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Missing von Chris Mooney

Rezension von Wiebke

 

Der Autor Chris Mooney wird seit dem Erscheinen seines Debüt-Romans „Victim“ als einer der erfolgreichsten amerikanischen Thrillerautoren gehandelt. Die viel versprechende Reihe um die Ermittlerin Darby McCormick, die mit dem Thriller „Secret“ seine Fortsetzung fand, wird durch das Erscheinen von „Missing“ lediglich unterbrochen. Ihre Fortführung findet sie im dritten Roman, welcher zunächst unter dem Titel „The Dead Room“ als englischsprachige Ausgabe im August 2009 in Deutschland herausgegeben wird.

 

Mit dem Roman „Missing“ ist Chris Mooney von seinem sonst eher mörderisch konstruierten Stil abgewichen. In diesem Roman erzählt er die Geschichte von Mike Sullivan und seiner Familie, in deren Mittelpunkt die Entführung der sechsjährigen Tochter Sarah steht.

Es ist Winter in Belham und wie alle anderen Kinder auch, möchte Sarah auf dem Hügel im Roby Park Schlitten fahren gehen. Ihre Mutter Jess ist dagegen. Aber Mike ignoriert die Bedenken seiner Ehefrau. Während er mit seinem besten Freund Bill am Fuße des Hügels auf die Kinder wartet, ziehen Sarah und Ben´s achtjährige Tochter Paula los, um den Berg zu erklimmen. Nach einigen Minuten kommt Paula allein auf ihrem Reifen herunter gerutscht. Von Sarah fehlt jede Spur. Voller Ungeduld und mit einem flauen Gefühl im Magen, steigt Mike den Hügel hinauf, um nach Sarah zu sehen. Aber weder auf der Anhöhe, noch auf dem Weg dorthin, kann er sie entdecken. Die einzigen Anzeichen, dass Sarah überhaupt auf dem Hügel gewesen ist, sind ihr blauer Schlitten und die Brille, die Mike im Schnee vorfindet. Sofort eingeleitete, umfangreiche Suchmaßnahmen durch die Polizei verlaufen erfolglos. Sarah bleibt verschwunden.

 

Fünf Jahre später findet der Leser einen von den Ereignissen schwer gezeichneten Mike Sullivan vor. Alkohol, eine zerbrochene Ehe und Probleme mit seinem kriminellen Vater bestimmen einen Großteil seines Lebens. Den Rest nimmt die fortwährende Suche nach seiner Tochter Sarah ein, die er mit einer schier unmenschlichen Verbissenheit betreibt. Vor einiger Zeit hat er, unter Alkoholeinfluss stehend, Francis Jonah niedergeschlagen. Einen ehemaligen Priester, der unter dem Verdacht steht, etwas mit dem Verschwinden von Sarah zu tun zu haben. Doch das erhoffte Geständnis bleibt aus. Stattdessen hat sich Mike nur noch mehr Probleme geschaffen. Eine Entziehungskur, Alkoholkontrollen und gerichtlich verordnete Therapien bewahren ihn zwar vor einer drohenden Gefängnisstrafe, machen sein Leben aber nicht besser. Auch jetzt, nach fünf Jahren, gibt es immer noch keine Spur von Sarah. Den einzigen Anhaltspunkt bildet Francis Jonah, dem nach Vermutungen der Polizei die Entführung von zwei weiteren Mädchen zur Last gelegt werden soll. Doch die Beweise fehlen und so läuft der ehemalige Priester, sehr zum Leidwesen von Mike, weiterhin frei herum. Von nun an kann Mike an nichts anderes mehr denken und Francis Jonah wird zum Ziel seiner privaten Ermittlungen. Die Geschichte spitzt sich zu, als eines Tages, auf einem Holzkreuz drapiert, der pinkfarbene Schneeanzug von Sarah gefunden wird und unweit davon, eine Frau zufällig den zusammengebrochenen Priester entdeckt. Damit ist für Mike die Schuldfrage geklärt und bei einem erneuten Zusammentreffen der beiden kommt es zum Äußersten.

 

Chris Mooney hat mit „Missing“ einen emotional ansprechenden und spannenden Roman geschrieben, in deren Mittelpunkt der Hauptprotagonist Mike Sullivan mit all seinen persönlichen und familiären Problemen und der Suche nach seiner vermissten Tochter Sarah steht. Unter Zuhilfenahme verschiedener Handlungsstränge und gekonnt gesetzter Cliffhanger sowie einem angenehmen und flüssigen Schreibstil schafft er es, den Leser durchgängig zu fesseln. Einziges Manko dabei bildet der Anfang des zweiten Teils, der fünf Jahre nach dem Verschwinden von Sarah einsetzt. Hier schildert der Autor Handlungen und Personen der letzten fünf Jahre, die dem Leser zunächst nicht bekannt sind und ihn verwirren. Es braucht ein paar Seiten, bis er die Geschehnisse nachvollziehen kann. Aber ist er erst einmal wieder in der Geschichte drin, gibt es kein Halten mehr. Seite für Seite entblättert der Autor einen gut konstruierten Plot, der überzeugend und vielschichtig herüberkommt und durchgängig vom Hauptprotagonisten bestimmt wird. Für alle anderen Figuren bleibt da wenig Platz, was sich aber nicht nachteilig auf die Geschichte auswirkt.

 

Insgesamt kann man sagen, dass Chris Mooney mit „Missing“ ein gut inszeniertes Drama um die Entführung eines sechsjährigen Mädchens und dem jahrelangen Martyrium des Vaters geschrieben hat. Ein Leseerlebnis, dass fesselt und berührt. Sollte der Leser aber einen sich rasant entwickelnden Thriller a la Chris Mooney erwarten, wird er enttäuscht sein. In diesem Fall sollte er lieber auf ein Buch des Autors aus seiner McCormick-Reihe zurückgreifen.

 

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Missing

Autor: Chris Mooney

Broschiert: 384 Seiten

Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: 2

Sprache: Deutsch

Erscheinungsdatum: 2. Februar 2009

ISBN-10: 3499247194

ISBN-13: 978-3499247194

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.05.2009, zuletzt aktualisiert: 31.08.2018 17:18