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Kolumne: Neubeginn!

Autor: Holger M. Pohl

 

In meinem Wiki-Eintrag (ja, so etwas habe ich, wer auch immer den zu Beginn verfasst hat) heißt es, ich sei ein deutscher Autor und Kolumnist.

 

Ok, das mit Autor ist ja nun mal so. Lässt sich nicht leugnen. Und das mit dem Kolumnisten auch nicht. Nur kam letzteres trotz aller guten Absichten in den zurückliegenden Monaten viel zu kurz. Für 2020 soll sich das ändern. Zumindest habe ich mir das vorgenommen. Und zwar nicht an Neujahr, denn auf Neujahrsvorhaben gebe ich nicht viel. Hält man in der Regel nicht durch. Egal wie gut diese auch sein mögen. Ich habe es mir an Weihnachten 2019 vorgenommen und zu dem Zeitpunkt entstand auch diese Kolumne. Also ein verspätetes Weihnachtsgeschenk für Euch. Weihnachten soll ja das Fest der Besinnlichkeit sein. Gerüchten nach ist es das ab und zu auch noch. Habe ich mir sagen lassen.

 

Wir schreiben den 1. Januar 2020. Das neue Jahr hat begonnen und jeder hat so den einen oder anderen guten Vorsatz. Zu meinen Vorsätzen gehört, dass ich wieder öfters was sage. Gut, ich weiß, es gibt welche, die den Vorsatz „Pohl, sei ruhig!“ als wünschenswerter bezeichnen würden. Doch nicht jeder Wunsch wird erfüllt und es gibt immer zwei Seiten einer Medaille und man kann sich manchmal nur für eine entscheiden. Kopf oder Zahl … Wurf … und Kopf. Pech gehabt, Leute! Der Kopf redet nun manchmal … Oh, die Medaille hat nur Kopfseiten. Ganz großes Pech, Leute …

 

Es hätte im Jahr 2019 vieles gegeben, worüber ich mich hätte auslassen können. Etwa die KNV-Insolvenz, die manch einen Verlag der Phantastik mehr oder weniger heftig traf; die Unsichtbarkeit deutscher Kleinverlage aufgrund der Libri-Aktion; die manchmal amüsante, oft aber auch unsägliche Diskussion über einen gelöschten Wiki-Eintrag zum Thema „Autorinnen in der SF“; den letzten Teil der Starwars-Saga nach vierzig Jahren, der die Gemüter spaltet, und … und … und …

 

Aber das alte Jahr ist vergangen und ein neues, unverbrauchtes Jahr liegt vor uns. Lassen wir als das Vergangene ruhen und starten wir einen Neubeginn. Reboots kommen ja allenthalben vor. Wenn einem nichts neues einfällt, rebootet man einfach. Warum soll ich da eine Ausnahme sein? Also ein Kolumnen-Reboot. Ich recycle meine alten Kolumnen und schreibe sie neu. Ein Widerspruch zu Neubeginn? Nicht wirklich. Denn eines garantiere ich Euch: Manche Themen des vergangenen Jahres – oder besser gesagt der vergangenen Jahre – werden uns auch dieses Jahr wieder einholen … oder verfolgen. Widerstand zwecklos. Da bin ich mir so sicher wie bei der Tatsache, dass nach einer Nacht an jedem Morgen die Sonne wieder aufgeht.

 

Irgendwann werden wir also wieder zu lesen bekommen – so man noch in dem einen oder anderen Forum unterwegs ist, was die eine oder der andere sich mittlerweile verständlicherweise abgewöhnen – wie ungerecht es ist, dass der oder die nicht für irgendeinen Preis nominiert ist, oder das Preis-Bashing als solches überhaupt oder wie schwer der Stand von Kurzgeschichten in der allgemeinen Wahrnehmung der lesenden Öffentlichkeit ist oder wie wenig die Phantastik im allgemeinen und die SF im Besonderen von diesem oder jenem Werk vorwärts gebracht wird oder warum jemand keine SF mehr schreiben will, weil ihm die (manchmal nur seiner Ansicht nach) zustehende lobhudelnde Anerkennung versagt bleibt, oder der alles- und besserwissende Verleger oder… oder … oder …

 

Wir sind schon mittendrin im Neubeginn. Oder wie Miss Sophie in Dinner for One sagt: The same procedure as every year, James! Manchmal bin ich daher geneigt zu sagen: Dieses oder jenes Thema, über das man sich echauffiert, hat schon eine gewisse Tradition. Wie Dinner for One. Was wäre Silvester ohne diesen Sketch? Ebenso könnte man fragen: Was wäre die phantastische Welt ohne die eine oder andere Jammerei? Sie wäre langweilig und wenig amüsant. The same procedure as every year, folks!

 

Dabei könnte alles so schön sein. Und friedlich. Und hoffnungsvoll. „A new hope“ sozusagen. Aber oft, allzu oft beschränkt man sich darauf, das zu machen, was man auch den Machern der neuen Starwars-Teile vorwirft: Man wiederholt das Ganze noch einmal. Hat bisher funktioniert, also wird es auch in Zukunft funktionieren. Ich versichere daher an dieser Stelle: Diese Recycling-Vorgänge – oder Reboots – werden in einer Kolumne entsprechend gewürdigt werden. Auch wenn die eine oder der andere dies nicht als Würdigung empfinden wird. Befürchte ich zumindest … aber man weiß ja nie, was in manchen Köpfen so vor sich geht.

 

Was aber letztendlich auch nicht bedeuten soll, dass es nichts Neues geben wird, worüber ich mich auslassen werde. Irgendwas wird schon passieren, das zu kolumnieren sich lohnt. Auch das ist so sicher wie oben erwähnter Vorgang des Sonnenaufgangs. Hasta la vista, Baby!

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Erstellt: 01.01.2020, zuletzt aktualisiert: 29.03.2020 09:59