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Im Gespräch mit Dr. Gunther Schunk

Redakteur: Christian Endres

 

Fantasyguide: Als wir vor etwas mehr als einem Jahr beisammen saßen und über die »Fråche der Ehre« sprachen, antworteten Sie mir auf die Frage, ob es denn eines Tages einen dritten Teil der »Asterix uff Meefränggisch«-Reihe geben und die Trilogie komplettiert werden würde: »Prinzipiell schließen wir es nicht aus, einen dritten Band auszuarbeiten, doch fehlt uns im Moment die zündende Idee. Die ersten beiden Bände hatten einen guten Plot, das passte genau auf Mainfranken. Alles Weitere hängt davon ab, ob wir eine Idee haben, die sich wieder perfekt auf die Region und ihre Menschen projizieren lässt. Wenn der Geistesblitz aber kommt, dann sind wir sofort wieder dabei!« Ergo ist die zündende Idee also gekommen?

 

Dr. Gunther Schunk: Erstens ist die Trilogie eine wichtige Buchform, die drei eine gute Zahl, und das Ganze ohne einen dritten Teil schlichtweg unvollständig. Außerdem gab es ja nach dem zweiten Band schon die inoffizielle Vermutung von der Trilogie seitens der Leserschaft, und da war es uns wichtig, die Trilogie dann auch wirklich abzuschließen. Zweitens hatten wir natürlich auch nach der »Fråche der Ehre« weiter im Hintergrund hantiert, Ideen geknüpft und den ein oder anderen Irrläufer beseitigt – also wieder Dinge gesucht und gefunden, die man auf die Region Mainfranken übertragen kann. Und drittens stand für uns nach dem dreiunddreißigsten Asterix-Abenteuer, »Gallien in Gefahr«, fest: Sapperlott!, Mainfranken in Gefahr! Am Ende unserer Trilogie muss Mainfranken auf alle Ewigkeit gerettet sein! Es muss ein Happy End geben und den Beweis, dass man immer siegen und am Ende unbeschwert weiterleben kann.

 

Fantasyguide: Quasi wie im Märchen ...?

 

Dr. Gunther Schunk: Ganz genau. Der dritte Band war nach den positiven Reaktionen auf die ersten beiden Teile dann aber auch eine Fråche der Ehre für uns drei. Außerdem dachten wir uns, nachdem die ersten beiden Bände ja nur einzelne Abenteuer sind und eigentlich kein echtes Ende haben, dass man ein eben solches finden müsste, damit der Leser zufrieden ist und wir uns davon schleichen können.

 

Fantasyguide: Davon schleichen? Das heißt, Sie und Ihre Kollegen wollen Asterix und den »mainfränkischen Galliern« ein für alle Mal den Rücken zuwenden und auch sonst dem dialektgeprägten Comic als solchen entfliehen?

 

Dr. Gunther Schunk: Das nicht, aber die Trilogie ist uns heilig. Allerdings ist es durchaus denkbar, in Zukunft noch das ein oder andere Projekt – auch in Comicform! – zu machen. Dieses Jahr stehen bei mir beispielsweise aber noch fünf andere Projekte an, von denen nur eines ein Comic (der Mundart-Band im Oktober oder November) sein wird. Doch wenn 2007 dann wieder Platz und Raum ist, wird es mit Sicherheit neue Projekte geben – wenn die Idee gut ist, unter Umständen auch wieder im Comicbereich oder gar mit Asterix ...

 

Fantasyguide: Auf was genau darf der geneigte Leser sich nun aber erst einmal freuen, wenn der dritte Band endlich erscheinen wird? Und vor allem: Welcher Original-Band liegt dem dritten Streich zu Grunde?

 

Dr. Gunther Schunk: Zu Grunde liegen wird dem letzten Teil der Trilogie »Der Kampf der Häuptlinge«. Worauf der Leser sich freuen kann? Hoffentlich auf eine überzeugende Geschichte, deren Mentalität die der Region widerspiegelt; hoffentlich auch auf eine gelungene dialektale Übersetzung mit viel Sprachwitz; ganz sicher nicht auf Änderungen am Grundkonzept (z. B. die Sache mit dem Glossar, die wir auf alle Fälle beibehalten werden); und auf einen gleichwertigen Band, der sich gut in die Trilogie einfügt. Und ganz sicher können sich die Leser auf pseudohistorische Erläuterungen und Erklärungen zur Geschichte Würzburgs und Mainfrankens freuen.

