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Skalpell No. 5 (Autoren: Michael Baden & Linda Kenney)

Rezension von Christel Scheja

Kathy Reichs und Patricia Cornwell haben es vorgemacht – nicht mehr länger sind die Ermittler die Helden bei der Aufklärung der Mordfälle, sondern die Pathologen und Forensiker. Mit ihren wissenschaftlichen Methoden können sie allein aus Knochen eine Menge lesen und so manchen Mörder überführen. Und nachdem der Erfolg ihnen recht gab, taten es auch andere den beiden gleich. Michael Baden, selbst Gerichtsmediziner und seine Frau Linda Kenney präsentieren mit ihrem Roman „Skalpell No. 5“ nun ihre Variation des Themas.

 

Manny ist eine erfolgreiche New Yorker Anwältin, die aber über die Karriere nicht ihre Menschlichkeit vergessen hat. Sie setzt sich immer wieder auch gerne für diejenigen ein, die eigentlich nicht das Geld haben, sie zu bezahlen – ob nun arme Einwanderer oder heruntergekommene Existenzen. Zwar verliert sie auch Fälle, aber die Bilanz fällt durch ihre kluge Taktik immer noch mehr zu ihren Gunsten aus.

Eine Hassliebe verbindet sie mit dem Gerichtsmediziner Dr. Rosen, der gerade eben erst wieder ihre Verteidigung mit einer einfachen Aussage zerstört hat. Sie kann seine arrogante und selbstsichere Art nicht leiden mit der er sie abfertigt, und doch hört sie ihn ein paar Tage später an, als er ihr eine neue Mandantin vermittelt.

Aus einem Abrissgrundstück im Umland von New York wurden Skelettreste entdeckt. Jake Rosen übernimmt für seinen ehemaligen Mentor die Untersuchung und findet recht schnell heraus, dass dort mindesten vier Tote liegen. Eines der Skelette lässt sich zweifelsfrei als ein Mann identifizieren, der in den 1960ger Jahren in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert wurde und dort während eines Ausflugs verschwand. Da sein Genick gebrochen ist, bittet die Tochter des Mannes nun Manny darum ihr bei der Strafanzeige zu helfen, weil sie wissen will, was damals geschehen ist.

Und da Dr. Rosen auch erkennen muss, dass sein alter Freund ganz offensichtlich in die Sache verwickelt ist, werden die selbstbewusste Rechtsanwältin und der eigenbrödlerische Gerichtsmediziner unverhofft zu einem höchst ungleichen Ermittlerteam.

 

Anders wie viele andere ihre Kollegen machten Michael Baden und Linda Kenney nicht mehr Worte als nötig. Kurz und knapp erzählen sie ihre Geschichte und beschränken sich gerade bei der Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Helden auf das Wesentliche. Trotzdem nimmt man ihnen ab, dass sich Manny und Jake langsam kennen und lieben lernen, während sie einem grauenvollen Geheimnis auf die Spur kommen, bei dem selbst dem hartgesottenen Gerichtmediziner die Spucke weg bleibt. Man merkt auch, dass Baden selbst in der Branche arbeitet, die entsprechenden Schilderungen sind sehr akkurat und zugegebenermaßen auch mit dem entsprechenden schrägen Humor garniert. Hin und wieder hat man auch das Gefühl, die Autoren flechten augenzwinkernd Autobiographisches mit ein.

Letztendlich sollte man aber nicht viel Tiefgang erwarten. Aufklärung und Lösung sind sehr einfach, aber spannend genug entwickelt, um nicht zu langweilen oder am Ende zu enttäuschen.

 

„Skalpell No. 5“ bietet das, was es soll, kurzweilige und angenehme Unterhaltung, die sich durch ihre straffe und glatte Handlung sehr gut dafür eignet, die Zeit in Bus und Bahn entspannend zu verkürzen.

 

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Skalpell No. 5

Autoren : Michael Baden & Linda Kenney

broschiert - 320 Seiten

Heyne, erschienen August 2008

ISBN 978-3-453-40552-3

Übersetzung aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 28.07.2008, zuletzt aktualisiert: 30.11.2018 12:42