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Nestis und die verbotene Welle von Petra Hartmann

Rezension von Christel Scheja

 

Heutzutage warten Meerjungfrauen nicht geduldig auf ihren Prinzen und sitzen Haare kämmend mit einem Lied auf den Lippen auf einem Felsen, nein, sie nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Vor allem wenn sie Nestis heißen und den ganz normalen Schulalltag und den Wahnsinn in der Familie durchstehen müssen. Im dritten Abenteuer dreht sich alles um „Nestis und die verbotene Welle“.


Wieder einmal hat es die Tochter des Königs nicht leicht, denn warum lässt sie keiner die im Moment unter dem Meer angesagte Musik hören. Jeder regt sich über „Rockt die Nordsee!“ dem neusten Hit von „Øelpæst“ auf, angefangen von ihrer Großmutter bis hin zu Seestern, ihrem Mathelehrer. Die Platten werden konfisziert und nun gibt es auch noch Anträge, die Auftritte der Band gleich ganz verbieten zu lassen.

Nestis und ihre Freunde gehen auf die Barrikaden, denn so eine Bevormundung werden sie sich bestimmt nicht gefallen lassen. Sie ersinnen einen Plan, wie sie noch noch in den Genuss der Stars bei ihrem Schulfest kommen werden und setzen ihn gleich in die Tat um.

Derweil liegt auch über dem Wasser einiges im Argen, denn ein Sturm hat etwas aus den Tiefen des Meeres auftauchen lassen, was zu einer großen Gefahr für alle werden könnte …


Wer kennt das in einem bestimmten Alter nicht? Die Erwachsenen kriegen zu viel, wenn sie die angesagte Musik hören, nur weil sie ein bisschen lauter und disharmonischer ist, als das was sie mögen, und die kleinen Geschwister sind noch in den niedlichen Liedern der Kindheit gefangen. Von allen Seiten wird dem Musikgenuss ein Riegel vorgeschoben.

Aber Nestis und ihre Freunde finden schon bald eine Lösung, als ihre Lieblingsband sogar verboten werden soll. Pfiffig, frech und chaotisch lassen sie sich nichts gefallen und unterlaufen Verbote. Aber in dem Moment, in dem es ernst für alle wird, haben sie doch ihr Herz auf dem rechten Fleck und retten den Tag.

Wieder einmal erzählt Petra Hartmann eine Geschichte jenseits aller Märchenklischees, bindet aber gleichzeitig auch das Alltagsleben ihrer Leser mit ein, die den Ärger mit Lehrern, Eltern und Großeltern, die ja so gut wie überhaupt nichts verstehen, am eigenen Leib miterleben.

Gleichzeitig sorgt auch ein weiteres Abenteuer für Spannung, denn die Bedrohung für alle ist nicht ohne.

Kindgerecht, ohne all zu viele Schnörkel, aber vor allem warmherzig, liebenswert und durchweg mit einem humorvollen Augenzwinkern weiß sie in den Bann zu schlagen. Selbst wenn man schon erwachsen ist, amüsiert man sich köstlich über die schrägen Ideen, die Umsetzung in die magische Unterwasserwelt und fühlt mit den jungen Helden, auch wenn es zum Ende hin eine nette Überraschung gibt.

Wie immer ergänzen die Illustrationen von Olena Otto-Fradina die geschriebenen Worte und vertiefen die zwar auf den ersten Blick märchenhafte, aber dann doch sehr lebensnahe Geschichte, so dass man rundum zufriedengestellt wird. Diesmal ist sogar ein Poster eingefügt, das junge Leserinnen sich an die Wand hängen können, um die mutige Meeresprinzessin immer vor Augen zu haben.


Weitab von den süßlichen Märchenklischees bietet auch „Nestis und die verbotene Welle“ ein spannendes Abenteuer für alle jungen Leserinnen, die mehr möchten als eine zuckersüße Nixe, die brav auf ihren Prinzen wartet Nestis packt da an, wo es gefordert wird und ist auch bereit dazu, jederzeit für das zu kämpfen, was ihr persönlich wichtig ist – so wie viele Mädchen in dem Alter oft sein wollen.


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Eure Meinung:

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Buch:

Nestis und die verbotene Welle

Autorin: Petra Hartmann

gebunden, 156 Seiten

Verlag Monika Fuchs, September 2017

Titelbild und Innenillustrationen: Olena Otto-Frandina

 

ISBN-10: 3947066007

ISBN-13: 978-3947066001

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 16.10.2017, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 20:21