 

Fantasyguide: Gab es Überlegungen, als Grundlage für den dritten Teil der mainfränkischen Abenteuer unserer gallischen Helden »Asterix und die Normannen« heranzunehmen, der ja jetzt auch als Hauptvorlage für den sechsten Animationsfilm gedient hat?

 

Dr. Gunther Schunk: Wenn wir uns Gedanken über einen mainfränkischen Mundart-Band machen, dann achten wir darauf, dass die Geschichte an Land spielt, damit wir auch wieder in der fränkischen Region unterwegs sein können. Uns geht es in erster Linie ja darum, eine Geschichte in unsere Region zu übertragen. Das ist uns am Wichtigsten. Deshalb verbietet sich ja beispielsweise »Asterix in Spanien«, obwohl man da mit Sicherheit auch einen witzigen Mundart-Band draus machen könnte ...

 

Fantasyguide: Aber »Asterix und die Normannen« spielt doch, sieht man einmal von ein paar Passagen zu Beginn ab, zu gut und gerne 80% in Gallien? Und da hier das Hauptaugenmerk streckenweise deutlich auf Troubadix liegt, könnte ich mir da zum Beispiel eine Verbindung zu Walther von der Vogelweide sehr gut vorstellen, zumal man die PR-Welle des Films ja ideal nutzen könnte ...

 

Dr. Gunther Schunk: Sicher, das hatte glaube ich Hans auch schon einmal angesprochen, aber am Ende wäre uns das doch ein wenig zu platt. Vieles passt da ansonsten einfach nicht auf die Region und würde nicht richtig zünden und funktionieren. Die Mundart-Bände haben ja auch ein eher kleines Publikum in einer bestimmten Region, weshalb uns diese PR-Geschichte durch den Film nicht so unglaublich berührt und wir da ganz unabhängig von wählen konnten, da es das vorhandene Interesse am mainfränkischen Band innerhalb der Region – der Zielgruppe – wohl kaum oder nur ganz geringfügig beeinflusst hätte.

 

Fantasyguide: Mittlerweile sind die Asterix-Mundart-Bände – und damit auch der Dialekt an sich – ja ein fester Bestandteil des Asterix-Universums bzw. des Kults rund um die gallische Comicwelt. Der erste Trailer von Asterix und die Wikinger beispielsweise flimmerte zunächst nur als Internetstream im charmanten Schwiezer-Dütsch über den Computerbildschirm. Wie haben Sie als unmittelbar Beteiligter die rasante Entwicklung und stets sehr positive Aufnahme der Asterix-Mundart- durch die Leserschaft und die Fangemeinde miterlebt?

 

Dr. Gunther Schunk: Das alles zeigt letztlich ja nur schön, dass der Dialekt heute eine andere Funktion hat als bis vor zehn Jahren. Damals war er verpönt, sollte regelrecht ausgemerzt werden und war in den Schulen zum Beispiel sogar »verboten«. Jetzt wird er wieder als Sprachform akzeptiert – das ist für mich als Sprachforscher natürlich ziemlich interessant, da ich mich sogar selbst noch an die andere Zeiten erinnere. Doch diese sind nun vorbei, und die »Dialekt-Renaissance« spiegelt sich eben auch in den Mundart-Bänden wider. Der Leser nimmt die Emotionalität vom Dialekt wahr und auch an. Das war früher nicht so. Heute akzeptiert der Leser es und schätzt neben der Emotionalität auch die durch den Dialekt vermittelte regionale Identität. Und bei den Asterix-Mundart-Bänden schätzt der Leser auch, dass über diese Sprache »neue Geschichten« bzw. Interpretationen entstehen. Zwar ist es bei den meisten der anderen Mundart-Bände mehr ein direktes Übersetzen und nicht so wie bei unseren mainfränkischen Bänden ein Übertragen und Adaptieren, doch gibt es dennoch immer einen neuen Plot, da die Dialekte – eben wegen der Emotionalität, die ich eben schon ansprach – das Tor zu einer anderen Gefühlswelt darstellen, durch das man die Bände neu entdecken kann.

