Reiter der Apokalypse (Autor: Michael McBride, God´s End, Bd. 1)
 
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Reiter der Apokalypse von Michael McBride

Reihe: God´s End, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Science Fiction, gepaart mit Horror, aber keinesfalls Fantasy versteckt sich hinter dem Debütwerk des amerikanischen Autors Michael McBride. „Reiter der Apokalypse“ ist eine alptraumhafte Weltuntergangsvision, in der alte Mythen nicht nur Auslöser sind, sondern zu einer grausamen Wahrheit werden.

 

Alles beginnt in einem Flüchtlingslager im Nordiran, wo die amerikanische Armee und Militärärzte versuchen, das Leid der Menschen zu lindern, so gut sie eben können. Aber sie wissen, dass das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist und die meisten Patienten ihnen eher misstrauen. Wunderheiler wie der geheimnisvolle Muwth finden regen Zulauf und irritieren, weil sie ganz offensichtlich wirklich besondere Kräfte besitzen. Das ist das erste Mal, das Adam Newman mit ihm in Berührung kommt, ein junger Soldat, der nur in die Armee gegangen ist, in der Hoffnung, man würde ihm ein Studium bezahlen.

Dann werden die Soldaten plötzlich zurückgerufen, weil Syrien in das Land einmarschiert und islamische Extremisten drohen, in den USA selbst Atombomben zu zünden, wenn sich die Amerikaner nicht augenblicklich zurück ziehen würden.

Man organisiert die Flucht, doch da taucht plötzlich ein Panzer auf und zerschießt die Lastwagen. Nur vier Menschen überleben - Adam Newman, Peter Keller, Than Vu und David "Kotter" Cossgrove. Wieder ist es Muwth, der sie gerettet hat und nun auf der Flucht vor den Feinden in ein verwirrendes Felsenlabyrinth führt.

Dort müssen die vier Amerikaner erkennen, dass auch er besondere Pläne mit ihnen hat. Denn Muwth führt sie zu vier uralten Siegeln, die sich als die der vier Reiter der Apokalypse entpuppen. Er und drei seiner Begleiter werden zu Gefäßen dieser Untergangsboten, nur Adam bleibt frei und unverwandelt.

Auch in Amerika beginnen sich Dinge zu verändern und verwandeln und Menschen sterben plötzlich ohne Grund. Nur eine junge Frau namens Evelyn Hartmann und der junge Phoenix, der bisher von seinen Verwandten, die einer fanatischen und fundamentalistischen Sekte gefangen gehalten wurde, bleiben bei all dem Chaos am Leben. Kommt auch ihnen eine besondere Rolle zu?

 

„Reiter der Apokalypse“ ist ein tiefgründiges und schwer verdauliches Buch, das mehr bietet als Ekelszenen und vordergründige Action. Das Grauen liegt nicht nur in der glaubwürdigen Beschreibung der Szenen im Lager, bei denen er kein Blatt vor den Mund nimmt und auch schon einmal recht eklig wird, es schleicht sich auch nach und nach in den alltäglichen Szenen aus Amerika ein. Man merkt recht schnell, dass diese nicht nur bloßes Füllwerk sind, sondern auch einen tieferen Sinn erfüllen.

Denn kann es nicht sein, dass Muwth mehr als nur ein verrückter Heiler und Heiliger ist? Sondern viel mehr die Stimme Gottes, der diesen Weg wählt, um die Ergebnisse seine Schöpfung zu bereinigen, da diese mittlerweile ziemlich aus dem Ruder gelaufen ist?

Der Autor greift dabei zwar auf sehr klassische religiöse Motive zurück, die einige der erfahreneren Leser sicherlich schon zur Genüge aus dem Horror-Genre kennen, aber er erschafft damit einen eigenen düsteren Kosmos, der in sich stimmig ist und nach und nach immer mehr an Farbe gewinnt, je weiter die Geschichte voran schreitet.

Die Handlung ist geschickt aufgebaut, wenn sie auch gerade am Anfang noch etwas zu sehr in die Länge gezogen ist – aber der Eindruck verfliegt schnell. Man ist mehr darüber enttäuscht, dass das Buch zu schnell sein Ende findet und viele Fragen unbeantwortet bleiben.

 

Alles in allem versteckt Blanvalet in seiner Fantasy-Reihe einen waschechten Endzeit-Roman, der vor allem Freunde düsteren Horrors mit Science Fiction-Elementen gefallen dürfte, nicht aber denjenigen die unbeschwerte Abenteuer vor archaischer Kulisse mögen in der eher die Romantik oder der Spaß im Vordergrund stehen.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202403030237145eeaffc6
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Reiter der Apokalypse

Reihe: God´s End, Bd. 1

Autor: Michael McBride

broschiert, 556 Seiten

Blanvalet, erschienen November 2009

Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch von Michael Pfingstl

Titelbildgestaltung von Hildendesign unter Verwendung verschiedener Motive von shutterstock und Co.

ISBN-10: 3442266114

ISBN-13: 978-3442266111

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 02.02.2010, zuletzt aktualisiert: 17.10.2020 11:12, 9968