? Das soll die nachfolgende Rezension aufzeigen.

 

Verlagsinfo:

Acht wilde mexikanische Regisseure erwecken die grausame Sagenwelt ihres Landes zu furchterregendem Leben. Verstörende Geschichten erzählen von lüsternen Trollen, Geistern, Monstern, aztekischen Blutopfern und natürlich dem Tag der Toten. Von surrealem Grusel bis zu totalem Terror – Mexico Barbaro zeigt die Legenden und Mythen Mexicos von ihrer blutigen Seite ...

 

Der offizielle Klappentext zeigt sich noch recht vage bezüglich der Inhalte, daher wird in dem nächsten Abschnitt näher darauf eingegangen.

 

Kritik:

Den Einstieg in die Sammlung von Filmen bildet ein Kurzfilm, der den alltäglichen Horror in Teilen Mexicos wiederspiegelt. Bandenkriege und Morde werden hier im Subplot thematisiert und zu einem grotesken Finale geführt, das an die Anfangssequenz von Denis Villeneuves großartigem Film Sicario erinnert. Leider fehlt dem Film im Mittelteil etwas die erzählerische Substanz.

 

Es folgt eine grandiose Räuberpistole: Zwei Banditen suchen nach einem Überfall Zuflucht in einer Festungsruine mitten im Nirgendwo des mexikanischen Hinterlands. Dass sie hier nicht allein sind, wissen sie allerdings nicht. Sehr gelungen gefilmt, handwerklich geschickt und mit Lust an kleinen Kameraexperimenten ist der Streifen ein wahres Kleinod für Horrorfans, die es gespenstisch-unheimlich mögen.

 

In eine ähnliche Kerbe schlägt der nächste Film. Hier ist es eine Zigarette, die einen tödlichen Fluch überträgt, was an den japanischen Film Ringu erinnert. Der herrlich unheimliche Auftritt des Dämons wird leider vom zu banalen Twist unterlaufen. Dennoch ein spannendes Experiment.

 

Es folgen Filme wie beispielsweise Der Tag der Toten, der in einem Strip-Lokal spielt und wunderbar an Robert Rodriguez From Dusk Till Dawn erinnert und einen Hauch Feminismus mitbringt. Ein anderer Kurzfilm berichtet von einer Rache, die postmortem stattfindet. Ziemlich krass und mit hohem Bizarro-Faktor. Dann existiert auch noch ein Backwood-Terror-Film namens Insel der Puppen. Sehr intensiv gespielt, wobei der Film etwas durch seine Kürze leidet. Es fehlt an der Motivation, welche die Täter antreibt.

 

Fazit:

»Mexico Barbaro« ist ein wunderbarer Strauß an filmischen Ideen im Bereich des Horrors. Unheimlich, bizarr, grotesk, actionreich und auch mit Splatteranteil – hier wird jeder Horrorfan fündig. Das macht die Sammlung an Kurzfilmen zu einer sehr empfehlenswerten Anschaffung für Horrorfreunde.

Eure Meinung:

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DVD:

Mexico Barbaro

RegisseurInnen: Isaac Ezban, Laurette Flores Bornn, Jorge Michel Grau, Ulises Guzman, Edgar Nito, Lex Ortega, GiGi Saul Guerrero und Aaron Soto

Format: Breitbild

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Spanisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1

Umfang: 1 DVD

FSK: 18

Donau Film, 30. August 2019

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 102 Minuten

 

ASIN: B07RZ2WYVF

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Mathias Retamal
  • Barbara Perrin Rivemar
  • Emi Kamito
  • Ramón Medína
  • Sara Camacho
  • Claudia Goytia
  • Rubén Zerecero
  • Dulce Alexa
  • Anuar Zuñiga Naime
  • Lorena Gonzalez
  • Gilean Alducin Luciano

Inhalt:

  • Tzompantli – Laurette Flores Bornn
  • Jaral de Berrios – Edgar Nito
  • Drena (Drain) – Aaron Soto
  • La cosa más preciada (That Precious Thing) – Isaac Ezban
  • Lo que importa es lo de adentro (What’s Important Is Inside) – Lex Ortega
  • Muñecas (Dolls) – Jorge Michel Grau
  • Siete veces siete (Seven Times Seven) – Ulises Gùzman
  • Día de los Muertos (Day Of The Dead) – GiGi Saul Guerrero

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Erstellt: 09.01.2015, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23