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Moskito von Steve Voake

Rezension von Tanja Elskamp

 

Mit Moskito legt Steve Voake, ein Grundschulleiter aus England, sein Debüt vor. Der Fantasyroman, der sich an Jugendliche richtet, ist seit Dezember 2006 nun auch als Taschenbuch erhältlich.

 

Sam ist kein Junge wie die meisten anderen in seinem Alter. Seine Leidenschaft gilt vor allem Insekten. Er verschlingt Bücher über sie geradezu und sein Zimmer ist voll von Insektenzeichnungen. Warum das so ist, weiß Sam eigentlich selbst nicht so genau. Anders seine Eltern, die vermuten, dass Sam Schwierigkeiten mit dem Umzug in eine gänzlich neue Umgebung hat und vielleicht auch welche mit der Tatsache, dass er bald ein Geschwisterchen bekommen wird. Kurz nachdem die Eltern mit Sam ein sorgenvolles Gespräch über Sams Zurückgezogenheit und seine neuerliche Leidenschaft geführt haben, verunglückt der Junge und fällt ins Koma.

 

Tatsächlich jedoch ist es nur Sams Körper, der im Koma liegt, denn Sam selbst findet sich plötzlich in einer fremden Welt wieder: in Auboron. Die Erkenntnis, sich in einer gänzlich fremden und irreal wirkenden Umgebung zu befinden, ist jedoch nur der erste Stress, dem Sam ausgesetzt ist. Bald findet er sich in einer Gefängniszelle wieder und sein Leben ist in Gefahr.

 

Ein Mädchen namens Skipper befreit Sam und bringt ihn zur Opposition. Tatsächlich tobt auf Auboron nämlich ein Kampf um das Schicksal der Welt, und während die, die Sam gefangen genommen haben, die Vernichtung der Menschheit anstreben, wollen seine Retter dies verhindern – mit der Hilfe von Sam.

 

Sam hält das alles zunächst für einen Traum und später dann für einen riesigen Irrtum. Behält er Recht oder sind es die Einwohner von Auboron? Und wird er in einer Schlacht mitkämpfen, von der er einen Tag zuvor noch gar keine Ahnung hatte?

 

 

Zunächst unterscheidet dieser Jugendroman sich nur in Details von den zahlreichen Geschichten, in denen Menschen in Parallelwelten landen und dort gewisse Aufgaben zu erfüllen haben. Der Aufbau ist zunächst also eher ein klassischer und die Geschichte wirkt solide, darüber hinaus lockt wenig an der Geschichte zum Weiterlesen.

 

Dies ändert sich allerdings im weiteren Verlauf, und wenn sich Skipper mit Sam auf der Flucht befindet, zeigt sich langsam das Potenzial dieses Buches. Das Tempo erhöht sich ein wenig und dort, wo die Handlung nicht weiter vorangetrieben wird, erfährt der Leser mehr von den Figuren des Buches, vor allem von Skipper. Es geht längst nicht nur um Schlachten, sondern auch um Entwicklung, Glauben und Überzeugung – teils sind es recht philosophische und fast poetische Züge, die gewisse Unterhaltungen annehmen, doch dabei wirken sie auf den Leser stets realistisch und glaubwürdig.

So ist „Moskito“ auch ein Buch über Freundschaft, deren Entwicklung und Bedeutung, und auch in diesem Punkt wartet Voake zum Ende hin noch mit einer Überraschung auf den Leser, die ihre Wirkung nicht verfehlt …

 

Erstaunlich ist die Bandbreite, die Voake mit seinem Roman völlig unaufdringlich abdeckt. So finden sich zahlreiche Erklärungen darüber, wie und warum die Bewohner von Auboron Insekten züchten und wie sie sie zu Flugmaschinen machen, die – im Kontext des Genres und der Zielgruppe gesehen – plausibel wirken. Die so gegebenen biotechnologischen Hintergründe werden ergänzt durch ökologische Inhalte, die behutsam auf die Komplexität der Umwelt, ihre Regulationsmechanismen und Gefahren für das ökologische System durch Umweltverschmutzung hinweisen.

 

Die Taschenbuchausgabe muss sich hinter der gebundenen keineswegs verstecken. Die Klappbroschur ist hochwertig und das Cover grafisch ansprechend in Schwarz- und Orangetönen gehalten. Besonders begeistert die auf dem Cover eingebrachte teilweise Prägung der Illustration.

 

Fazit:

Kaum zu glauben, dass der Autor mit diesem Werk seinen ersten Roman präsentiert. Zahlreiche Inhalte, die Jugendliche beiderlei Geschlechts gleichermaßen ansprechen, werden homogen zu einer spannenden, unterhaltsamen und sogar tiefsinnigen Geschichte verwoben, deren Lektüre unbedingt zu empfehlen ist.

 

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Buch:

Moskito

Autor: Steve Voake

Übersetzerin: Bernadette Ott

Taschenbuch, 320 Seiten

Blanvalet, Dezember 2006

ISBN: 3442244315

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:

Biographie, Bibliographie, Rezensionen und mehr zu Steve Voake


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Erstellt: 13.12.2006, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59