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Schuhwerk von Josephine Barbe und Franz Kälin

Rezension von Christel Scheja

 

Ähnlich wie Kleidung sind auch Schuhe aus unserem Leben nicht mehr weg zu denken, und laden dazu ein, sie selbst zu machen, wenn man genügend Raum und auch das Geld hat, sich die entsprechenden Werkzeuge zu kaufen. Das nötige Handwerkszeug ist in dem vorliegenden Buch „Schuhwerk“ von Josephine Barbe und Franz Kälin zu finden.

 

Nach einem Vorwort gehen die beiden Autoren erst einmal ausführlich auf die Geschichte der Schuhe in den letzten drei Jahrhunderten ein. Wie wurden sie gefertigt, welchen Stellenwert hatten sie in der Gesellschaft und wie definierten sie den Rang und Status einer Person, Warum waren Frauenschuhe lange nicht so gearbeitet, dass sie wirklich straßentauglich waren. Und wie änderten Fabriken und Manufakturen schließlich das Handwerk, ermöglichten es schließlich auch einfachen Menschen, sich den Schuh zu leisten, der ihnen gefällt.

Danach erklären sie wie man Schuhe von Grund auf entwirft, auf was es ankommt, wie man Modelle entwirft und gestaltet, wie ein Schuh überhaupt erst aufgebaut. Natürlich muss der interessante Laie auch wissen, was er für seine Schuhmacherwerkstatt mindestens benötigt, wie die entsprechenden Werkzeuge und Materialien aussehen und welche Unterschiede es für sie gibt.

Schließlich gehen sie darauf ein, wie man ein Grundmuster erstellt und welche Techniken man beherrschen muss, ehe sie sich den zwölf ausgewählten Projekten widmen und die Erstellung vom Entwurf bis zur Fertigstellung begleiten. Im Anhang gibt es noch die Grundmuster der vorgestellten Schuhe.

 

„Schuhwerk“ gehört zu den Büchern aus dem Haupt-Verlag, die sich nicht an interessierte Laien wenden, die nur mal „ein bisschen“ basteln oder handarbeiten, sondern wirklich tiefer in die Materie gehen wollen. Denn allein die Anschaffung der Maschinen, Werkzeuge und Materialien dürfte schon einiges kosten, so dass sie sich auch rentieren sollten.

Wer hingegen plant, sich vielleicht mit einer solchen Idee selbstständig zu machen, ohne jedoch vorher eine Ausbildung zu machen, sei es als Designer oder Herrsteller von Larp-Bekleidung bekommt hier einen guten ersten Einblick in die Materie und einen Grundstock an Mustern, mit denen er oder sie sich die Technik erarbeiten können.

Unter diesem Gesichtspunkt ist das Buch eine gute Quelle an Informationen und Inspiration – ermöglicht durch Adressen, Kontakte zu knüpfen und sich durch eine Linksammlung im Internet das ein oder andere Projekt auch auf Video anzusehen.

Die Erklärungen der Autoren sind überschaubar aber ausführlich genug, die Bebilderung ausreichend. Zwar kann dies nicht Praxis unter fachkundiger Aufsicht ersetzten, ermöglicht aber immer wieder nachzuschlagen.

Daher sollte das Buch in keiner Sammlung fehlen, wenn man das Schuhe machen ernsthafter betreiben will – alle anderen werden gerade einmal mit dem ersten Teil über die Historie des Schuhs ihre Freunde haben.

 

„Schuhwerk“ sei daher all jenen empfohlen, die Interesse am Handwerk haben und das ganze ernsthaft betreiben möchten, sei es nun, um sich einen privaten Wunsch zu erfüllen oder aber um sich damit selbstständig zu machen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Schuhwerk

Autoren: Josephine Barbe und Franz Kälin

gebunden, 256 Seiten

Haupt Verlag, September 2013

Titelbild und Fotos: Verschiedene Quellen

ISBN-10: 3258600570

ISBN-13: 978-3258600574

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 04.01.2014, zuletzt aktualisiert: 13.09.2019 10:16