 

Fantasyguide: Gerade Randfiguren, so scheint es, kommen dabei durch den Dialekt stärker zur Geltung, ihre Rollen werden teilweise intensiviert und hervorgehoben, sie für einen Moment besonders stark – stärker als bei den Originalbänden – ins Rampenlicht gestellt. Der Druide Miraculix erscheint z. B. als wahrhaft »uriges Urgestein« der Region ...

 

Dr. Gunther Schunk: Eben. Und genau das kommt zum Teil automatisch dadurch, dass auch Randfiguren durch einen Satz im Dialekt eine ganz andere, unter anderem auch sehr starke Charakteristik bekommen können, wodurch sie natürlich dem Leser auch stärker auffallen.

 

Fantasyguide: Im Umkehrschluss eröffnen die Dialekte durch die hervorgehobene oder veränderte Gefühlswelt einzelner Figuren und Szenen also gleichzeitig auch das Tor zu einer völlig neuen Story?

 

Dr. Gunther Schunk: Jawohl! Und um der nächsten Zwischenfrage, ob das bei unseren Mainfränkischen Bänden auch so ist, vorzubeugen: Ja, sogar noch stärker! Denn wir übersetzten eben nicht nur, sondern übertragen Gespräche und Geschichte in die Region. Bestes Beispiel: Bei der »Dour de Frangn« hatten wir die Karte des französischen Originals so in die Region hier eingebunden, dass es einen vollkommen anderen, neuen Plot gab, der aber genau auf Mainfranken passte. Eine Aneinanderreihung von regionalen Begebenheiten also – und das ergibt selbstverständlich gleich eine neue Geschichte und wird dadurch verstärkt, dass wir noch typisch fränkische Speisen, Getränke, Orte oder Begebenheiten (wie das Kiliani-Fest, das Kesselfleisch, etc.) in die Story einbauten. Das geht alles sehr, sehr deutlich über eine sture Übersetzung hinaus ...

 

Fantasyguide: In unserem letzten Gespräch bemerkten Sie ja schon, dass das Interesse an Sprache immer größer werde – sie läge langsam wieder im Trend. Ein Interesse für Dialekte und Sprache setzt für mich aber voraus, dass man auch entsprechend gefüttert wird – in unserer Zeit ein Job der Medien, will ich meinen. Doch was hält der Sprachforscher in Ihnen nun davon, wenn aus dem Filmtitel die »Normannen« heraus genommen und durch die »Wikinger« ersetzt werden? Vor allem in Hinsicht auf die Begründung, dass der Begriff »Wikinger« für die Zielgruppe einfach geläufiger sei? Hat man hier wieder einmal die Chance verpasst, den Menschen ein Stück Information und Interesse an Geschichte und Sprache schmackhaft zu machen, indem man ihnen schlichtweg alles vorkaut?

 

