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Schwingen der Nacht von Adrian Phoenix

Reihe: Nightfall, Bd.1

Rezension von Christel Scheja

 

„Schwingen der Nacht“ ist das Debüt der jungen amerikanischen Autorin Adrian Phoenix und der Auftakt zum „Nightfall“-Zyklus der im Original bereits drei oder mehr Bände umfasst. Obwohl die Schriftstellerin in Oregon lebt und arbeitet, zieht sie die Liebe und Leidenschaft zu New Orleans doch immer wieder in die Stadt ihrer Träume zurück. Deshalb spielt auch ein guter Teil des Romans an diesem Ort.

 

Heather Wallace ist eine bisher recht erfolgreiche FBI-Agentin. Zu den Fällen, die ihr aber immer noch zu schaffen machen, weil sie einfach nicht dazu kommt, sie zu lösen, sind die Morde des Cross-Country-Killers, der bereits in der ganzen USA sein Unweisen getrieben hat.

Wieder ist eine Leiche aufgetaucht, die auf sein Wirken hinzudeuten scheint. Aus diesem Grund reist Heather kurzerhand von Seattle nach New Orleans, um sich Leiche und Tatort genauer anzusehen.

Der Tote wurde im Hinterhof einer Pizzeria gefunden. Er trägt seltsame Brandzeichen, während an einer der Wände eine Nachricht mit Blut geschmiert wurde. Doch an wen sind die Worte „Wach auf“ gerichtet.

Heather ist sich sicher, dass das wieder ein Opfer ihres Serienmörders war, dich sie wartet erst einmal noch die Untersuchungen der Gerichtsmedizin ab. Derweil geht sie der einzigen Spur nach, die sie sonst noch hat. Denn hinter der Wand, auf der die Botschaft geschmiert wurde, befindet sich ein illustrer Nachtclub namens „Hell“, deren Gäste Punks, Goths und Möchtegern-Vampire sind.

Zwar gehört der Laden laut den Unterlagen einem Lucien De Noir, aber der junge Sänger der Band „Inferno“, die bei dem Besuch gerade dort spielt, fällt ihm ins Auge. Auch wenn er der Star der Gruppe zu sein scheint hält er sich immer im Hintergrund und scheint ein Faible für das „Anarchie“-Symbol zu haben.

Der junge Mann wird zu einem ihrer Hauptverdächtigen, und das liegt nicht nur daran, dass er aus dem gleichen Ort wie der Tote stammt. Es ist auch etwas Undurchsichtiges und Gefährliches an ihm.

Ehe sie sich versieht, steckt die FBI-Agentin mitten in einem Netz tödlicher Intrigen. Sie muss dabei feststellen, dass nicht alle Beteiligten Menschen sind, wie sie glaubt, sondern Wesen der Nacht. Neben ihrem Weltbild wird aber auch noch ihr Gefühlsleben erschüttert, denn ausgerechnet Dante zieht sie auf eine Art und Weise an, die sie zwingt, mit aller Kraft um ihren klaren Verstand zu kämpfen.

 

Auch wenn „Schwingen der Nacht“ zunächst wie eine Liebesgeschichte wirkt, so erweist sich schon auf den ersten hundert Seiten, dass der Fall an dem die FBI-Agentin arbeitet eine genau so starke Rolle einnimmt wie die Einführung in die dunkle Welt der Nachtwesen, ob sie nun Vampire oder gefallene Engel sein mögen. Die Romanze nimmt nur einen verschwindend geringen Teil ein.

Heather und Dante dürfen sich zwar immer wieder einmal umkreisen, aber sie kommen nicht wirklich dazu, eine Beziehung zu entwickeln Dazu sind sie zu sehr mit sich selbst und ihren Befindlichkeiten beschäftigt. Ein großer Teil der Geschichte geht auch dafür drauf, dass Heather erst einmal aus ihrem bodenständigen Weltbild gerissen wird und akzeptieren muss, dass Vampire und andere übernatürliche Wesen wirklich exstieren. Immerhin macht sie nicht ganz so ein Drama daraus, sondern stellt sich den neuen Gegebenheiten.

Dabei geht es ordentlich zur Sache. Die Autorin lässt ihre Helden – vor allem Dante, ordentlich leiden und um ihr Leben kämpfen. Die Gegenspieler sind nicht gerade zimperlich und handeln manchmal geradezu brutal, so dass sich der Roman nicht gerade als Lektüre für zartbesaitete Leserinnen eignet.

Es werden sich vielmehr die Fans von Kim Harrison und Co. für die Geschichte begeistern können, da Heather Wallace eine sehr starke Ermittlerin ist und niemals wirklich den Kopf verliert, so betörend die Männer in ihrer Umgebung auch sein mögen.

Das ganze ist recht gefällig geschrieben, allerdings hin und wieder ein wenig zu langatmig. Die Autorin erschlägt ihre Leser manchmal regelrecht mit Informationen und vergisst dabei, die Spannung zu halten. Das zieht sich durch das ganze Buch, so dass man doch manchmal Geduld braucht, um weiter zu lesen und die Eindrücke zu verarbeiten. Immerhin verzichtet Adrian Phoenix darauf, all zu abgedroschene Klischees zu verwenden. Auch wenn man vieles aus anderen Büchern bereits kennt, so sind die Elemente doch so interessant angeordnet, dass man neugierig auf den nächsten Band wird.

 

Alles in allem ist „Schwingen der Nacht“ ein solide verfasster Dark Fantasy Roman, der weniger die Liebhaberinnen erotischer Romanzen als die Fans harter Actionthriller ansprechen dürfte, sofern sie Lust haben, den Informationsüberfluss zu verarbeiten und auch Durchhänger in der Spannung hinzunehmen.

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Schwingen der Nacht

Autorin: Adrian Phoenix

Reihe: Nightfall, Bd.1

Paperback, Klappbroschur, 510 Seiten

Heyne, erschienen Dezember 2010

Aus dem Englischen von Franziska Heel

ISBN-10: 3453527593

ISBN-13: 978-3453527591

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.01.2011, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 12:18