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Perry Rhodan – Das größte Abenteuer von Andreas Eschbach

Rezension von Christel Scheja

 

Perry Rhodan dürfte mittlerweile seinen Titel als »Längste SF-Serie« der Welt mit Fug und recht behauptet. Gestartet im Jahr 1961 und mit mittlerweile über 3000 Heften ist sie auch ein Spiegel der Zeit und zeigt, wie sich das Genre hierzulande verändert hat. Aber da die Leserschaft inzwischen arg überaltert, sucht man auch immer wieder neue Wege, um die Serie jüngeren Generationen schmackhaft zumachen. Das geschieht nicht nur durch auch für Einsteiger leicht zu verstehende Zykleneinstiege, sondern auch durch Prestigeprojekte wie den hier vorliegenden Roman Perry Rhodan – Das größte Abenteuer, verfasst von Erfolgsautor und »Perry Rhodan«- Kenner Andreas Eschbach.

 

Schon in seiner Jugend zeichnet sich Perry nicht nur durch seine Reaktionsschnelligkeit aus, sondern auch die Bereitschaft, mit wachen Augen durch die Welt zu gehen, sich seine eigene Meinung zu bilden und der Menschlichkeit zu folgen. Auch wenn ein Schicksalsschlag seine Kindheit überschattet, er viele Jahre bei Verwandten verbringt, so schließt er doch oft genug Freundschaft mit Außenseitern und versucht immer wieder zu vermitteln.

Dennoch schlägt der Jugendliche mit dem pazifistischen Herzen schon früh eine militärische Laufbahn ein – ein Internat bereitet ihn auf West Point vor und danach tritt er in die noch gar nicht so alte Air Force ein – mit einem Wunsch im Kopf, der ihn niemals loslassen wird – er will hinaus zu den Sternen fliegen, wie die Helden in den Romanen aus seiner Kindheit.

Zunächst sieht es auch so aus, als würde sich sein Traum erfüllen, denn er wird Teil eines streng geheimen Projekts.

Doch dann bricht alles zusammen, weil ein Präsident den Weg nicht mehr weiter verfolgen will, sondern mehr auf die Entwicklungen der NASA setzt. Perry wird erst einmal wieder einer von vielen – ein Pilot, der im Vietnamkrieg dienen muss.

Erst als ein Projekt der NASA in einem Desaster endet, schlägt seine große Stunde … als einer der bedeutendsten Astronauten der Space Force ist die Erfüllung seines Traums schließlich gekommen.

 

Es gab immer wieder Ansätze und Versuche, die Kindheit und Jugend Perry Rhodans innerhalb der Romanreihe oder irgendwelcher Sonderbände zu thematisieren, aber diese sind mehr oder weniger untergegangen, haben nur eine kleine Gruppe unter den Fans und denen, die es werden wollten, erreicht. Zudem hat keiner davon wirklich erklären können, warum ein Mann wie Perry Rhodan im Militär war und wann die Geschichte dieses Universums eigentlich abgebogen ist.

Andreas Eschbach, der selbst mit der Serie aufgewachsen ist und schon einige Romane der Heftserie verfasst hat, wagt sich nun an diese schwierige Aufgabe. Er verwendet die bisher bekannten Fakten, um den Lebensweg des jungen Helden zu erzählen, interpretiert aber die ein oder andere Kleinigkeit neu und tut vor allem eines – er bindet den Helden in das historische Zeitgeschehen ein.

1936 geboren bekommt Perry natürlich auf seine Art und Weise den zweiten Weltkrieg und die Zeit danach mit. Er muss als Kind einiges an Anfeindungen ertragen, weil er einen deutschen Großvater hatte und gibt diese dunklen Gefühle doch nicht weiter, als er sich mit einem afroamerikanischen Jungen anfreundet, der ihn ohne es zu forcieren mit Leuten wie Martin Luther King in Kontakt bringt. Tatsächlich entwickelt Perry schon früh eine humanistische und weltoffene Sicht der Dinge, steht für seine Überzeugungen ein und entscheidet nach seinem Gewissen – auch wenn man von ihm als Soldat eigentlich Kadavergehorsam erwartet.

Dem Autor gelingt es plausibel zu erklären, warum sich Perry tatsächlich in Militärschule, West Point und der Air Force behauptet kann, wie er selbst im Geheimprojekt und später der Space Force wichtig wird und dabei doch nicht seine Prinzipien verliert.

Der Leser wird zwar schnell merken, dass vieles bekannt und vorgegeben ist, aber die Geschichte bleibt trotzdem spannend, da Eschbach ein begnadeter Erzähler ist, der seine Leser und Zuhörer in den Bann zu schlagen weiß. Er fängt die historische Wirklichkeit genau so lebendig ein wie auch den Moment, in der die Zeitlinie des Perryversums beginnt, hat ausgezeichnet recherchiert und interpretiert.

Da kann man auch verzeihen, das Perry natürlich über jeden Zweifel erhaben geschildert wird und Fehler so gut wie gar nicht auf seine Kappe gehen, er auch so gut wie keine menschlichen Schwächen aufweist, weder in moralischer noch gefühlsmäßiger Hinsicht.

Alles in allem lässt sich das Buch sehr gut lesen, der Stil ist flüssig, die Geschichte bietet immer wieder interessante Wendungen und schließt auch mit ein paar neuen Erkenntnissen ab.

 

Fazit

Alles in allem ist »Perry Rhodan – Das größte Abenteuer« die gelungen gestaltete Vorgeschichte eines Helden, der viele Science Fiction Fans seit mehr als fünf Jahrzehnten begeistert und vielleicht durch den Brückenschlag nun auch neue Leser gewinnen kann. Dieses Buch macht tatsächlich einen spannenden Einstieg möglich und Lust auf mehr.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Perry Rhodan – Das größte Abenteuer

Reihe: Perry Rhodan

Autor: Andreas Eschbach

gebunden, 846 Seiten

Fischer TOR, Februar 2019

 

ISBN-10: 3596701457

ISBN-13: 978-3596701452

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07JNDQZWY

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 01.03.2019, zuletzt aktualisiert: 15.03.2019 13:00