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Relic - Museum der Angst von Douglas Preston

Rezension von Christian Lange

 

Das Autorenduo Douglas Preston und Lincoln Child haben sich in der Schon vor einigen Jahren, genauer 1994, erschien der Thriller "Relic". Der Verlag Knaur hat das Buch für das deutsche Publikum unter dem Titel "Relic – Museum der Angst" veröffentlicht.

Für das Autorenteam Preston und Child war der Thriller der Auftakt einer Serie von erfolgreichen Romanen. Douglas Preston hat vor seiner literarischen Karriere in jenem Museum gearbeitet, um das es in diesem Buch geht.

Das Cover des ca. 560 Seiten starken Romans zeigt im oberen Drittel die Skyline New Yorks, im unteren eine Treppe, die nach unten führt. Die Mitte des Covers nennt in großen Buchstaben den englischen Titel des Romans. Da es zu diesem Buch verschiedene Ausgabe gibt, unterscheiden sich die verschiedenen Cover.

Außer zwei Sätzen zu den Autoren und kleineren Danksagungen, enthält das Buch noch eine Leseprobe des Romans "Attic", welcher auch vom Autorenduo verfasst wurde.

 

Inhalt:

Im New Yorker Museum of Natural Sciences werden zwei Jungen ermordet aufgefunden. Kein gutes Omen für eine Ausstellung zum Thema "Aberglauben", die in Kürze eröffnet werden soll. Während die Museumsleitung die Angelegenheit totschweigen will, machen sich neben der Polizei und dem FBI auch einige der Wissenschaftler auf die Suche nach dem Mörder…

 

Ein Buch, das in der Kategorie Thriller veröffentlicht wird, sollte vor allem spannend sein. Leider hapert es bei "Relic" genau an diesem Punkt, denn schon ab dem ersten Kapitel ist klar, worauf die Story hinauslaufen wird.

Sicherlich gibt es die eine oder andere leidlich überraschende Wendung, aber letztlich bleibt die Handlung von Anfang an vorhersehbar.

 

Das liegt vor allem an der Art und Weise, wie die Autoren ihr Buch aufgebaut haben. Sie beginnen mit einem Prolog, der dem Leser schnell klar macht, worum es geht. Ohne diesen Prolog wäre sicher mehr Spannung möglich gewesen. Aber so nimmt man als Leser nur an der Unwissenheit der Charaktere teil, während man selbst den Hintergrund längst ahnt.

 

Dies wäre noch nicht einmal schlimm, denn die Entwicklung guter Charaktere zu beobachten, kann ein sehr spannendes Unterfangen sein. Doch gute Charaktere und deren Entwicklung sind noch komplizierter zu beschreiben, als eine spannende Handlung. Und so versagen die Autoren auch auf diesem Gebiet.

Die Protagonisten sind kaum mehr als Klischees. So findet man als Leser zwar schnell Zugang zu diesen Figuren, aber sie bleiben trotzdem farblos und leer. Als Leser nimmt man an Ihren Ängsten nicht wirklich Anteil.

 

Zudem überfällt das Autorenduo den Leser mit einer großen Anzahl handelnder Figuren. Dabei wird es schnell problematisch zwischen den wechselnd auftauchenden Wissenschaftlern und Polizisten zu unterscheiden, wer hier die wichtige Person und wer nur "Kanonenfutter" ist.

 

Die relativ große Gruppe handelnder Personen beschert den Autoren aber auch ein weiteres Stilmittel. Um die geringe Spannung zu halten, wechseln sie Autoren sehr oft von einer Person zur Anderen bzw. wechseln häufig die Schauplätze.

Das ist zwar ein legitimes Mittel, fällt aber gerade zum Schluss negativ auf, da hierdurch das Finale unnötig in die Länge gezogen wurde.

 

Douglas Preston, der am Ort des Geschehens gearbeitet hat, wollte seine Insiderinformationen wohl um jeden Preis in das Buch einbauen, um dem Ganzen einen möglichst realistischen Rahmen zu geben. Das betrifft nicht nur die Beschreibung der Örtlichkeiten, sondern auch die Darstellung verschiedener wissenschaftlicher Theorien und Arbeitsmethoden. Dieser Ansatz funktioniert aber nur bedingt.

Teilweise haben die Autoren diese Informationen für ihre Handlung benutzt und geschickt integriert. Insofern gaben sie dem Roman einen glaubwürdigen Hintergrund. Aber zuweilen schmücken sie die Story auch sinnlos mit solchen Informationen aus.

 

Das Buch beschreibt an einige Stellen recht genau, was den Opfern zugestoßen ist. Dabei handelt es sich zum Teil direkt um Szenen, in denen Menschen sterben, meist geht es aber um die Auffindung und den Zustand der Leichen.

Trotz der recht ausführlich beschriebenen Szenen, bauen die Autoren eher auf die Angst, die im Hinterkopf des Lesers entstehen soll, als auf plumpe Beschreibungen. Somit ist die dargestellte Gewalt im Rahmen des Vertretbaren und für einen Mainstream-Thriller wohl auch Nötigen.

 

Trotz aller Kritik haben es die Autoren trotzdem geschafft, ein Buch zu schreiben, dass man gut und zügig durchlesen kann. Die wissenschaftliche Theorie, die dem Buch zugrunde liegt, haben die Autoren verständlich dargelegt. Somit haben sie ein Buch geschrieben, dass sicher keine hohe

Literatur ist, aber nicht unberechtigt ein großer Verkaufserfolg war.

 

Der Erfolg war sogar so groß, dass es die Story in abgewandelter Form ins Kino geschafft hat. Der aus dem Jahr 1997 stammende Film "Relics" ist das Ergebnis.

Seltsamerweise hat man bereits beim Lesen das Gefühl, dass die Art und Weise, wie das Buch ausgebaut ist, eher an die Mitschrift eines Kinobesuchers erinnert, als an einen eigenständigen Roman.

 

Fazit:

"Relic" ist sicherlich kein Meisterwerk des Thriller-Genres. Kaum spannend und schlechte Charaktere sind Gründe das Buch eher nicht zu lesen. Trotzdem haben die Autoren es geschafft, ein Buch zu schreiben, das zumindest durch seine wissenschaftliche Hintergrundidee unterhaltsam ist.

 

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Eure Meinung:

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Relic - Museum der Angst

Autor: Douglas Preston

Broschiert - 558 Seiten - Droemer Knaur

Erscheinungsdatum: April 1997

ISBN: 3426603586

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 12.06.2006, zuletzt aktualisiert: 03.04.2021 17:24