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Sonnentochter – Das Lied der Seide von Sheila Rance

Rezension von Christel Scheja

 

Die britische Autorin Sheila Rance ist am Meer aufgewachsen, lebt aber heute als Lehrerin in Sussex, und machte durch ihren Debütroman „Sonnentochter – Das Lied der Seide“ direkt auf sich aufmerksam. Das Buch erscheint nun auch auf Deutsch.

 

Maia wurde zusammen mit ihrem Vater, dem verkrüppelten Weber Tareth, der aber trotzdem einen Adler hält, vor knapp dreizehn Jahren vom Klippenvolk aus dem Meer gefischt und ist unter den einfachen Leuten aufgewachsen. Gerade die Kinder hänseln sie aber sehr gerne wegen ihrem flammenden roten Haar, das kein anderer besitzt.

Doch das selbstbewusste Mädchen lässt sich davon nicht unterkriegen und geht ihren eigenen Weg. Kurz vor dem Tag, an dem sie ihren wahren Namen und damit auch ihre Bestimmung erfahren soll, überschlagen sich die Ereignisse jedoch unvermutet, denn sie selbst entdeckt wie ein Junge von den Echsenhütern ein Nest findet und nimmt eines der kleinen Wesen an sich, was Folgen hat

Dann wird auch noch ein toter Krieger wird am Strand, was ihren Vater erschreckend nervös macht, scheint er doch genau zu wissen, woher dieser kommt und was dieser für Ziele hatte. Und der Mann bleibt nicht der Einzige, der an der Küste gesichtet wird.

Als Maia dann auch noch bei ihrer Namensgebung erfährt, dass sie eine Sonnenfängerin ist und somit gar nicht ans Meer gehört, lässt sich das Schicksal nicht mehr aufhalten. Denn ausgerechnet in ihren Händen liegt das Schicksal eines ganzen Reiches. Allerdings hat die gnadenlose Herrin ihrer eigenen Heimat ganz eigene Pläne mit Maia, die nun auch erfahren muss, dass ihr Vater eine Menge vor ihr verborgen hat …

 

Eines sei vorweg gesagt, „Sonnentochter“ ist kein epischer Roman, in dem die Liebe eine große Rolle spielt, sondern eher eine Selbstfindungsgeschichte, in dem ein Mädchen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden auch ihr Schicksal zu akzeptieren lernt.

Die Autorin legt sehr viel wert darauf, die einzelnen Kulturen der Menschen darzustellen und diesen eine eigene Identität zu geben. Klippenvolk und Sumpfherren haben alle ihre ganz eigene Gesellschaft mit Regeln, Mythen und Geboten. Repräsentiert werden diese von Menschen mit Ecken und Kanten, die genau so unvorhersehbar agieren, wie sich die Geschichte entwickelt und damit Spannung erzeugen, auch wenn sich Sheila Rance mit Action zurückhält.

Auch die Natur bekommt ihren Anteil am geschehen. Die Menschen leben in einer engen Symbiose mit den Kräften, die sie umgeben und zahlen auch einen Preis, wie Maia nach und nach erfährt, als sie anfängt, die Kräfte zu verstehen, die in ihr schlummern.

Zwar hat sie enge Freunde und Gefährten, die zu ihr stehen, die Liebe steht aber weit gegenüber den anderen Entwicklungen zurück und wird auch am Ende nicht unbedingt in einem Happy End gefeiert.

Die Handlung selbst entwickelt sich eher behäbig, was etwas auf Kosten der Spannung geht, dafür belohnt das Buch aber mit einem sehr interessanten Setting, das etwas aus den Klischees herausfällt, lebendigen Figuren und einem Kosmos, in dem Magie einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt und nicht nur als Werkzeug hervorragt.

 

Alles in allem versucht „Sonnentochter – Das Lied der Seide“ die Leser anzusprechen, die Fantasy-Geschichten mit eher alltäglichen Abenteuern und stiller Magie mögen und in denen ein Mädchen erst einmal sich selbst findet und in seine Rolle hineinwächst, ehe es überhaupt daran denkt, der Liebe Beachtung zu schenken. Die Autorin belohnt den Leser mit interessanten Kulturen und nur wenigen Klischees, was das Buch auch für Erwachsene interessant macht.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Sonnentochter – Das Lied der Seide

Autorin: Sheila Rance

Übersetzung: Petra Koob-Pawis

cbj Verlag, August 2015

gebunden, 464 Seiten

 

ISBN-10: 3570157563

ISBN-13: 978-3570157565

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B00KG639TM

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 31.03.2015, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06