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Rückkehr aus dem Reich der Toten von Jason Dark

Reihe: Geisterjäger John Sinclair

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

In einem Schloss an der Westküste Englands hauste vor hundert Jahren ein gewisser Orlock, den man auch den Schänder nannte, denn viele junge Frauen fielen ihm zu Opfer, bis man ihn lebendig einmauerte.

Jetzt kehrt der Orlock aus dem Reich der Toten zurück, und John Sinclair und Suko stellen sich ihm zum Kampf ... Ein paar Tage später begegnet John zum ersten Mal der Königin von Saba - und muss ihr zur Seite stehen gegen ihre furchtbare Feindin Layana ...

 

Rezension:

„Geisterjäger John Sinclair" gehört mit zu den erfolgreichsten Heftromanserien Deutschlands. Viele andere hat sie bereits überlebt, und der Autor, unter dem Pseudonym Jason Dark bekannt, dürfte inzwischen ebenso in die Analen eingegangen sein.

 

Die große Zeit der Heftroman-Serien scheint dennoch vorbei zu sein.

John Sinclair trifft man zwar noch an fast jedem Kiosk oder auch im Supermarkt an, aber selbst in dieser Serie sind bereits viele Auflagen eingestellt worden, zuletzt die dicken Doppelhefte „John Sinclair Special".

 

Bastei aber lässt die Fans der Serie nicht ganz im Stich. Neben den, noch immer regelmäßig erscheinenden Taschenbüchern gibt der Verlag seit einigen Jahren Sammelbände in Taschenbuch-Format heraus, die mit jeweils acht Heftromanen gefüllt sind. Für Sammler nicht unwichtig: Die Einzelromane sind nach ihrer ursprünglichen Erscheinungsweise angeordnet.

 

In diesem neuen Sammelband vereinen sich demnach die Bände Nr. 462 bis 469. Da die Geschichten ursprünglich aus den 80ern stammen und, abgesehen von der Neuen Rechtsschreibung, nichts geändert worden ist, wirklich ein interessanter Blick in die Vergangenheit der beliebten Serie.

 

„Wo der Orlock haust" besteht heute ein Mädcheninternat. Schon eine Ironie des Schicksals, war der Orlock doch dafür bekannt, Jagd auf junge Mädchen zu machen und sie zu töten. John Sinclair und Suko geraten eher zufällig in die Gegend. Sie wollen Nachforschungen zu einem anderen Fall anstellen, als sie Zeugen von unglaublichen Ereignissen werden.

 

Ein interessanter erster Teil, der mit einem schönen, gepflegten Cliffhanger beendet wird. Da knurrt man selbst heute in dem Sammelband noch.

 

„In den Fängen eines Teufels" finden sich die beiden Mädchen Alex und Mara wieder. Der Orlock jagt sie durch ein unterirdisches Labyrinth, und die Freundinnen beginnen allmählich zu zweifeln, ob es überhaupt einen Ausgang gibt. Bis ihnen John Sinclair entgegenkommt ...

 

Hier hätte der Verlag vielleicht noch einmal drübersehen sollen. Der Hausmeister, der Sinclair und Suko im ersten Teil die Tür geöffnet hat, kennt die beiden plötzlich nicht mehr, und dem Leiter des Internats wollen sie nicht mehr begegnet sein, dabei haben sie sich im ersten Teil über mehrere Seiten mit ihm unterhalten. Kleine Schnitzer, die in den wöchentlichen Heften vielleicht nicht auffielen, kommen in einem Sammelband nicht ganz so gut.

 

Das „Gemälde des Grauens" malte Antonio Vargas und wollte es vernichten, weil er die unheilige Kraft hinter diesem Bild spürte. Doch dazu kam es nicht. Statt dessen hängt das Gemälde jetzt in einer Ausstellung, die die beiden Freundinnen von John Sinclair, Jane Collins und Lady Sarah Goldwyn, besuchen. Jane fühlt eine Gefahr von dem Bild ausgehen - und sie ahnt nicht, wie nahe sie der Wahrheit damit kommt ...

 

Spannender Einzelroman, in dem der Autor seine Stärken deutlich zeigt. Der große Showdown am Ende ist zwar vorhersehbar, büßt aber dennoch nichts von seiner Spannung ein.

