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Nephilim von Gesa Schwartz

Reihe: Die Chroniken der Schattenwelt Band 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

Gesa Schwarz debütierte mit der Saga um „Grim“ als Autorin im Bereich der Urban Fantasy und erreichte damit einen beachtlichen Achtungserfolg bei Kritikern und Publikum. Nun setzt sie mit „Die Chroniken der Schattenwelt“ einen neuen Schwerpunkt, bleibt aber auch ihren Wurzeln treu. Denn „Nephilim“ bewegt sich wieder zwischen der ganz realen irdischen und einer mit ihr verbundenen, phantastischen Welt.

 

Nach dem Tod seiner Eltern lebt Nando bei der Familie seiner Tante in Rom. Neben der Schule arbeitet er abends auch noch in einem Restaurant und lässt sich so einiges von dem immer schlechtgelaunten Besitzer gefallen. Der kann es vor allem nicht leiden, wenn sich der Junge um die Obdachlosen kümmert, die gelegentlich an der Küchentür betteln.

Doch seit einiger Zeit ist Nando innerlich aufgewühlt, denn er träumt immer wieder von einem Fremden, der ihn eindringlich zu sich ruft. Allerdings weiß er nicht, wohin er eigentlich gehen und wie er ihm helfen soll.

Erst das Gespräch mit einem Obdachlosen, der sich Antonio nennt, lichtet sich ein wenig der Schleier, auch wenn er dem verlotterten Mann erst gar nicht glauben will. Denn dieser behauptet, dass er nicht nur das Blut von Engeln in sich trägt, sondern auch noch der Sohn Luzifers ist.

Nach diesem Gespräch überschlagen sich die Ereignisse. Schon am Abend seines siebzehnten Geburtstages ist nichts mehr so, wie es einmal war. Verfolgt von Engeln und einem schattenhaften Monster muss Nando fliehen.

In letzter Sekunde taucht Antonio wieder auf und bietet ihm Hilfe an. Der Junge folgt ihm, denn er scheint keine andere Wahl mehr zu haben. So gelangt er schließlich in die verborgene Zuflucht der Nephilim und erfährt mehr über sein Erbe und seine Bestimmung. Denn wenn er nicht zum Opfer des Teufels werden will, muss er alles lernen, um sich eines Tages gegen ihn und seine Schergen zur Wehr setzen zu können.

Doch das ist leichter gesagt als getan. Die anderen Nephilim fürchten und hassen ihn, denn er bringt nicht nur sich, sondern auch die Schattenstadt und alle anderen Mischlinge in Gefahr, denn die Jagd auf ihn ist eröffnet worden.

 

Mit „Nephilim“ schließt sich Gesa Schwarz den Autoren an, die nicht mehr länger auf Vampire und Gestaltwandler setzen, sondern mehr auf die Wesen von Himmel und Hölle. Allerdings spinnt sie keine der üblichen Liebesgeschichten um das Thema, sondern ein Abenteuer, in dem ein Junge nicht nur sich selbst finden, sondern in seine Bestimmung hineinwachsen muss.

Anders als für Grim ist für Nando der Weg vorgezeichnet. Er hat kaum eine andere Wahl, als zu lernen, der Stimme in seinem Inneren nicht zu folgen und zu beweisen, dass er nicht das, ist, für das ihn die anderen halten – der Sohn des Teufels.

Die Autorin nutzt dabei gängige Handlungsmuster. Natürlich schlagen dem jungen Mann eine ganze Menge Vorurteile und sogar offener Hass entgegen, gegen die er ankämpfen muss. Aber gerade das schärft seinen Blick für diejenigen, denen er wirklich vertrauen kann. Da er sich aber auch in der Lernphase befindet, darf er Fehler machen – was für die ein oder andere nette Überraschung sorgt.

Ansonsten wird die Geschichte sehr geradlinig erzählt. Die einzelnen Eckpfeiler der Handlung stehen sehr früh fest, ebenso wer Freund und Feind ist – oder noch irgendwo dazwischen. Die Personen sind liebevoll gezeichnet, wenngleich sie auch nicht in die Tiefe gehen. Aber das erscheint im Moment auch noch nicht notwendig, da Nando erst einmal nur reagieren kann und lernen muss, selbst aktiv zu werden.

Gerade jüngere Leser werden mit dem Helden leiden und mitfiebern können, erfahreneren wird vieles leider eher vertraut vorkommen, da eine solche Geschichte nicht das erste Mal erzählt wird. Dennoch bietet Gesa Schwarz genug eigene Ideen auf um gut unterhalten zu können.

Das Buch endet mit einem angemessenen Abschluss, lässt aber natürlich auch noch eine Menge Fragen offen, so dass eine Fortsetzung vorprogrammiert ist.

 

Alles in allem ist „Nephilim“ der vielversprechende Auftakt der „Chroniken der Schattenwelt“ und bietet kurzweiliges, wenn auch nicht tiefgründiges Lesenvergnügen für Jung und Alt.

Eure Meinung:

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Buch:

Nephilim

Autorin: Gesa Schwarz

Reihe: Die Chroniken der Schattenwelt Band 1

Egmont Lyx, Oktober 2011

Taschenbuch, 602 Seiten

Titelbild: Max Meinzold

 

ISBN-10: 3802584570

ISBN-13: 978-3802584572

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.11.2011, zuletzt aktualisiert: 23.11.2018 10:18