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Salzträume – Teil 2 von Ju Honisch

Rezension von Christel Scheja

 

Aufgrund seines Umfangs veröffentlichte Feder und Schwert den zweiten Roman von Ju Honisch in zwei Bänden. Etwa einen Monat nach dem ersten Teil erschien auch der zweite von „Salzträume“ und setzt genau dort an, wo das vorhergehende Buch aufhörte. Eine ausführliche Zusammenfassung der vorhergehenden Ereignisse erleichtert den Einstieg ungemein.

 

Ein skrupelloser Professor und sein Team arbeiten in einem geheimen Labor an der Fertigstellung einer gefährlichen Waffe, die Magie in militärische Zerstörungskraft umwandeln soll. Es fehlt nicht mehr viel, um sie fertig zu stellen und dann dem Kaiser als ultimative Drohung gegenüber den Nachbarn fertig zu stellen – ein letzter Testlauf und die Energie, die sie betreiben soll. Denn nur die Lebenskraft von Fey und Si, oder Menschen, die diese Magie in sich tragen, kann das Gerät überhaupt erst in Gang setzen.

Aus diesem Grund hat er Jäger angestellt, die Fey für ihn fangen sollen. Ins Auge gefasst haben die Männer bereits den Grafen Arpad, der ein ganz besonderer Si ist – ein Vampir, der Blut zum Überleben braucht. Besonders für einen bedeutet das eine besondere Art von Rache, hat sich der blaublütige Si doch seiner Meinung nach an seiner Verlobten vergriffen.

Derweil sind der britische Agent Philip Fairchild alias Delacroix und der Magier Aengus McMullen auf der Suche nach dessen Neffen Ian. Sie finden ihn zwar, aber er ist mittlerweile vom Geist des „Traumwebers“ besessen, der den menschlichen Leib nicht mehr hergeben will. Zudem sind sie in einen Höhlensystem im Inneren der „Toten Berge“ gefangen.

Drei Frauen kennen ihren Aufenthaltsort und versuchen sie zu retten. Sie vertrauen sich dabei den drei Saligen an, vorchristliche Göttinnen und Geister und werden zu deren menschlichen Gefäßen. Unter ihnen ist auch Corrisande Fairchild, die schwangere Gemahlin Philips und eine Operndiva, die nach und nach ihre Allüren abzulegen beginnt.

Tief im Inneren der Berge kommt es nun zu einem Aufeinandertreffen der Parteien und steigen Konflikten. Dabei zeigt sich, dass aller Schicksale enger miteinander verwoben sind, als gedacht. Der Traumweber wirft einen Liebeszauber über Charlotte und einen der Jäger, den jungen Leutnant von Orven, die beide schwerwiegende Entscheidungen treffen müssen. Aber letztendlich sind es die uralten Mächte der Berge, die die Wege der Helden und Schurken lenken und schließlich eine Entscheidung herauf beschwören, die das Schicksal von Mensch und Fey bestimmen wird.

 

Auch der zweite Teil von „Salzträume“ spielt wieder mit der Möglichkeit einer Welt, in der die Feenwesen und alten Geister nicht nur Legenden sondern Wirklichkeit sind, Technik und Magie eine interessante Symbiose eingehen. Interessant ist dabei vor allem das Setting, das viele Leser wahrscheinlich eher aus Operetten und Heimatfilmen kennt.

Auch wenn sich die Autorin mancher Elemente bedient, um die Umgebung vorstellbar zu gestalten, verzichtet sie bewusst darauf, auch den Kitsch mit einzubringen. Selbst der kurze Auftritt der Kaiserin Sisi ist wohl eher an die historische Wirklichkeit als an die Filme mit Romy Schneider angelehnt.

Ansonsten hat das Buch fast nur einen Schauplatz – das Höhlenlabyrinth unter den „Toten Bergen“, das die Menschen in seinem Bann hält und schließlich auch ein Opfer fordert, mit dem wohl niemand gerechnet hat.

Die Figuren bleiben auch jetzt wieder sehr lebendig, zeigen Eken und Kanten und neben ihren Stärken auch viele Schwächen. Natürlich erfüllen sie ihre Aufgaben, aber nicht alle kommen ungeschoren davon und einige verändern sich sogar sehr stark und das macht auch das ende interessant und unvorhersehbar, so dass bis dahin Spannung gewahrt ist. Immerhin beantwortet die Autorin fast alle im Roman aufgeworfenen Fragen, lässt sich aber auch noch ein Hintertürchen für Fortsetzungen offen.

Allerdings nimmt sich die Handlung sehr viel Zeit, um die Fäden miteinander zu verknüpfen, so dass man nicht unbedingt Action erwarten sollte. Die Geschehnisse werden von den Figuren beeinflusst und getragen, so dass es sehr viele Dialoge und Innensichten gibt, nicht unbedingt Zweikämpfe. Auch die Konflikte werden nur selten mit Gewalt gelöst.

 

Fazit:

Damit bietet „Salzträume“ auch im zweiten Teil eine zwar nur leidlich spannende, aber dennoch sehr interessante Geschichte geboten, in der alte Mythen mit modernen Intrigen verwoben werden. Die lebendigen Charaktere tragen ebenso wie die kleinen Details der Handlung und treiben sie voran, auch wenn man oft ein wenig Geduld braucht. Wem es nichts ausmacht, kaum Action serviert zu bekommen und sich auf die manchmal sehr lang gezogenen Gedankengänge einlassen kann, erhält jedenfalls eine interessante Lektüre, die ihrem Anspruch gerecht wird, eigenwillige Steampunk-Fantasy zu sein.

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Eure Meinung:

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Buch:

Salzträume – Teil 2

Autorin: Ju Honisch

Taschenbuch, 608 Seiten

Feder & Schwert, November 2009

Umschlaggestaltung: Oliver Graute

 

ISBN-10: 3867620636

ISBN-13: 978-3867620635

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.07.2010, zuletzt aktualisiert: 18.01.2019 08:39