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Nachtleben von Martin Hoyer

Reihe: Saramee - Stadt der Vertriebenen Bd.2

Rezension von Christoph Fischer

 

"Kara zuckte mit den Schultern. „Gib ihnen einen Grund und sie werden dich in Erstaunen versetzten, wozu sie fähig sind. Ich erzähle dir mal eine Geschichte über einen Jinjend, und dann werden wir sehen, mit welchen Augen du sie dann siehst. In meiner Geschichte geht es um Amata Baal und ihren, in euren Augen, Lakaien Irrid...“

 

 

Bereits in der Einleitung deutet der Geschichtenerzähler Kara an, dass in Band 2 der Reihe Saramee sich die Geschichte um zwei neue Charaktere drehen wird. Trotzdem nimmt der bereits aus Ausgabe eins bekannte Söldner Kronn wieder eine zentrale Rolle ein. Besagter Söldner traf nämlich im ersten Teil nicht nur auf die für ausgestorben gehaltene Rasse der Gründer der Stadt, sondern ließ auch einen unscheinbaren Ring mitgehen. Als er diesen an die Tochter aus gutem Hause - Amata Baal - verkauft und anschließend die Dame und ihren Diener durch das nächtliche Saramee nach Hause eskortieren will, werden sie angegriffen. Die mächtige Rasse will ihren Ring zurück...

 

Die Stadt Saramee, welcher der Geschichten-Serie ihren Namen gab, liegt in einem Talkessel. Dieser ist von drei Seiten von kaum bezwingbaren Gebirgszügen und zur vierten mit dem Meer umschlossen. Der Stadtstaat konnte sich bisher neutral zu den Streitigkeiten der umliegenden Reiche verhalten. Es bildet damit eine "Friedenszone", über die es auch zwei verfeindeten Reichen indirekt möglich ist Handel zu betreiben. Dies hat in der zurückliegenden Zeit zu einer blühenden Epoche geführt. Doch nicht nur ein Reich hat seine Augen Richtung Saramee geworfen und würde diese Stadt aufgrund seiner geographisch fast uneinnehmbaren Lage gerne sein Eigen nennen, oder zumindest die Stadt auf seiner Seite ziehen. Durch seine Neutralität ist Saramee ein Zufluchtsort für Verfolgte und Vertriebene geworden. Viele unterschiedliche Völker, Rassen und Religionen leben hier zusammen.

 

Martin Hoyer verfaßte mit Nachtleben die zweite Geschichte der Konzeptreihe Saramee. Er wurde am 18.11.1979 in Bergen auf Rügen geboren. Martin Hoyer ist seit 1999 - teils unter Pseudonym - nebenberuflich als freischaffender Journalist und Romanautor tätig. Auf seinen Debütroman "Chatarc - Tempelsturz" (mgverlag, 1999) folgte der SF-Roman "Sternenpuls" (mgverlag, 2000). Anschließend verfasste er von 2000 bis 2003 mehrere Bände der Heftserie "Dämonenjäger Frank MacLachlan" für den Atlantis Verlag und ist seit 2003 mit der eigenen Roman-Reihe "Genotype" dort vertreten. Parallel zur schriftstellerischen Arbeit initiierte und leitete er mehrere Autorenprojekte oder wirkte als Organisator an solchen mit.

 

Die Geschichte von Band zwei der Serie Saramee umfaßt ungefähr 60 Seiten. Dazu kommen noch eine vierseitige Leseprobe der nächsten Ausgabe und eine ebenfalls vierseitige Beschreibung der Stadt Saramee, sowie eine Kurzvorstellung der beteiligten Personen dieser Ausgabe. Das insgesamt 72 Seiten starke Band ist in ein einfachen Paperback gebunden. Das gezeichnete Cover zeigt vermutlich den Diener Irrid, der seinen Blick über die Stadt schweifen läßt. Es wurde von Chris Schlicht erstellt (www.dreamspiral.de), welche die optische Gestaltung der Serie übernimmt.

 

Die Geschichte um die drei ungleichen Charaktere Amata, Irrid und Kronn wird spannend von Martin Hoyer erzählt. Spielte Band 1: Der vergessene Friedhof noch weitgehend außerhalb der Stadt, wird nun das Geschehen in und unter die Stadt gelegt. Im Gegensatz zum ersten Teil läßt sich der Autor mehr Zeit die Schauplätze und Personen einzuführen, ohne dass es aber langweilig wird. Gerade weil die einzelnen Bände eher nur locker zusammenhängen sollen, hat es mich positiv überrascht, dass diese Geschichte nahtlos an die erste fortsetzt. Dadurch wird der Spannungsbogen auf angenehme weise weitergeführt. Die Überleitung zum Wohl nächsten Handlungstrang mit Ralec, dem Angehörigen des vom Aussterben bedrohten Wasservolkes, wirkt dagegen wie eine neue Geschichte in der Geschichte. Obwohl sie leider nicht den Anschluss an den Hauptplot findet, und deswegen etwas deplatziert wirkt, erweitert es die Reihe um ein neues Element: Es verlagert die Geschichte weg vom Abenteuerleben auf eine mehr politische Ebene.

Äußerst unangenehm ist dagegen aufgefallen, dass ein eventuell vorhandener Lektor offensichtlich geschlafen hat. Manchmal fehlen sogar ganze Wörter, wodurch der Lesefluß unterbrochen wird. Auch ist wieder einmal in der gezeigten Karte im Anhang nicht zu erkennen. Erneut möchte ich daher auf die ausführliche Homepage der Reihe verweisen (www.saramee.de), auf der es u.a. auch Karten zum herunterladen gibt.

 

Fazit:

Martin Hoyer gelingt mit Saramee Band 2: Nachtleben eine spannende Abenteuergeschichte. Er läßt gekonnt die einzelnen Szenen vor dem geistigen Auge des Leser entstehen und führt ihn temporeich durch das nächtliche Saramee. Leider ging auch dieses Abenteuer viel zu schnell zu Ende. Ich bin jedenfalls schon sehr darauf gespannt, wie die Geschichte um und in Saramee in Band 3 Das Dedra-Ne von Sylke Brandt weitergehen wird.

 

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Titel: Nachtleben

Autor: Martin Hoyer

Reihe: Saramee Bd.2

Illustration: Chrissi Schlicht

A5 Paperback – 72 Seiten

ISBN: 3936742529

Verlag: Atlantis Verlag

erschienen Februar 2005

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.09.2005, zuletzt aktualisiert: 23.11.2018 10:18