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Samt & Säbel von Darlene Marshall

Rezension von Christel Scheja

 

Auch wenn Piraten und Freibeuter durch die „Fluch der Karibik“-Filme wieder in das Interesse einer breiteren Öffentlichkeit gerückt sind, so gehörten sie doch schon immer zu den romantischen Settings historischer Liebesromane und wurden ab und zu von Autorinnen als Hintergrund für eine leidenschaftliche Liebesgeschichte gewählt.

Doch dabei spielen die Geschichten aus dem karibischen Meer nicht unbedingt immer in der großen Zeit der Piraten, dem 17. Jahrhundert.

Oft genug wählen Autorinnen wie Darlene Marshall eine spätere Epoche, zumeist die Zeit nach dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, in dem sich die Vereinigten Staaten von Amerika erst als Macht zu konsolidieren begannen.

 

Auch „Samt und Säbel“ ist gegen Ende des 18. Jahrhunderts oder Anfang des 19. Jahrhunderts angesiedelt. Unzufrieden mit ihren Chancen in der Heimat verlässt die junge Witwe Amanda Stephenson England zu verlassen und in der neuen Welt ihr Glück zu versuchen.

Sie will dort eine Seifenmanufaktur aufbauen und ihre feinen und duftenden Pflege-Produkte gewinnbringend an die Frau oder den Mann bringen. Denn - so schätzt sie - auch dort haben die Wohlhabenden Interesse an einem Luxusprodukt. Doch ehe es dazu kommen kann läuft das Schiff vor der Küste Floridas unerwartet auf ein Riff auf.

Sofort ist ein Freibeuter zur Stelle, um sich an der Ladung gütig zu tun. Captain Sininster alias Morgan Roberts, bringt zwar die Mannschaft nicht um, nimmt aber Amanda gegen ihren Willen mit an Bord.

Er ist von der selbstbewussten und schönen Engländerin sogleich verzaubert, so als spüre er, dass sie die Richtige an seiner Seite ist. Deshalb bemüht er sich auf der nun folgenden Seereise wie ein britischer Gentleman um sie.

Amanda, die eigentlich nichts mit ihm zu tun haben will, kann sich seiner Freundlichkeit und Offenheit nicht verschließen. Auch wenn sie nicht von ihrem Plan ablassen will, auf eigenen Füßen zu stehen, spürt sie doch, dass alles viel einfacher wäre, wenn sie ein Leben an der Seite dieses Mannes in Betracht zieht.

Aber kann sie ihren Stolz letztendlich überwinden?

 

Darlene Marshalls Roman zeigt alle Qualitäten, die ein historischer Liebesroman normalerweise hat: Natürlich ziert sich die Heldin so heftig wie sich der Held um sie bemüht, und letztendlich siegt doch die Liebe über Stolz und Selbstbewusstsein, da man ja offensichtlich den Richtigen gefunden hat.

Anders als viele durchschnittliche Werke mit gleichem Thema verzichtet „Samt und Säbel“ allerdings auf all zu viel Kitsch. Natürlich ist das Werben des Kapitäns um seine kommende Braut romantisch - aber bleibt doch dicht an der Realität, ebenso wie das Verhalten der jungen Frau, die auch als Witwe noch auf ihre Art und Weise prüde ist.

Das macht den Roman erstaunlich gut lesbar, auch wenn natürlich einige erotische Szenen nicht fehlen dürfen.

Dafür erhält man aber einen gut recherchierten und atmosphärisch umgesetzten Roman, der das Freibeuterleben zu einer Zeit schildert, in der sich das Piratentum schon auf dem absteigenden Ast befindet und andere Werte auf dem Vormarsch sind.

 

Wer eine romantische Ader hat und es auch ein wenig deftiger mag, der wird an „Samt und Säbel“ sicherlich seine Freude haben. Freunde des Historienromans sollten aber auch nicht vergessen, dass in diesem Buch die Liebe die erste Geige spielt.

 

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Buch:

Samt Säbel

Autorin: Darlene Marshall

Taschenbuch, 448 Seiten

Heyne, September 2007

Übersetzerin: Barbara Schnell

Titelfoto von Fukuhara

 

ISBN 978-3-453-77169-7

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

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Erstellt: 04.09.2007, zuletzt aktualisiert: 13.09.2019 10:16