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Siran – Die Königskinder von Tara C. Meister

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1997 im Kloster der Fraueninsel am Chiemsee geborene Tara C. Meister lebt heute als Älteste von fünf Schwestern mit ihrer Familie in einer kleinen österreichischen Stadt an der Grenze zu Italien. Sie liebt nicht nur das Schreiben sondern auch Bogenschießen, Gesang und Schauspielerei. „Siran – Die Königskinder“ ist ihr erster Roman.

 

Ein ewiger Friede scheint den Bewohnern des Königreichs nicht vergönnt zu sein, denn ein Halbgott aus der Unterwelt ist überraschend aufgetaucht und greift das Land heimtückisch an. Während die Menschen noch zu fassen versuchen, was ihnen geschieht, ereignen sich an den Grenzen erste Tragödien.

So verliert der einfache Bauernjunge Jen seine ganze Familie und entkommt auch selbst nur mit knapper Mühe und Not, zunächst nicht ahnend, dass er das Ziel der Attacke war. Deutlich wird das ihm, seinen Freunden und denen, sie sich ihm noch anschließen erst, als sie auf ihrer Reise in die Hauptstadt immer wieder verfolgt und angegriffen werden.

Derweil versuchen der König und seine Berater eine Lösung zu finden und den Angriffen des übermächtigen Feindes zu begegnen, der überall zu sein scheint. Nur die Königstochter – seine ungeliebte Erbin – ahnt, dass die Rettung letztendlich nur durch den prophezeiten „Siran“ kommen kann, einen Erwählten, der allein die Macht hat, dem Feind entgegen zu treten.

Und so verweben sich nach und nach die Schicksale der jungen Helden miteinander, die mehr miteinander verbindet als sie ahnen.

 

Tara C. Meister erfindet das Rad nicht neu, aber sie erzählt eine solide kleine Fantasy-Abenteuergeschichte mit sympathischen Helden und kleinen Überraschungen. Man merkt zwar sehr deutlich, dass dies ein Erstlingswerk ist – die Handlung ist noch sehr einfach gestrickt, orientiert sich bewusst an Bekanntem und bleibt damit für erfahrene Leser durchschaubar, die Autorin schafft es aber, Figuren und Umgebung den Lesern nahezubringen und so eine gewisse Bindung zu schaffen.

Die Spannung ist eher mäßig, da sie sich sehr viel Zeit nimmt, die handlungstragenden Figuren einzuführen und auch in ihrer gewohnten Umgebung darzustellen, so dass der eigentliche Konflikt erst im letzten Viertel zum Tragen kommt.

Die Charaktere sind zwar klar gezeichnet, gehen aber nicht sonderlich in die Tiefe und entwickeln sich nur wenig weiter, was aber der langsam voranschreitenden Handlung geschuldet sein mag.

Das größte Manko der Geschichte besteht wohl darin, dass sie ziemlich offen endet und den Leser nicht wirklich zufrieden zurück lässt. Zudem ist der Text durch eine formale Schwäche nicht ganz so gut zu lesen wie er könnte: Dialoge fließen ineinander über, anstatt die Rede der unterschiedlichen Personen jeweils in einer neuen Zeile beginnen zu lassen und so eine optische Trennung zu schaffen.

 

Alles in allem erweist sich „Siran – Die Königskinder“ als solider Fantasy-Debütroman, der vor allem jungen Lesern gefallen dürfte, da sie sich mit den Hauptfiguren besonders gut identifizieren und so mit ihnen mitfiebern können. Erfahrene Leser sollen jedenfalls nicht viel mehr als ein kleines Abenteuer mit vielen vertrauten Elementen und einigen wenigen netten Ideen erwarten.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Siran – Die Königskinder

Autor: Tara C. Meister

Taschenbuch, 261 Seiten

Buchprojekt Verlag, März 2013

Titelbild und Innenillustrationen: Alix Gwendolyn Gratzer

 

ISBN-10: 3867404712

ISBN-13: 978-3867404716

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 30.05.2013, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06