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Sebastian Dark - Der falsche König von Philip Caveney

Rezension von Nadine Dilger

 

Das Buch Sebastian Dark – Der falsche König wirbt schon mit einigen Besonderheiten für sich, so zum Beispiel mit einem Spiel im Schutzumschlag oder einer Narrenmütze am Lesebändchen – doch hält das Buch selbst auch das, was die Extras versprechen?

 

Weil sein Vater vor einiger Zeit gestorben ist, ist das Geld bei Sebastian Dark und seiner Mutter stets knapp. Um Geld für seinen und den Lebensunterhalt seiner Mutter zu verdienen, entschließt er sich, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und Narr zu werden. Das Problem an der Sache ist: Sebastian hat überhaupt kein Talent dafür, lustige Witze zu erzählen. Niemand findet seine Witze lustig. Doch er braucht das Geld dringend und deshalb geht er zusammen mit dem gesprächigen Büffelop Max von Zuhause fort und macht sich auf den Weg nach Keladon, weil er gehört hat, König Septimus habe noch keinen Hofnarr.

Auf dem Weg durch die Prärie in Richtung Keladon trifft er auf Cornelius, der zwar sehr klein, aber auch ein begnadeter Kämpfer ist. Zufälligerweise ist er ebenfalls auf dem Weg nach Keladon, weil er dort in die Armee eintreten will. Sie beschließen, zusammen weiter zu reisen.

Auf ihrem Weg werden sie Zeuge, wie eine Kutsche von Briganten überfallen wird. Sie eilen der Kutsche zu Hilfe und jagen die Briganten in die Flucht. Erst nach dem Kampf werfen die beiden einen Blick in die prächtige Kutsche und entdecken, wen sie da gerettet haben: die Nichte von König Septimus, Prinzessin Kerin!

Die Prinzessin reagiert vorerst verärgert und zickig. Cornelius und Sebastian bleibt allerdings nichts anderes übrig, als die Prinzessin auf dem Weg nach Keladon zu schützen.

In Keladon angekommen, verbreitet sich sofort die Nachricht von dem Überfall und König Septimus scheint sehr froh zu sein, dass seiner Nichte nichts zugestoßen ist. Doch Sebastian traut ihm nicht und der Verdacht, dass König Septimus den Überfall auf die Kutsche geplant hat, soll sich bald bewahrheiten…

 

Obwohl in „Sebastian Dark – Der falsche König“ die Fantasy sicher nicht neu erfunden wird, ist die Geschichte trotzdem interessant und man wird von Anfang an von der Handlung gefesselt.

 

Die Charaktere sind nicht unbedingt etwas besonders, aber sie wirken sehr sympathisch, abwechslungsreich und man kann mit dem Protagonisten von Anfang bis Ende mitfiebern. Sehr gut hat mir vor allem der Charakter des sprechenden Büffelops gefallen. Er quatscht am laufenden Band und nervt oft alle mit seinem Misstrauen.

Der einzige Charakter, der mir in dem Buch absolut nicht gefallen hat, war König Septimus. In einigen Situationen wird er sehr ins Lächerliche gezogen, was des Öfteren auch sehr unrealistisch ist und auch ein wenig nervt.

 

Das Buch ist sehr humorvoll, vor allem die Dialoge zwischen Max und Sebastian. Die zwei streiten sehr oft, was den Leser immer wieder zum Lachen bringt. Was auch sehr lustig war, ist zum Beispiel eine Unterhaltung zwischen Cornelius, Max und Sebastian. Die drei hatten eine Diskussion, was die Welt für eine Form hat. Dabei kamen Theorien auf wie: Die Welt besteht aus einem großen Schild, das von einem mächtigen Krieger gehalten wird, der auf einem Teppich durch das Weltall fliegt. Irgendwann wird er keine Lust mehr haben den Schild zu halten und wird ihn davon schleudern, was das Ende der Welt bedeuten wird. Eine andere Theorie ist, dass die Welt ein großer Nasenring eines Büffelops ist. Solche lustigen Stellen findet man in dem Buch sehr viele.

 

In dem Buch gibt es ein paar unbekannte Daseinsformen, die kaum erklärt werden, wie zum Beispiel der Büffelop. Allerdings ist das kaum der Rede wert, da sich das aus der Geschichte meist erschließt oder man sich so ungefähr denken kann, um was für ein Geschöpf es sich handelt. Bei dem Büffelop zum Beispiel kann man sich gleich denken, dass es sich um ein Tier handelt, das einem Büffel sehr ähnelt.

 

Für meinen Geschmack war das Buch ein wenig kurz und man hätte einiges mehr daraus machen können. Die Handlung wird ziemlich schnell erzählt und es scheint so, als gäbe es absolut nichts, was Sebastian oder Cornelius irgendwie Schwierigkeiten bereitet. So kommt leider nur bedingt Spannung auf.

 

Fazit:

„Sebastian Dark – Der falsche König“ ist ein sehr humorvolles Buch, das gut unterhält, nicht mehr und nicht weniger.

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Tem
Donnerstag, 27. Januar 2011 14:01 Uhr
Mir kam das vor wie eines dieser Bücher in denen junge Leserinnen für dumm verkauft werden. Wenn man über Büffel und Wölfe schreibt, dann sollte man sie auch so nennen - und wenn man will, dass der zahme Büffel Fleisch isst, dann etabliert man eben, dass er von klein auf mit Fleisch gefüttert wurde statt den Leserinnen weismachen zu wollen, dass einem Grasfresser vom Geruch gebratenen Fleischs das Wasser im Mund zusammenläuft.

Was Sebastians Schwertkampfkünste angeht, so finde ich sie künstlich aufgesetzt. Warum sollte ein Hofnarr seinem Sohn, der ebenfalls Hofnarr werden soll, Schwertkampf beibringen?

Cornelius ist noch der interessanteste Charakter - sein Beruf macht seine Fähigkeiten plausibel, und auch wenn seine Übermacht gegenüber Gegnern nicht unbedingt realistisch ist, so ist sie doch amüsant.

Kerin wirkte auf mich überhaupt nicht verwöhnt. Sie will rechtzeitig zu ihrem Geburtstag zuhause sein - welcher Teenager wollte das nicht?

Sebastians mangelnder Respekt vor ihr kam mir merkwürdig vor, da nicht etabliert wurde, dass er aus einer Demokratie stammt.


Alles in allem bin ich ebenfalls der Meinung: Nette Unterhaltung, aber eben nicht mehr - und man hätte einiges besser machen können.

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Buch:

Sebastian Dark - Der falsche König

Autor: Philip Caveney

Übersetzerin: Mareike Weber

cbj, August 2007

Gebundene Ausgabe, 349 Seiten

ISBN-10: 3570132854

ISBN-13: 978-3570132852

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 22.09.2007, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 20:21