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One Way Ticket in die Hölle von Jackie Kessler

Reihe: Die Schönen der Hölle, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Die von Jackie Kessler geschaffene Höllendimension ist nicht unbedingt dazu da, um die Sterblichen, die Böses getan haben, auf ewig zu verdammen, sondern letztendlich um deren Seelen zu reinigen und den wahren Teufel fern zu halten. Deshalb hat es auch einen Machtwechsel gegeben. Nun herrscht nicht mehr Luzifer über die Gefallenen, sondern Michael, der ehemalige Erzengel hat das Regiment übernommen.

 

Jezebel, ihres Zeichens Sukkubus, kümmert das erst einmal nicht, denn sie hat sich schon vor diesem Wandel von ihrem früheren Leben losgesagt. Eine Beobachtung, die sie zutiefst erschüttert hat, brachte sie dazu, ihr Heil in der Flucht und in einem sterblichen Körper zu suchen.

Mit Hilfe einer Hexe verwandelt sie sich in eine ganz normale Frau, findet Spaß daran, in einem Nachtclub zu arbeiten und lernt mit Paul einen Mann kennen, durch den sie erstmals erfährt, was wahre Liebe ist.

Nach einigem Hin und her schafft sie es auch, ihre Verfolger erst einmal abschütteln. Allerdings bedeutet das nicht, dass sie jetzt in Frieden mit Paul zusammen leben kann, denn sie hat nicht wirklich mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen und ihm erzählt, was sie eigentlich ist.

Ihre Heimlichkeit führt zu Konflikten und als dann auch noch Bekannte von früher auftauchen, eskaliert die Situation. Denn auch die Hexe namens Caitlin hat noch einige Hühnchen mit ihr zu rupfen, ebenso wie die drei Furien ...

So steckt Jezebel oder Jess, wie sie sich jetzt nennt, ehe sie sich versieht, in einem auch für ihren geliebten Paul gefährlichen und folgenschweren Konflikt, für den sie sich freiwillig in die Hölle begeben muss, um zu retten, was noch zu retten ist.

 

„One Way Ticket in die Hölle“ beginnt da, wo „Ein Sukkubus in Nöten“ aufgehört hat. Mann kommt zwar auch ohne Kenntnis des ersten Buches in den Roman, merkt aber doch, dass die Autorin nicht auf alles eingeht, was wichtig ist.

Wieder ist das Buch sehr flüssig geschrieben, hat einen humorvollen Unterton, der das Lesen leicht macht und spielt mit frechen erotischen Andeutungen ohne wirklich viele Sex-Szenen zu enthalten, da die Autorin der sündigen Menschenwelt noch immer genüsslich den Spiegel vorhält.

Allerdings macht sie auch keinen Hehl daraus, dass die Beziehungen der Heldin um einiges wichtiger sind als die phantastischen Elemente. Die Höllendimension und die magischen Figuren sind nur so weit ausgearbeitet, wie es nötig ist, verhalten sich auch durchweg eher menschlich als übersinnlich – wenn man einmal von den Erzengeln abzieht. Allein Michael und Luzifer hängt etwas Unheimliches an.

Man merkt so deutlich, dass die meisten Beschreibungen nur Staffage sind, um die Handlung um Jess ein wenig actionreicher und spannender zu gestalten. Der Hintergrund bleibt blass und schwammig, dafür erfährt man um so mehr über die Gedanken- und Gefühlswelt der ehemaligen Sukkubus.

 

So ist auch „One Way Ticket in die Hölle“ ein unterhaltsamer Liebesroman mit ein paar phantastischen Elementen, aber nicht mehr. Genre-Fans werden nur wenig finden können, was sie anspricht, Liebhaberin von derben erotischen Anspielungen schon eher.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230208182641d963b985
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Buch:

One Way Ticket in die Hölle

Reihe: Die Schönen der Hölle, Bd. 2

Autoren: Jackie Kessler

Klappbroschur, 379 Seiten

Lyx, erschienen August 2010

Aus dem Englischen von Anja Hackländer

Titelbild von Ramona Popa

ISBN-10: 3802583019

ISBN-13: 978-3802583018

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 26.02.2011, zuletzt aktualisiert: 30.06.2021 21:08