 

„Heute Engel - Morgen Hexe" ist der Beginn eines weiteren Zweiteilers um die Königin von Saba und ihre Kontrahentin Sayana. John Sinclair wird zu einem Haus gerufen, in dem es wohl einen Mord gegeben hat. Er findet das „Opfer" auch, doch kurz darauf lebt die junge Frau wieder. Bevor sie zu Bewusstsein kommt, schlüpft etwas aus ihrem Mund, etwas, das sehr gefährlich ist, wie Sinclair schnell erkennt ...

 

Hier hakt der Autor auf die, in den 80ern bestehende esoterische Strömung ein. Damals war es „schick", sich als moderne Hexe zu outen. Die Überraschung am Ende ist allerdings gelungen.

 

„Die Königin von Saba" ist ein Mythos, oder nicht? John Sinclair ist sich nicht so sicher, nachdem er das riesige Ankh auf der Hexeninsel gefunden hat. Offenbar lebte die legendäre Gestalt doch, und hinterließ der Welt ein eigenartiges Erbe: Ein gewaltiges Henkelkreuz, das Sinclair mit Hilfe der britischen Marine bergen will. Schwerer Fehler!

 

Etwas verwirrend kommt dieser Roman daher. Das Ankh wird zum Spielball verschiedener Mächte, die einen gut, die anderen böse. Irgendwie kann man da leicht den Überblick verlieren. Ein Minuspunkt für diesen genialen Namen: Jenna Jensen.

 

„Der Nebelmörder" ist zwar nicht so bekannt wie Jack the Ripper, aber wollte in dessen Fußstapfen treten. Leider hat’s nicht ganz gereicht, ein Remis der beiden beendet das Leben des Nacheiferers. Bis, 50 Jahre später, jemand auftaucht, der auftritt und sich verhält wie der Nebelmörder - und das auch noch gerade, als ein Film über den echten anläuft. Wenn das keine Publicity bringt!

 

Eine Studie der verschiedenen Nebelstufen Londons, so könnte man diesen Roman auch nennen. Leider war die Rezensentin noch nie in der englischen Hauptstadt, kann also nicht so ganz entscheiden, ob die verschiedenen Nebeldichten tatsächlich der Realität entsprechen. Hier aber kam die Auflösung doch etwas überraschend. Zwar beäugt man den Täter etwas misstrauisch, hat aber nicht unbedingt das Aha-Erlebnis, wenn er enttarnt wird.

 

„Grab-Phantome greifen an", und sie tun dies in der Nähe von Köln. John Sinclair kommt seinem deutschen Kollegen Will Mallmann zu Hilfe - na ja, eigentlich sollte es eher ein Wochenendausflug werden. Doch dann wird in einer alten Kirche ein Metallkreuz gefunden, das verblüffende Ähnlichkeit mit dem silbernen Kreuz des britischen Geisterjägers aufweist. Und etwas geht um, auf dem alten Friedhof der Kirche.

 

Huch, da stolpert man ja mal über Leichen! Bisher waren es in diesem Sammelband noch nicht allzu viele, zudem nicht mit einem so dramatischen Auftritt wie diese hier. Die düstere Friedhofsstimmung wurde auf jeden Fall hervorragend umgesetzt, und für die Recherche gibt es auch noch einen Pluspunkt.

 

„Tödlicher Flammengruß" war nicht gerade das, was die U-Bahn-Fahrgäste erwartet hatten. Doch dann breitet sich mitten im Tunnel ein riesiger Feuerball aus. Nach dem Unglück stellt sich heraus, dass nicht eine einzige Leiche zu finden ist. Sinclair und Suko werden hinzugezogen. Und ihre Ermittlungen gehen in eine ganz andere Richtung als die der normalen Polizei.

 

Eher ein schwächerer Band der Reihe. Das Thema wirkt zu gekünstelt, zu intellektuell für einen handelsüblichen Heftroman, dabei ist es durchaus spannend zu lesen. Interessant hier, wie man doch von Vermissten auf die Lösung des Falles kommt. Hat ein bisschen was von „an den Haaren herbeigezogen" ...

 

Alles in allem eine spannende, leicht nostalgische Lektüre aus der eigenen Jugendzeit. Macht Spaß, das Buch zu lesen, zudem ist es für die Seitenzahl preisgünstig. Auch bei heißem Hochsommerwetter lesbar.

 

Eure Meinung:


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Rückkehr aus dem Reich der Toten

Reihe: Geisterjäger John Sinclair

Autor: Jason Dark

Broschiert: 798 Seiten

Verlag: Lübbe; Auflage: 1 (März 2006)

ISBN: 3404739590

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.07.2006, zuletzt aktualisiert: 12.05.2016 13:51