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Seelenesser von Jonathan Nasaw

Rezension von Christoph Heibutzki

 

Rezension:

Die Virgin Islands laden dazu ein, dort Urlaub zu machen und den Stress zu vergessen. Die Touristen von den Kreuzfahrtschiffen bringen Geld in die ärmliche Region. Genau das sehen die Ermittlungsbehörden vor Ort gefährdet, da sich ein Serienkiller auf der Insel rumtreibt. Kennzeichen seiner Taten: er hackt den Opfern die rechte Hand ab.

In seiner Angst, den Fall nicht aufklären zu können bittet der örtliche Polizeichef seinen alten Freund und FBI-Agenten Pender um Hilfe. Pender ist spezialisiert auf Serienkiller. Gemeinsam beginnen sie die Jagd auf den Unbekannten. Pender hegt schone einen Verdacht, doch den Verdächtigen die Taten nachzuweisen, wird mehr als schwer.

 

Nach Die Geduld der Spinne und Angstspiel ist Seelenesser eine weitere Veröffentlichung des Amerikaners Jonathan Nasaw.

Während die erstgenannten Romanen sehr gut angenommen wurden, enttäuscht Nasaw mit dieser Geschichte.

Ein Ehepaar führt, begleitet von einem getreuen Diener, ein geheimes Ritual durch, von dem sie sich ewiges Leben versprechen. Da sie aber einen Fehler begehen, kommt man ihnen auf die Schliche und erpresst sie. Es werden Gefallen abverlangt, und so dreht sich das Todeskarussell munter weiter.

 

Wenn man so möchte, eine normale, allseits bekannte Vorgehensweise in Thrillern und Krimis. Leider bleibt es auch dabei. Es gibt nichts Besonderes, was positiv zu werten wäre.

Dafür aber umso mehr, was negativ auffällt. Zunächst einmal die sehr durchsichtige Story, die schon öfters als Gerüst herhalten musste. Schlimm ist das allerdings vor allem deshalb, weil man das dem Buch auch noch deutlich anmerkt. Der nächste Punkt betrifft die Protagonisten. Zwar sind sie beschrieben, doch scheinbar hat sich Nasaw nur mit den Frauen besondere Mühe gegeben; besonders die körperlichen Attribute haben es dem Autor angetan. Der Rest wirkt plakativ, aufgesetzt und lieblos. Zwar versucht der Autor auch situative Emotionen einfließen zu lassen, doch so richtig gelingt ihm das nicht.

Zwar titelt die Chicago Tribune „Nasaw macht die Angst greifbar“, doch so recht mag sich ein Angstgefühl nicht einstellen. Gruselfans oder Thrillerliebhaber werden es eher mit der Angst zu tun bekommen, vor Langeweile zu sterben. Es sind Ansätze von Spannung zu erkennen, doch wachsen sie nicht über das Kinderstadium hinaus.

 

Das Augenmerk des Autors und damit auch des Lesers legt sich vor allem auf einen Sektor: die softpornographischen Einschübe. Erscheinen sie erst noch als Lückenfüller und hofft der Leser später auf eine Verknüpfung zwischen diesen Szenen und der Gesamthandlung, erträgt darum, dass immer und überall, auch in den abstrusesten Momenten, Sex ins Spiel gebracht wird, so wird er auch hier enttäuscht. Damit ist nicht gemeint, dass Sex in Thrillern etwas wäre, was dort nicht s zu suchen hätte. Man kann auch einen Quickie in einer dunklen, modrigen Ecke gut beschreiben, ohne dass es billig wirkt - doch leider ist dem Autor dies beim vorliegenden Buch in keiner Weise gelungen.

 

Der Wortschatz, dem sich der Leser gegenüber sieht, ist auf ein Minimum begrenzt. Nur die einfachsten und direkten Bezeichnungen werden verwendet, ebenso wie Umgangssprachliches, aber nach einer schönen Metapher sucht man vergeblich.

 

Fazit:

Eine langatmige, nicht spannende Geschichte mit plakativ wirkenden Charakteren, gut gebauten Frauen, ein bisschen billigem Sex und einem faden Happy End. C-Movie zum Lesen.

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Buch:

Seelenesser

Autor: Jonathan Nasaw

Original: Twenty-Seven Bones

Übersetzerin: Uschi Gnade

Heyne, August 2007

Broschiert, 480 Seiten

ISBN-10: 345343269X

ISBN-13: 978-3453432697

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 22.09.2007, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 12:18