Obsolete Angels – Zeitlose Engel (Herausgeberin: Annie Bertram)
 
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Obsolete Angels – Zeitlose Engel von Annie Bertram

Rezension von Christel Scheja

 

Annie Bertram bietet Fotokunst der besonderen Art. Bereits in ihrem Bildband Wahre Märchen bewies sie, dass sie eine besondere Neigung zu düsterromantischen und versponnen Bilderserien hat, die ganze Geschichten erzählen und die Phantasie des Lesers auch über den Text heraus anregen.

 

Mit Obsolete Angels wendet sie sich der Welt der Himmelsboten auf ihre ganz eigene Art und Weise zu. Zwölf Autoren, namhaft wie Markus Heitz und Boris Koch, oder aus der Musikszene stammend wie Holly Loose und Yasha Young haben sich diesmal bereits gefunden, insgesamt vierzehn Geschichten zu den Bilderserien beizusteuern, so dass der Band nicht nur die Augen zu einer Reise einlädt, sondern auch den Geist dazu bringt, in den bizarren Welten der Phantasie zu versinken.

 

Den Auftakt macht Mechanical Bird eine atmosphärische Vignette über ein Wesen, das in einem verborgenen Schloss lebt und sich seine Gedanken über die Welt draußen macht.

 

Die Schwingen der Icarener scheinen immer dann mit im Spiel zu sein, wenn irgendwo im Ort Tote gefunden werden. Aber kann ein Mensch wirklich der Möglichkeit widerstehen, sich einem Vogel gleich in den Himmel zu schwingen – auch wenn er einen hohen Preis dafür zahlen könnte?

 

Das Kindermädchen opfert sich für ihre Aufgabe auf – bis zu dem Moment, in dem sie erkennt, dass alles, was ihr lieb und teuer war, schon lange vergangen ist.

 

Sie lieben und hassen sich, Die siamesischen Zwillinge – besonders als eine von ihnen das Glück gefunden zu haben scheint … doch als sie betrogen wird, hält die Verschmähte dann doch wieder zu ihr.

 

Dies sind nur einige der Märchen und Vignetten, die eines gemeinsam haben – den düsteren, melancholischen Unterton, der sich auch in den Bildern wiederspiegelt. Umgeben von dem Hauch des Vergangenen, des Zerfalls und der Zerstörung posieren Annie Bertrams Models – sei es nun in alten Kathedralen, den Ruinen von Kirchen, Häusern, alten Industriebauten, Burgen oder Villen aus dem 19. Jahrhundert. In erdigen Farben – nur selten durch weiße oder andere Töne herausstechend, oft genug auch blutig wirkend, entführen die Bilder in eine Welt, die sich ohne Masken präsentiert, die den schönen Schein nicht nötig hat, um zu fesseln und faszinieren.

 

Die Geschichten ergänzen oder unterstützen diesen Eindruck. Nur selten sagen sie etwas anderes aus, als die Ideen, die man durch das alleinige Betrachten der Bilder bekommt. Sie erzählen nicht unbedingt viel, sondern betonen lieber die Atmosphäre des ganzen, da die Bilder die Hauptrolle spielen.

Der Bildband richtet sich damit an die Fans des Morbiden und Melancholischen, die nichts gegen die bizarre Mischung aus Verfall, Schmutz und Blut, sowie auf der anderen Seite schönen Kleidern, Rüschen und schönen ätherischen Wesen haben.

 

Fazit:

»Obsolete Angels« ist ein Gothic-Bildband durch und durch. Abseits vom Mainstream vermittelt Annie Bertram die düsterromantische Welt ihrer Phantasie in lyrischen Bildern. Unterstützt wird sie dabei von namhaften Autoren, denen das dunkle Genre selbst nicht fremd ist. Damit wird er zu einem Fest für alle Dark Fantasy Fans.

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Buch:

Obsolete Angels – Zeitlose Engel

Herausgeberin und Fotokünstlerin: Annie Bertram

Gebunden, 174 Seiten

U-Books, Juni 2011

Titelbild und Fotos: Annie Bertram

Zeichnungen: Markus Bär

 

ISBN-10: 3939239046

ISBN-13: 978-3939239048

 

Erhältlich bei: Amazon

Inhalt:

  • Annie Bertram – Mechanical Bird | Edens End

  • Christian von Aster – Die Schwingen der Icarener

  • Markus Heitz – L’appareil des bonnes Ames

  • Jörg Kleudgen – Das Kindermädchen

  • Isa Theobald – Die siamesischen Zwillinge

  • André Ziegenmeyer – Die Fee der Vergänglichkeit

  • Dirk Bernemann – Der Kannibale

  • Boris Koch – Die Skorpionfrau

  • Holly Loose – Der sechste Abend

  • Starkall – Das Märchen vom weissen Schnee

  • Annie Bertram – Edens End

  • Dirk Radtke – Die Schwester

  • Jeanine Krock – Das Phantom des Meeres

  • Yasha Young – Wir Zwei sind eins


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Erstellt: 28.04.2012, zuletzt aktualisiert: 27.10.2023 15:38, 12488