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Schwarzer Montag von Garth Nix

Reihe: Die Schlüssel zum Königreich Bd.1

Rezension von Christel Scheja

 

Garth Nix ist hier in Deutschland durch seine „Abhorsen“-Trilogie bekannt geworden. Schon damals verband er ein relativ modern wirkendes Szenario mit Elementen einer bizarren Fantasywelt. In seinem neusten und siebenbändigen Zyklus „Die Schlüssel zum Königreich treibt er beides noch weiter auf die Spitze. „Schwarzer Montag“, der erste Band der Serie um den jungen Arthur Penhaligon erschien bereits als Hardcover bei Ehrenwirth. Nun liegt endlich die preisgünstigere Taschenbuchausgabe vor.

 

Ausgerechnet an seinem ersten Tag in der neuen Schule wird Arthur Penhaligon vor die Herausforderung seines Lebens gestellt. Ein ungehaltener Lehrer, der nicht weiß, dass er an Asthma leidet, zwingt ihn, einen Dauerlauf mitzumachen. Da der Junge nicht schon am ersten Tag einen Verweis erhalten möchte, gehorcht er, nachdem seine Beteuerungen nichts fruchten. Das Unvermeidliche geschieht. Arthur hat einen Anfall, der ihn beinahe das Leben kostet.

In den Augenblicken, in denen er zwischen Tod und Leben schwankt hat er eine seltsame Begegnung mit einem Mann im Frack, der einen gelangweilten Schönling in einem Rollstuhl durch die Gegend schiebt. Der arrogante Herr, der sich selbst „Montag“ nennt, drückt Arthur den Minutenzeiger einer Uhr und ein Buch in die Hand und verschwindet wieder.

Der Junge ahnt, dass diese Begegnung von immenser Wichtigkeit für sein weiteres Leben ist und verbirgt die Gegenstände. Erst nach einer Woche ist er dazu in der Lage, ihn sich zurück zu holen – doch damit beginnen für ihn erst die wirklichen Probleme.

Zwar wird er nun von dem Sportlehrer in Ruhe gelassen, aber geheimnisvolle Wesen, die viel Hündisches an sich haben verfolgen ihn. Sie versuchen Arthur genau so wie seltsame geflügelte Wesen mit Melonen auf dem Kopf die Gegenstände abzujagen.

Auf der Suche nach Hilfe gegen die plötzlich ausbrechende Schlafkrankheit, die nicht natürlichen Ursprungs sein kann und die Menschen in seiner Umgebung nieder streckt, gerät er in ein seltsames Haus, dessen Türen sich nur mit dem Minutenzeiger öffnen lassen. Durch es gelangt er in ein magisches Paralleluniversum, in dem sein Abenteuer erst richtig anfängt.

Zusammen mit ungewöhnlichen Freunden und Verbündeten wie dem wortgewaltigen „Vermächtnis“, das die Gestalt eines Frosches hat, und der munteren Susi Blau versucht er nun die Aufgabe zu erfüllen, die er durch die Annahme des Minutenzeigers auf sich geladen hat, denn nicht weniger als sein eigenes Leben und die Existenz einer ganzen Welt hängt davon ab...

 

Romane mit einem ähnlichen Thema wie “ „Schwarzer Montag“ gibt es viele. Immer wieder geraten seit „Alice im Wunderland“ Kinder beiderlei Geschlechts in fremde und bizarre Welten, um dort gleichermaßen verzwickte wie gefährliche Abenteuer zu erleben und manchmal auch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Immerhin gelingt es den meisten Autoren diesem Motiv immer noch eine eigene Note abzugewinnen. Zu ihnen gehört auch Garth Nix. Er knüpft eine interessante Verbindung zwischen dem von ihm auch schon in den Abhorsen-Romanen bevorzugten und an die Viktorianische Ära angelehnten Szenario der Anderswelt und der Gegenwart, aus der Arthur stammt. Der Name des jungen Helden deutet auch schon an, dass er wie der legendäre Sagenkönig dazu ist, das geheimnisvolle Königreich zu erretten. Bis es jedoch so weit ist, muss er viele Prüfungen überstehen, von denen die in „Schwarzer Montag“ vermutlich nur der Auftakt sind.

Wie Arthur Penhaligon wächst auch der Leser in diesem ersten Band in die Geschichte hinein. Dementsprechend viele Seiten des Romans sind auch der reinen Einführung in das Szenario und die Gegebenheiten gewidmet, so dass es nicht wirklich zu großen Auseinandersetzungen kommt.

Das bedeutet aber nicht, dass die Geschichte langweilig ist. Garth Nix gelingt es, den Leser durch skurrile Begegnungen, Verfolgungsjagden und überraschenden Wendungen bei der Stange zu halten und mitfiebern zu lassen. Die Feinde haben durchaus etwas Bedrohliches an sich und sind nicht so lächerlich wie sie aussehen mögen – das demonstriert er den Lesern immer wieder.

Dazu kommt sein leichter und lebendiger Schreibstil. Der Autor verzichtet darauf all zu sehr abzuschweifen und die Geschehnisse aufzublähen. So liest sich der Roman sehr flott und flüssig. Die Illustrationen von David Ernle lockern den Text gelungen auf und vertiefen die Atmosphäre noch, während das ätherische Titelbild vermutlich eher das Interesse der Käufer im Laden erwecken soll.

 

Alles in allem ist „Schwarzer Montag“ der Auftakt zur siebenbändigen Reihe um „Die Schlüssel zum Königreich“ einen Blick wert, da er zu den einfallsreichen Geschichten gehört, die Jugendliche und Kinder aus unserer Zeit mit einer höchst seltsamen Anderswelt konfrontieren und dazu auch für erwachsene Leser spannend bleiben.

 

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Buch:

Schwarzer Montag

Reihe: Die Schlüssel zum Königreich, Bd. 1

Autor: Garth Nix

broschiert, 350 Seiten

Bastei-Lübbe, erschienen Oktober 2008

Übersetzung aus dem Englischen von Axel Franke

Titelbild von Arndt Drechsler, Innenillustrationen von Daniel Ernle

ISBN-10: 3404205960

ISBN-13: 978-3404205967

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 21.12.2008, zuletzt aktualisiert: 09.10.2019 14:21