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Rauch und Schatten von Tanya Huff

Reihe: Tony Foster

Rezension von Christel Scheja

 

Nach ihrem Ausflug zu den „Chroniken der Hüter“ ist Tanja Huff wieder zu vertrauten Personen zurückgekehrt, denn Tony Foster und der charismatische Vampir Henry Fitzroy sind keine Unbekannten für die Leser der „Chroniken des Blutes“. Damals hat sich der unsterbliche Nachtwandler des aufgeweckten Straßenjungen angenommen und dafür gesorgt, dass er sein Leben in den Griff bekam. Als Gegenleistung nährte Tony ihn und wurde – wenn auch freiwillig – sein Geliebter.

 

Inzwischen ist Tony von Toronto nach Vancouver gegangen. Er arbeitet als Regieassistent bei der Fernsehserie „Darkest Nights“, in der es um einen Vampirdetektiv geht. Obwohl er seit Anfang an dabei ist, hat er noch immer nicht herausgefunden, wie die Spezialeffekte funktionieren, denn das Budget der Serie ist mehr als gering und der Produzent ein Geizkragen. Aber Tony gefalle die Leute und seine Arbeit, deshalb möchte er sie nicht missen.

Henry ist da schon skeptischer, denn er weiß nicht, ob er sich über die seltsamen Vorstellungen der Fernsehleute über Vampire amüsieren oder aufregen soll. Nach dem Debakel mit Vicky, die ihre eigenen Wege gegangen ist, ist er ebenfalls nach Vancouver gekommen.

Dann bemerkt Tony, dass die Schatten auf dem Set ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Er versucht seine Beobachtungen zunächst zu verdrängen und auf überreizte Phantasie zu schieben, doch bald schon wird er eines Besseren belehrt. Er findet während einer Drehpause die Leiche einer jungen Schauspielerin. Sie ist von keinem menschlichen Wesen ermordet worden, das sieht er sofort.

Aber was kann ihr das Leben genommen haben? Er findet Antwort bei der alten Frau namens Arra, die sich um die Spezialeffekte kümmert. Sie scheint ebenfalls zu wissen, was los ist, will aber zunächst nichts sagen. Erst als sie merkt, dass sie Tony vertrauen kann, da er ja selbst mit übernatürlichen Wesen vertraut ist, erzählt sie ihm, dass die Erde in großer Gefahr ist. Durch ein Tor drängen gefährliche Wesen in diese Welt. Sie selbst stammt ebenfalls aus einer anderen Dimension und hat als Magierin lange Zeit gegen den „Herrn der Schatten“ gekämpft, bis alles verloren war. Doch ihre Flucht scheint nicht unbemerkt geblieben zu sein. Die Dunkelheit hat den Zugang zu unserer Welt gefunden und bereitet nun eine heimliche Invasion vor. Nun ist guter Rat teuer, denn wie bekämpft man Schatten und Rauch?

 

„Rauch und Schatten“ ist wie alle Dark Fantasy Romane von Tanya Huff mit einem Augenzwinkern geschrieben. Auch wenn die Geschehnisse erst sind, so bewahren ihre Hauptpersonen doch wenigstens etwas Humor und versuchen ihre Angst herunter zu spielen. Dabei gleitet die Handlung jedoch niemals in Albernheiten ab. Statt dessen findet man die meisten der kauzigen Charaktere sehr schnell sympathisch und amüsiert sich diesmal köstlich über die Seitenhiebe gegen diverse Fernsehproduktionen im Speziellen und das Medienbusiness im Allgemeinen. Man mag fast glauben, dass die Autoren dort eigene Erfahrungen mit Produzenten und Regisseuren verarbeitet hat, denn das Setting ist sehr glaubwürdig und lebendig geschildert.

Auch mutiert Henry nicht zu einem Super-Vampir. Er ist den einfachen Menschen zwar durch seine Erfahrung und seine Körperkräfte überlegen, aber er macht auch Fehler und besitzt Schwächen, die ihn nicht unüberwindbar machen. Eine davon ist wohl auch Tony, der sich zu einer eigenständigen Person gemausert hat und eigenwillig seinen eigenen Weg geht.

Die homosexuelle Beziehung zwischen den beiden wird übrigens zwar immer wieder einmal erwähnt, aber nicht in den Vordergrund gespielt.

Die Spannung kommt übrigens auch nicht zu kurz – Tanya Huff besitzt das Talent genau den goldenen Mittelweg zwischen Beziehungsbeschreibungen, Dialogen und Action zu finden. Es fällt schwer, den Roman wirklich aus den Händen zu legen.

Und auch wenn man „Die Chroniken des Blutes“ nicht kennt, findet man schnell Zugang zu den Figuren, da es nur selten kleine Rückbezüge auf die Vergangenheit gibt. Daher kann man auch als Neuleser problemlos einsteigen.

 

„Rauch und Schatten“ weiß von der ersten bis zur letzten Seite uneingeschränkt zu unterhalten. Wie die „Chroniken des Blutes“ werden die Abenteuer der Helden mit einem Augenzwinkern erzählt und manch ein Klischee, dass durch die schwermütigeren Romane entstanden ist, auf die Schippe genommen. Wen die homoerotische Beziehung zwischen den Helden nicht stört, der wird hier auf jeden Fall ungetrübten Lesegenuss vorfinden.

 

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Rauch und Schatten

Autorin: Tanja Huff

Reihe: Tony Foster

Broschiert - 496 Seiten

Feder & Schwert, erschienen Juni 2006

ISBN: 3-937255-80-X

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Dorothee Danzmann

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 27.06.2006, zuletzt aktualisiert: 12.05.2016 13:51