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Rosen unter Marias Obhut von Oyuki Konno

Reihe: Rosen unter Marias Obhut – Light Novel, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Die romantische Erzählung „Rosen unter Marias Obhut“ spielt an einer elitären japanischen Mädchenschule und ist eine sogenannte „Light Novel“. Diese, speziell an Jugendliche gerichteten Romane zeichnen sich durch eine abenteuerliche Handlung mit vielen Dialogen, Illustrationen im Mangastil und einem sehr einfach gehaltenen Stil aus. Sie wollen die Leser in erster Linie unterhalten und nicht belehren.

Nachdem die kleinformatigen Bücher in Japan in den letzten Jahren höchst beliebt wurden, hofft man auch hier die von Manga und Anime begeisterten Jugendlichen mit interessanten Themen zum Lesen zurück zu führen. Ob dem engagierten Projekt von Tokyopop dies gelingt bleibt abzuwarten.

 

Auf der katholischen Lilian High School werden alte Traditionen sehr ernst genommen. Seit ihrem Bestehen ist es dort Sitte, dass ältere Schülerinnen jüngere aus dem ersten Jahrgang als „petite soer“, als jüngere Schwester, annehmen und diese in alles einführen. Besonders beliebt ist es, von jemandem aus der elitären Schülervertretung, der „Yamayurikai“ betreut zu werden, und so streben viele der jüngeren danach einer dieser „Rosen“ aufzufallen.

Auch wenn sie davon träumt, so würde Yumi es doch nicht wagen, sich bei der älteren Schülervertreterin Sachiko anzubiedern, obwohl diese gerade kein anderes Mädchen betreut. Doch leider fällt sie Sachiko unangenehm durch den Sitz ihrer Kleidung auf und wird dabei auch noch fotografiert.

Ist das eine Chance „petite soer“ der Angebeteten zu werden? Als Yumi fragen will, ob das Foto veröffentlicht werden darf, befindet sie sich plötzlich in der Situation, es zu werden. Doch sie lehnt ab, als sie erkennt, dass Sachiko dies nicht aus völlig uneigennützigen Motiven tun will. Die anderen scheinen sie dazu nötigen zu wollen und stacheln sie jetzt auch noch zu einem Wettbewerb an.

Yumi ist nicht gerade begeistert. Doch sie beginnt über ihre Entscheidung nachzudenken, als sie bei den Vorbereitungen zum Schulfest und dem dort aufgeführten Theaterstück mitbekommt, was eigentlich mit Sachiko los ist.

 

„Rosen unter Marias Obhut“ spielt vor einem unwirklichen Hintergrund und erscheint eher wie ein Märchen. Die Verwendung christlicher Elemente wirkt zwar etwas seltsam, geht aber nicht über irgendwelche Grenzen. Das Thema des Mangas ist eigentlich Freundschaft und die Verantwortung, die daraus erwächst. Yumi, die Heldin merkt, sehr schnell, dass mehr hinter der „schwesterlichen Beziehung“ stecken kann, als nur die Bemutterung durch eine – womöglich noch bedeutende Mitschülerin.

Sie lernt, dass auch sie als „petite soer“ einen aktiven Part übernehmen kann, und das tut sie im Laufe des Mangas immer mehr. Vor allem die Selbstverantwortung der jungen Mädchen und ihre persönliche Entwicklungen stehen im Vordergrund, nicht unbedingt das Anhimmeln eines Schwarms oder die Liebesbeziehung zu einem Jungen. Das hebt „Rosen unter Marias Obhut“ wohltuend von der Masse anderer Schulgeschichten ab und ist vor allem für die Leserinnen interessant, denen Liebe und junge Männer noch nicht so wichtig sind.

 

Der Inhalt des ersten Romans ist identisch mit dem bei Tokyopop erscheinendenden Manga, und erzählt eine klassische Schulgeschichte, wie sie so wahrscheinlich kein westlicher Autor verfassen würde. Das macht das Buch zu einem exotischen Ausflug – auch wenn die Frage bestehen bleibt, ob die Leserinnen nicht weiterhin den Manga bevorzugen.

Eure Meinung:


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Rosen unter Marias Obhut

Reihe: Rosen unter Marias Obhut – Light Novel, Bd. 1

Autorin: Oyuki Konno

broschiert, Kleinformat 288 Seiten

Tokyopop, erschienen November 2006

ISBN 3-86580-911-1

Übersetzung aus dem Japanischen von Satomi Kudo und Dorothe Überall

Titelbild und Innenillustrationen von Reine Hibiki

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.11.2006, zuletzt aktualisiert: 12.04.2019 10:59