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Mission: Atlantis von David Gibbins

Rezension von Cronn

 

Nicht erst seit dem Erfolg des berühmten Schatzjägers „Indiana Jones“ gilt die Archäologie als spannendste der historischen Disziplinen und wird weltweit mit Feldforschung, abenteuerlichen Entdeckungen, waghalsigen Expeditionen und dergleichen mehr assoziiert. Dass die Archäologie zumeist mehr Recherche-Arbeit und Restaurations-Arbeit bedeutet, wird zumindest bei einem der Indiana-Jones-Filme angedeutet.

Archäologen standen schon immer im Blickpunkt der interessierten Öffentlichkeit. Liest man heutzutage die Zeitungsberichte über Heinrich Schliemann oder Howard Carter wird diese Tatsache überdeutlich klar. Ihre Expeditionen und Entdeckungen waren stets geheimnisumwittert und sorgten regelmäßig für Aufsehen und kleine Skandale. Dass diese oftmals von den Archäologen selbst inszeniert wurden, um ihre Geldgeber weiter davon zu überzeugen, dass die Ausgrabungen notwendig sind, tut ihrem Wert für die Geschichtswissenschaft keinen Abbruch. Die meisten Entdeckungen dürfen zurecht auch heute noch als bahnbrechend für die Deutung der Historie gelten.

Um den Bogen wieder von der Realität hin zur Fiktion zu schlagen, muss an dieser Stelle der Hinweis auf David Gibbins erfolgen. Seines Zeichens Professor für Maritime Archäologie an der Universität von Texas unternahm der 1962 geborene Kanadier mehrere Expeditionen ins Schwarze Meer und tauchte auch vor Sizilien und Tunesien, ehe er sich mit seinen Romanen rund um den Archäologen Jack Howard einen Namen machte.

Inzwischen liegt sein Werk unter dem Titel „Mission: Atlantis“ in die deutsche Sprache übersetzt bei „blanvalet“ vor.

 

Inhalt:

Jack Howard, seines Zeichens Archäologe und Gentleman-Abenteurer, erhält Kunde von einem aufregenden Fund. Bei Ausgrabungen in der Wüste ist durch Zufall eine Nekropole entdeckt worden, deren Mumien noch unberührt sind. Auf einem der sie umgebenden Papyri entdeckt man altgriechische Inschriften und identifiziert sie als die verloren geglaubten Überlieferungen Solons aus seiner ägyptischen Reisezeit. Als dann auch noch das Wort „Atlantis“ auftaucht, ist man davon überzeugt, endlich einen weiteren Schlüssel zum Verständnis des Platon-Atlantis-Textes gefunden zu haben.

Im Mittelmeer taucht eine geheimnisvolle Scheibe auf, die man in einem antiken Wrack findet. Sie liefert den lange gesuchten Code-Schlüssel zum Verständnis der Atlantis-Sage. Überzeugt davon, dass Atlantis im Schwarzen Meer zu suchen ist, macht sich Jack Howard mitsamt seinem hochtechnisierten Schiff „Seaquest“ auf den Weg, das Rätsel um Atlantis zu erkunden.

Aber nicht nur Jack Howard hat Wind von der Sache bekommen. Beispielsweise ist auch ein kasachischer Warlord drauf und dran mit Hilfe seines Kriegsschiffes in den Besitz all dessen zu gelangen, was Jack Howard vom Grund des Schwarzen Meeres heben wird.

Doch die Tauchgänge erweisen sich als weitaus spektakulärer und gefährlicher, als angenommen und schließlich schreckt der Warlord auch nicht vor Entführung und Folter zurück, um an die Artefakte aus Atlantis zu gelangen. Darüber hinaus existiert am Grunde des Schwarzen Meeres noch ein havariertes russisches U-Boot, das eine hochexplosive Fracht in seinem Bauch trägt, an der auch der Warlord ein gesteigertes Interesse hat.

Aber nicht nur er…

 

Kritik:

David Gibbins hat mit seinem Werk „Mission: Atlantis“ ein Buch abgeliefert, das den Spagat zwischen Wissenschafts-Thriller und Abenteuer-Krimi bravourös meistert.

Ab und an doziert David Gibbins etwas zu sehr im Archäologen-Jargon, aber das wird durch die extrem detaillierten und spannenden Unterwasser-Sequenzen ab der zweiten Hälfte des Buches mehr als ausgeglichen.

Gegen Ende wird aus „Mission: Atlantis“, das zunächst als purer Archäologie-Thriller angesetzt ist, dann sogar eine Mischung aus Agenten-Thriller und Action-Krimi, was dem Buch sehr gut tut, das ansonsten droht in einer Flut aus Archäologie-Fakten zu versinken.

Dies geschieht aber nicht und David Gibbins gelingt es, den Spannungsbogen wieder aufzugreifen und in der rechten Weise fortzuführen, so dass der Leser ständig bei Laune gehalten wird.

Der Sprachstil ist gelungen und bewegt sich durchwegs auf eingängigem bis gehobenem Niveau, was einen durchschnittlichen erwachsenen Leser nicht unterfordern sollte. Der Lesefluss ist durchwegs vorhanden, wobei „Mission: Atlantis“ zumeist auf billige Cliffhanger-Effekte verzichtet und seine Pageturner-Qualitäten durch innere Werte wie Handlungsgerüst und Spannungsaufbau zu setzen vermag.

 

Fazit:

„Mission: Atlantis“ von David Gibbins ist ein gelungener Abenteuer-Roman, der mit einer Vielzahl an historischen und archäologischen Fakten gespickt wurde und gerade deswegen großen Lesespaß bereitet.

Auch wenn der Roman mit seinen 462 Seiten etwas in die Länge gezogen wirkt, ist er dennoch überzeugend geschrieben und unterhaltsam konzipiert. Dadurch dass auch der Sprachstil passt, ist „Mission: Atlantis“ ein Werk, das für Freunde des Genres eine lohnenswerte Anschaffung darstellt.

 

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Mission: Atlantis

Autor: David Gibbins

Broschiert: 462 Seiten

Verlag: Blanvalet (August 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3442369991

ISBN-13: 978-3442369997

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.08.2008, zuletzt aktualisiert: 31.08.2018 17:18