Dr. Gunther Schunk: Die Frage geht mir fast ein wenig zu weit. Die Marketing-Leute des Films haben mit Sicherheit gute Gründe, und die möchte ich nicht bewerten, denn das mag schon alles so sein. An der Fragestellung ist grundsätzlich etwas anderes wichtig: Kommunikation ist über alle Kanäle fundamental wichtig. Wer heutzutage nicht kommunizieren kann, der hat ein soziales Problem. Vor 100 Jahren hingegen war Kommunikation stark eingeschränkt und eine homogene Welt für sich. Da lebte man in seinem Dorf, hatte ein kleines, begrenztes Umfeld und verließ seine Heimat und eigene kleine Welt mit der eigenen Sprache nur selten – höchstens, wenn man mal zum Arzt in die Stadt musste. Heute hat man da ganz andere Anforderungen und muss unglaublich vielseitig sein! Da gibt es immerhin so viele Ebenen, wo man anders spricht oder auch anders sprechen muss: Beruf, Nachbarn, Familie, Kneipe, Kumpel, Amt, Ärzte, Bandprobe ... Und da ist der Dialekt als Register, als Sprachvariante eine vielseitige Ergänzung, die sehr wichtig ist und immer wichtiger wird. Schließlich wird heute über extrem viele Kanäle kommuniziert: Face to Face, Telefon, SMS, eMail, ... Adäquate Sprachformen müssen also her und auch als solche erkannt und entsprechend verschieden genutzt werden – ich schreibe eine SMS ja anders als eine Mail oder einen anderen Text. Und hier muss ich sagen, tun die Medien meiner Meinung nach generell zu wenig. Das ist nun nicht an dem Filmtitel oder den Wikingern und den Normannen festgemacht, sondern bezieht sich auf den pädagogisch-didaktischen Auftrag der Medien, deren Bildungsauftrag. Die Medien wollen immer informieren und bilden, und die Sprache ist immer der Funktion angepasst (ich werde mich z. B. hüten, mit meiner Frau wie mit meinem Chef zu sprechen und dergleichen ...) – das müssten die Medien stärker herausarbeiten, das unterstützen sie zu wenig und vermitteln es auch den Kindern viel zu selten.

 

Fantasyguide: Die Trilogie ist komplett, meefränggisch’ Gallien wohl zum dritten Mal gerettet, die Wildsäue endgültig aus dem Spessart vergrault – war´s das nun? Oder wandeln Sie, Kai Fraass und Hans-Dieter Wolf in absehbarer Zukunft vielleicht doch noch einmal auf George Lucas’ Spuren und »drehen« die Prequels zur ersten Trilogie?

 

Dr. Gunther Schunk: Man sollte nie etwas ausschließen – schon gar nicht bei uns! Die Trilogie muss nun aber erst einmal vollendet werden, soviel ist klar, und das ist uns wichtig. Welche Ideen uns dann heimsuchen, das muss und wird man sehen. Es bleibt also spannend ...

 

Fantasyguide: Spekulation und Hypothese, aber: Welchen Comic würden Sie abseits von Asterix gerne ins Mainfränkische übersetzen? Oder anders gefragt: Welcher Comic hätte überhaupt das meiste Potential für einen solchen Transfer in unsere schöne Heimat?

 

Dr. Gunther Schunk: Ich kann da nicht so viel dazu sagen, da ich immer mehr der Sprach- und Dialektforscher im Team bin, während die anderen beiden unglaublich viele Comics gelesen haben. Deshalb ziehe ich an dieser Stelle nun meinen Telefonjoker und bringe Hans-Dieter Wolf ins Gespräch ...

 

Hans-Dieter Wolf: Lucky Luke, neben Asterix Goscinnys anderes großes Werk, wäre wegen seines herausragenden Wortwitz sicherlich ein heißer Kandidat, der vom Setting her aber nur schwer nach Mainfranken oder Würzburg passen würde.

 

Fantasyguide: Und etwas von Disney oder dergleichen?

 

Hans-Dieter Wolf: Wohl eher nicht. Da gab es sogar schon einen Versuch von anderen Übersetzern, aber das ist nicht so das Wahre geworden und gestaltet sich wohl als eher schwierig, wie die Kollegen damals sagten. Die Disney-Figuren funktionieren im Dialekt scheinbar nicht so gut und tun sich ohne ihre gewohnte Sprache schwer.

 

Fantasyguide: Entenhausen und Würzburg haben ja auch nicht so unglaublich viel gemein ...

 

Hans-Dieter Wolf: Eben. Aber welche Comicfigur ich sehr gerne einmal in den Dialekt übersetzen würde, das wäre Lee Falks Phantom. Viele der Abenteuer spielen im bengalischen Dschungel, und da könnte man ja den Spessart dafür hernehmen ...

 

Fantasyguide: Das wäre sicherlich spannend. Danke für den spontanen Input!

 

Hans-Dieter Wolf: Gern geschehen.

