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Schatten und Licht von Jackie Kessler & Caitlin Kittredge

Reihe: Das Ikarus-Projekt, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

In Amerika sind Superhelden ein Teil der Jugend- und Popkultur. Schon von frühster Kindheit an, sind Jungen und Mädchen mit den maskierten Heroen vertraut. Hierzulande führen sie eher ein Nischendasein.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Autorinnen paranormaler Romanzen nun auch diese Welt als Hintergrund für ihre Geschichten entdecken und ganz eigene Geschichten erzählen.

So haben sich Comic Fan Jackie Kessler, deren Roman „Ein Sukkubus in Nöten“ gerade erschienen ist, und Caitlin Kittredge, Autorin der erfolgreichen „Nocturne-City“-Reihe sich zu einem aufwendigen Projekt zusammen getan: „Das Ikarus-Projekt“. Auch wenn die Geschichte im 20. Jahrhundert ihren Anfang nimmt, spielt sie doch im 22. Jahrhundert.

 

Metamenschen, die durch eine Veränderung ihrer Gene zu Mutanten mit besonderen Fähigkeiten geworden sind, gehören zum normalen Straßenbild und werden von dem Konzern Corp-Co, der sie ausbildet und betreut, zu Helden aufgebaut, die gegen die Männer und Frauen kämpfen, die sich von den Prinzipien der Firma abgewandt haben, und auch sonstige Verbrechen verhindern.

In dieser Welt wachsen Callie Bradford alias „Iridium“ und Joannie Greene alias „Jet“ auf und werde in den Akademiejahren zu sehr engen Freundinnen. Als „Licht“ und „Schatten“ beginnen sie ihre Karriere, doch schon bald trennen sich ihre Wege.

Wie bereits ihr Vater wehrt sich Callie gegen die Kontrolle und Beeinflussung durch die Firma und bricht aus, als sie entdeckt, dass man realen und fortwährende Beeinflussung an ihr und den anderen vorgenommen hat. Sie versteckt sich fortan und wird zur Herrin der Unterwelt von New Chicago. Jet bleibt weiterhin die strahlende Heldin, die die Menschen beschützt und Interviews mit der Presse führt.

Durch ihr Leben auf der Schattenseite der Gesellschaft weiß Iridium, dass Corp-Co. ein falsches Spiel treibt und wartet auf den geeigneten Zeitpunkt, um der Akademie schweren Schaden zuzufügen und ihren alten Kollegen und Freunden die Augen zu öffnen.

Währenddessen glaubt Jet weiter an das System und verteidigt es so gut sie kann. Bis auch ihr durch einen überraschenden Zwischenfall die Augen geöffnet werden und sie nachzudenken beginnt. Doch gibt es überhaupt eine Möglichkeit, aus dem System zu entkommen ohne dabei den gleichen Weg zu gehen wie Iridium?

 

Auch wenn an der Seite der beiden Heldinnen auch männliche Wegbegleiter stehen, die sie sehr schätzen und bewundern, spielt die Liebe nur eine untergeordnete Rolle in der Geschichte, da die Autorinnen sich sehr viel Zeit nehmen, ihre Heldinnen und deren Hintergrund aufzubauen.

Daher erzählen sie in Rückblenden auch immer wieder von den Akademiejahren, in denen die jungen Frauen erst lernen sich zusammenzuraufen und mit ihren Gaben zurecht zu kommen und sich dann doch in ganz andere Richtungen als erwartet entwickelt.

Das macht den Roman etwas komplexer als man es vielleicht gewohnt ist, auch wenn es durch Deckblätter eine deutliche Trennung gibt. Die Geschichte spielt mit den Gegensätzen – Schatten und Licht, schwarz und weiß, gut und böse. Ehe man sich versieht, kehrt sich so manches Klischee um und die Grenzen verwischen.

Sicherlich ist das alles nichts neues, wird aber sehr ansprechend und unterhaltsam präsentiert, dass sich auch Leserinnen zurecht finden können, die bisher keinen oder nur geringen Kontakt mit Superhelden hatten.

Die Leser finden eine interessante Geschichte vor sich, die tiefgründiger ist als gedacht und auch am Ende des ersten Bandes noch kein wirkliches Ende gefunden hat. Interessant ist dabei das Zusammenspiel der beiden Heldinnen, die eigentlich auf gegensätzlichen Seiten stehen und doch mehr miteinander gemeinsam haben, als sie bisher annahmen. Hier schlagen die Autorinnen eine Brücke in die Vergangenheit, in der sie noch eingeschworene Freundinnen waren.

Action gibt es auch, sie wird aber eher zurückhaltend eingesetzt. Im Mittelpunkt stehen mehr die Intrigen, die hinter dem Rücken der Heldinnen gesponnen werden und ihre Interaktionen in ihrem Umfeld.

 

Heraus kommt eine spannende Geschichte um zwei junge Frauen, die erst noch ihren Weg finden müssen, und Liebe daher hinten an stellen. Daher ist „Schatten und Licht“ eher für die Leserinnen interessant, die auch etwas Abwechslung zu den ganzen romantischen Erzählungen haben wollen. Sie werden mit der abenteuerlichen Geschehnissen mehr als zufrieden gestellt.

 

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Buch:

Schatten und Licht

Reihe: Das Ikarus-Projekt, Bd. 1

Autoren: Jackie Kessler & Caitlin Kittredge

Klappbroschur, 540 Seiten

Lyx, erschienen Juli 2010

Aus dem Englischen von Kathrin Harlaß

Titelbild von Max Meinzold

ISBN-10: 380258354X

ISBN-13: 978-3802583544

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.09.2010, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 12:18