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Saint Domina von Dirk van den Boom

Rettungskreuzer Ikarus Anthologie

Rezension von Ramona Schroller

 

 

Klappentext:

Fünf Geschichten von fünf Autorinnen und Autoren beleuchten verschiedene Aspekte des ständig expandierenden Ikarus-Universums. Dieser Band enthält Kurzgeschichten von Irene Salzmann, Norbert Seufert, Achim Hiltrop, Armin Möhle und Dirk van den Boom.

 

Rezension:

Hallelulija, die neue Antho von Ikarus ist da! Immerhin, fünf Geschichten enthält der schmale Band. Aber Geschichten, die eindeutig Lust auf mehr machen. Kleine Appetit-Häppchen, nach denen man schnappen möchte. Da ist die geringe Seitenzahl eher ein Wermutstropfen als ein Vorteil. Ich bin sicher, es hätte auch ein bißchen mehr sein dürfen.

 

Aber sehen wir uns den Inhalt einmal näher an:

 

Die Titelstory kommt von Irene Salzmann. In Saint Domina geht es ein wenig … nun anrüchig vor. Immerhin befinden wir uns hier auf einem Bordellschiff, was dem Captain der Ikarus so gar nicht schmecken mag. Noch weniger gefällt ihm übrigens, daß ausgerechnet Sonja offensichtlich etwas näher bekannt ist mit der Betreiberin das interessanten Schiffes. Und was macht ein Priester an Bord eines fliegenden Sündenbabels?

 

Gewohnt witzig, mit einigen Tiefschlägen in die richtige Richtung, so präsentiert sich Salzmann hier. Kein Wunder, daß diese Story die titelgebende ist, sie ist auch eindeutig das Highlight.

 

Wobei nicht gesagt ist, daß die anderen Geschichten weniger wert wären, im Gegenteil! Die beweist Armin Möhle mit seinen "Geistern von Krocker IV" sogar sehr eindrucksvoll.

 

Eine Expedition auf einem unerforschten Planeten hat einen Unfall. Die Crew der Phönix, eines Schwesterschiffes der Ikarus, sieht sich einem aussichtslosen Kampf gegenüber. Wäre da nicht das verunglückte Expeditionsmitglied …

 

Armin Möhle beweist mit dieser Geschichte, daß SF nicht immer brüllend laut und voller Knalleffekte sein muß. Die gibt es zwar auch, aber längst nicht so viele. Möhle setzt eher auf leise Töne und rechnet mit der Nachdenklichkeit seiner Leser. Eine wundervolle Geschichte.

 

Achim Hiltrop sagts (fast) mit Caesar: "Veni, vidi, vinci". Eine Söldnerin stellt eine Gruppe zusammen, um in einen Industriekomplex einzubrechen. Daß es dabei zu einigen … sagen wir kleinen Zwischenfällen kommt, ist fast selbstverständlich.

 

Hiltrop setzt auf das überraschende Instrument sowie auf viel Action und Technik. Dabei spart er allerdings auch nicht mit Witz. Interessante Geschichte mit Schmunzelfaktor.

 

Norbert Seufert setzt dagegen auf "Experimente", die er ein Mitglied der Ikarus machen läßt: Und zwar den baumähnlichen Pentakka Thorpa. Die Auflösung hier ist mehr als nur zum Schmunzeln. So hat man doch mal eine Ahnung davon, was der Herausgeber so alles für Talente hat …

 

Und last but not least kommt Dirk van den Boom selbst zu Wort. Mit "Sternenform" hat er darüber hinaus eine interessante Kurzgeschichte geschrieben, die seine Selbstaussage (Er kommt mit Kurzgeschichten überhaupt nicht zurecht) ad absurdum führt.

 

Und wieder ist es Thorpa, der diesmal, lang nach seinen Eskapaden auf der Ikarus, längst zu einem angesehenen Wissenschaftler aufgestiegen, versucht, ein auserirdisches Kind in die Gesellschaft zu integrieren. Was aber Thorpa nicht weiß, dieses Kind ist kein gewöhnliches Kind …

 

Alles in allem ist die schmale Anthologie ein Lesegenuß, auch dazu geeignet, Neuleser zu werben und neugierig auf die vielschichtige Welt(en) des Ikarus-Universums zu machen.

 

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Titel: Saint Domina

Reihe: Ikarus

Herausgeber: Dirk van den Boom

Taschenbuch - Atlantis Verlag

ISBN: 3936742588

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 23.08.2005, zuletzt aktualisiert: 10.10.2019 16:53