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Pangea – Der achte Tag von Andreas Schlüter u. Mario Giordano

Rezension von Diane Hegmann

 

In diesem Moment lebt der 15-jährige Huan noch in Hamburg und sucht nach seinem verschwunden roten Kater, im nächsten Augenblick wird er von mysteriösen Männern verfolgt, die ihn quer durch um die Alster hetzen, um ihn schließlich in einen Sack verpackt in den See zu werfen. Als wenn dies nicht schon unheimlich genug wäre, erwacht Huan in einem sterilen Labor und bekommt mitgeteilt, dass er sich auf der Erde in 200 Millionen Jahren in der Zukunft befindet! Die letzten Menschen Pangeas –wie der einzige Kontinent nach der zweiten totalen Kontinentalverschiebung benannt wird- sind in zwei Lager aufgespaltet: Den Sari und den Ori. In der futuristischen, aber dem Untergang geweihten und von der lebensfeindlichen Umwelt vollkommen isolierten Stadt der Sari, wird Huan erklärt, dass er der Einzige ist, der das Volk der Sari retten kann. Denn nur er ist gegen ein Virus namens GON immun, welches er in einem Vulkan im Land der Ori vernichten soll.

So beginnt seine Reise in die gefährliche Regenschattenwüste zu den Ori, die es geschafft haben in dieser gefährlichen Region zu überleben und alles daran setzen, Huan aufzuhalten. Denn dieser verfolgt einen Auftrag der Sari, der sich als viel komplizierter und folgenreicher herausstellt, als ihm zuvor weiß gemacht wurde. Während er das zu begreifen versucht, beginnt eine rasante Jagd quer durch die Wüste.

 

„Pangea – Der Achte Tag“ ist ein Jugendroman, dem aber eigentlich keine Altersgrenzen gesetzt sind. Voller Phantasie und Spannung wird man in eine vollkommen fremde Welt entführt, die sich in vielen Dingen erschreckend glaubwürdig anfühlt. Der Grund dafür beruht auf den (gemeinhin behaupteten) wissenschaftlichen Zukunftstheorien, die aufgrund von sorgfältiger Recherche der beiden Autoren entstanden sind. Hier zwischen wissenschaftlichen Spekulationen und Phantasterei zu unterscheiden ist eigentlich unmöglich, denn niemand kann genau sagen, wie unser Planet in 200 Millionen Jahren aussieht.

Die Handlung des Buches wird sogleich ohne viel Einleitung eingeläutet, was zuerst einen recht verschwommenen Eindruck von der Hauptfigur Huan übermittelt. Seine unverständlichen Ahnungen und Vorraussagungen entfremden ihn für den Leser, allerdings ändert sich dieser Eindruck, wenn die Handlung in der Zukunft spielt und die gesamte Umgebung so vollkommen unglaublich ist, dass der Protagonist das einzige Bekannte ist, woran man sich klammert. Erst dann beginnt man sich mit ihm zu identifizieren und/oder zu verstehen.

Die zweite bedeutende Hauptperson ist die Ori-Krigerin Lìya, deren Auftrag es ist, Huan zu töten, und die dem Leser viel schneller nahe gebracht wird. Sie ist der zweite Anhaltspunkt, der sichere Pol, an dem man sich in Pangea orientiert und durch den man einen wundervollen und komplexen Überblick über das Land bekommt.

 

Trotz der vielen rasanten Ereignisse geht der rote Faden niemals verloren und es ist nicht nötig ein paar Seiten zurück zu blättern, weil man Zusammenhänge nicht verstanden hat. Im Gegenteil: Ein fließender und abwechslungsreicher Schreibstil machen die gesamte Geschichte zu einem reißenden Strom, von dem man einfach mitgespült wird. Unerwartete Ereignisse und eine Reihe von Geheimnissen steigern die Spannung, auch wenn man nach den letzten Seiten immer noch weiter grübelt, da nicht alles aufgeklärt wird. Das gilt vor allem bezüglich der Kalmare (riesige, an Land lebende Lebewesen mit außerordentlicher Intelligenz und die eigentlichen Bewohner Pangeas) und dem weiteren Fortleben der Oris und Saris. Hier ist es ein wenig schade, dass man nicht mehr erfährt.

 

Im Regal ist das Buch ein Blickfang, denn die Aufmachung ist sehr ansprechend. Auch der Klappentext passt zum Inhalt und verrät nicht so viel, aber bringt genügend Informationen mit, um das Interesse zu wecken.

 

Fazit

Ein Roman, der vielleicht in die Jugendliteratur fällt, aber auch für alle jene ansprechend ist, die sich gerne in fremde, unerforschte Welten versetzen. Ein von Anfang bis zum Ende spannendes Buch mit unvorhersehbaren Ende und einer schmackhaften Mischung aus Liebe, Verrat und der Suche nach dem Ort auf der Welt, den man Zuhause nennt.

 

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Pangea – Der achte Tag

Autor: Andreas Schlüter, Mario Giordano

Gebundene Ausgabe, Format 22 x 13 x 4,5 cm

Seitenzahl: 477

Verlag: cbj Verlag, München, April 2008

Umschlaggestaltung: HildenDesign, München, Motiv: Maximilian Meinzold

ISBN: 978-3-570-13554-9

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.05.2008, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06