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Sherlock Holmes und das Geheimnis der Mrs Hudson von J. J. Preyer

Reihe: Meisterdetektive Band 8

 

Rezension von Frank W. Werneburg

 

Verlagsinfo:

Etwas stimmt nicht mit Mrs Hudson, der Hauswirtin von Sherlock Holmes und Dr. Watson. Sie verbrennt den Frühstücksspeck, versalzt das Essen und – ja, so peinlich es ist, es zu erwähnen – sie trinkt heimlich. Holmes muss das Geheimnis um Mrs Hudson lösen, das mit einem Giftmord, einem pornographischen Buch und einem mysteriösen Gasthaus an der Themse zu tun hat, unterstützt von seinem treuen Freund Watson.

 

Rezension:

Seit Dr. Watson verheiratet ist und eine eigene Praxis betreibt, besucht er seinen alten Freund nur noch selten. Bei einem dieser Besuche fällt ihm allerdings sofort ins Auge (und die Nase), dass die Hauswirtin Mrs Hudson anscheinend nachlässig geworden ist. Holmes kann das nur bestätigen. Er denkt sogar darüber nach, sich eine neue Wohnung zu suchen. Schließlich kann sich die Frau aber dazu durchringen, die beiden Männer in ihre Probleme einzuweihen. Ihre Schwester ist kürzlich gestorben. Dabei erwies sich jedoch, dass deren Lebenswandel nicht ganz ›gesellschaftsfähig‹ war. Das zeigt sich auch an Mrs Hudsons Erbe – das allerdings nicht gerade klein ausfällt. Holmes vermutet sofort, dass der Tod kein natürlicher war, und nimmt die Spur auf.

 

J. J. Preyer Buch aus der Meisterdetektive-Reihe des Fabylon Verlags reiht sich zweifellos – das macht schon der Titel deutlich – in die zahlreichen Neo-Holmes der vergangenen Jahre ein. Dass hier die stets präsente, gewöhnlich aber nur ein Statisten-Dasein führende Hauswirtin in den Fokus gerät, ist genauso zweifellos ein Alleinstellungsmerkmal dieses Romans. Untypisch ist auch, dass Dr. Watson hier nicht als Erzähler auftritt. Stattdessen überlässt der Autor diese Rolle einem auktorialen Erzähler. Ganz dem Schema vieler moderner Sherlock-Holmes-Autoren folgend ist es allerdings, dass der Doktor deutlich selbstbewusster auftritt und Holmes auch sehr viel kritischer hinterfragt, als dies in Arthur Conan Doyles Originalen der Fall ist. Trotzdem wirken beide Protagonisten authentisch, wobei die atypische Erzählperspektive allerdings einen Teil des gewohnten Sherlock-Holmes-Feelings vermissen lässt.

 

Die Geschichte stellt einen gut durchdachten Kriminalfall dar, in dem allerdings das damals als moralisch verwerflich Geltende für das puristische viktorianische Zeitalter von den meisten Beteiligten fast zu leicht akzeptiert wird. Auch wenn dem Leser relativ früh ein Verdacht kommt, sind die Hintergründe und Zusammenhänge doch nicht vorherzusehen. Holmes-Freunde, die sich an der ungewohnten Erzählperspektive nicht stören, dürften durchaus Gefallen an diesem Buch finden.

 

Fazit:

Ein Neo-Holmes unter vielen, der allerdings durch den gut durchdachten Kriminalfall aus der Masse hervorsticht.

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Eure Meinung:

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Buch:

Sherlock Holmes und das Geheimnis der Mrs Hudson

Reihe: Meisterdetektive Band 8

Autor: J. J. Preyer

Taschenbuch, 220 Seiten

Fabylon, 25. März 2019

 

ISBN-10: 3946773117

ISBN-13: 978-3946773115

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07NDW89S4

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

weitere Infos:


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Erstellt: 18.04.2019, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 12:18