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Signum – Die verratenen Adler (Autor: Michael Römling)

Rezension von Christel Scheja

 

Im Jahr 2009 ist die sogenannte „Varusschlacht“ in aller Munde, markiert sie doch einen der wichtigen Wendepunkte in der Geschichte des späteren Deutschland, da die Germanen im Jahr 9 unserer Zeitrechung sehr deutlich und blutig bewiesen, dass sie nicht so leicht zu besiegen und in das Reich einzugliedern waren wie etwa die Kelten.

Zu dem Thema erscheinen nicht nur eine Menge Sachbücher sondern auch Romane, die jene Epoche mal von der einen, mal von der anderen Seite beleuchten. Auch der in Münster lebende Historiker Michael Römling trägt seinen Teil dazu bei. In einer edel aufgemachten Ausgabe erscheint sein erster Roman „Signum – Die verratenen Adler“.

 

Eigentlich soll Cajus aus der Familie der Cornelier zusammen mit seinem Vater nach Germanien reisen, da Kaiser Augustus möchte, dass dieser dem Statthalter Varus ein wenig auf die Finger schaut. Doch es kommt anders als gedacht. Da sein Vater von einem Schlaganfall niedergestreckt wird, reist der Fünfzehnjährige alleine in das wilde Land jenseits der Alpen um ein paar Erfahrungen zu sammeln, die ihm später etwas nutzen können. Leben soll er dort bei einem entfernten Verwandten, der Offizier bei der Armee ist.

Zusammen mit seinem Freund Lucius macht sich Cajus auf die lange Reise. Bereits unterwegs geraten die beiden jungen Männer in ein Abenteuer, mit dem sie so nicht gerechnet haben, denn sie finden bei einem Gasthof einen geköpften Boten, der einen brisanten Brief des Statthalters bei sich trägt. Ganz offensichtlich läuft gegen Varus eine Verschwörung, die auch dem Reich großen Schaden zufügen könnten.

Doch es bleibt zunächst keine Zeit, dies nach zu verfolgen, denn die Eindrücke vom Aufeinandertreffen zweier so unterschiedlicher Zivilisationen beschäftigen Cajus mehr als alles andere. Er stellt fest, dass die Germanen zwar stolzer und kriegerischer zu sein scheinen als die Römer und vor allem weniger diszipliniert, dass man aber auch nicht alle über einen Kamm scheren darf und einige von ihnen durchaus recht nett sein können. So wie die junge Germanin Fastrada.

Was Cajus nicht ahnt ist, dass sie eine Cousine des Arminius ist, der längst nicht mehr der treue Verbündete Roms ist wie er behauptet, sondern schon längst Verrat plant, der Tausende in den Tod reißen wird.

 

Michael Römling konzentriert sich vor allem auf die Darstellung der beiden Kulturen in dieser Zeit, stellt sie gegenüber und zeigt, was passiert, wie sie aufeinander treffen. Die Schlacht selbst behandelt er nur am Rande. Es ist ihm wichtiger zu zeigen, wie seine Hauptfiguren mit dem Aufeinandertreffen umgehen und ihre beiden Lebenswelten zu vereinen suchen.

Dabei wird deutlich, dass nicht alle Römer schlecht und grausam sind, ebenso wenig wie man die germanischen Krieger allesamt als ehrenhaft und edel bezeichnen kann. Er differenziert sehr deutlich und macht den Lesern klar, dass es auf beiden Seiten Menschen gegeben hat, die den Krieg eigentlich nicht wollen und sich durchaus wandeln können.

Das ganze garniert er mit einer Verschwörungsgeschichte, um ein wenig Spannung in die Handlung zu bringen. Zwar ist auch diese erfunden, fußt aber auf anderen Ereignissen aus der römischen Geschichte, die sich gut zwanzig Jahre früher ereigneten.

Alles in allem kommt eine spannende und vor allem atmosphärische Geschichte heraus, die vor allem das alltägliche Leben in dieser Zeit zeigt und zum Leben erweckt und so auf interessante Weise deutlich macht, welche Wunden die Schlacht auf beiden Seiten geschlagen hat und dass man nicht alle Angehörige eines Volkes über einen Kamm scheren kann.

Die Geschichte ist jugendgerecht aufbereitet und wird in einer edlen Aufmachung mit Goldprägung präsentiert.

 

Es lohnt sich durchaus sich „Signum – Die verratenen Adler“ genauer anzuschauen, denn das Buch erweckt die Zeit im Schatten der Schlacht zu stimmungsvollem Leben und ist für alle interessant, die Interesse an solchen historischen Geschichten haben.

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Signum – Die verratenen Adler

Autor: Michael Römling

Gebunden, 430 Seiten

Coppenrath, erschienen März 2009

Titelbild von Ferenc B. Regös

ISBN-10: 3815794692

ISBN-13: 978-3815794692

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 05.05.2009, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06