 

Dr. Gunther Schunk: Ja, die beiden sind da die Spezialisten (schmunzelt). Ich habe einmal drei Monate in Brüssel gelebt und dort unter anderem Hergés Tim und Struppi sehr gut kennengelernt, da zu dem Zeitpunkt im belgischen Museum für Comicgeschichte auch eine Fotoausstellung gastierte, welche mit realen Photos und einzelnen Szenen aus den Comics die Authentizität der Comics in Bezug auf reale Häuser uns Straßen nachwies, verglich und dokumentierte. Ich könnte mir gut vorstellen, so einen Comic mit viel Lokalkolorit einmal in Würzburg angesiedelt zu sehen.

 

Fantasyguide: Ein anderes Projekt aus besagter Heimat, an dem sie fleißig mitwirken, ist der Autorenkreis Würzburg. Was können und was wollen Sie uns über diesen Zusammenschluss mainfränkischer Autoren erzählen?

 

Dr. Gunther Schunk: Der Kreis ist eine lose Verbindung von Menschen, die einfach gerne schreiben. Einige haben schon – zum Teil recht erfolgreich – publiziert, andere möchten gerne publizieren. Zudem will der Kreis Erfahrungen und Kontakte austauschen und legt Wert auf gemeinsame Aktivitäten: Es gab schon eine Lesung der »Kriminellen Vereinigung« innerhalb des Kreises, und bald halten die Lyriker eine eigene Lesung – und dann ist da natürlich noch die Anthologie, deren erste Ausgabe letztes Jahr im Dezember als »Das Würzbuch« erschienen ist. Auch dieses Jahr sieht es wieder so aus, als ob es in dieser Hinsicht etwas geben wird. Wir werden uns wohl bald zusammensetzen und uns ein Motto überlegen, damit wir alle bis September einen Beitrag schreiben können.

 

Fantasyguide: Wie auf der Homepage schön aufgezählt, ist es ein Ansinnen des Autorenkreises, u. a. das Interesse an der Literatur und deren Vielseitigkeit zu wecken. Das bezieht sich, nehme ich an, sowohl auf Jung als auch auf Alt? Und hat dieses Ansinnen speziell bei jüngeren Lesern jenseits von Harry Potter überhaupt noch eine reelle Chance gegen all die anderen Beschäftigungen, die mit dem Lesen konkurrieren?

 

Dr. Gunther Schunk: Das Buch ist ein 1000 Jahre altes Kulturgut und als solches unverzichtbar. Auch wenn der Anteil von jungen Lesern sinkt und Zeit zum Lesen rarer wird, wird es dennoch in den nächsten 30 bis 50 Jahren nach wie vor Kinder- und Jugendbücher geben. Und das ist auch gut so, weil das Buch eine wichtige Funktion hat. Der gesamte Markt für Bücher wird vielleicht irgendwann kleiner, aber zur Zeit ist es ja noch so, dass viele sich ihre Bücher lieber kaufen, obwohl man die meisten davon auch im Internet herunterladen oder in anderer elektronischer Form erweben könnte. Auch sollte man nicht vergessen, dass mit Büchern immer noch gut Geld zu verdienen ist und so ein Markt nicht so mir nichts, dir nichts über Nacht fallen gelassen wird ...

 

Fantasyguide: Ist die Phantastik – sei es nun Science Fiction, sei es Fantasy oder Horror – da ein gängiges Mittel zum Zweck? Schließlich liest sich vieles aus diesem Bereich um einiges entspannter als ein Eco. Und wenn der Autorenkreis schon die Vielseitigkeit der Literatur propagiert, müsste doch auch für die phantastischen Spielarten Platz sein, oder?

 

Dr. Gunther Schunk: Der Autorenkreis ist offen. Das heißt, es könnten jederzeit auch Autoren phantastischer Literatur hinzustoßen. Und Fantasy-Literatur ist mit Sicherheit genauso geeignet, Leute zum Lesen zu animieren, wie anderes Material. In jedem Sujet gibt es gute und schlechte Bücher, und gute Bücher eignen sich immer, um Menschen – gerade jüngeren Alters – zum Lesen anzuregen. Demnach sind gute Fantasy-Bücher nicht weniger gut geeignet als andere gute Bücher, besonders aber sicherlich für Jugendliche, deren Fantasie und deren Freude am Lesen mit ihrer Hilfe gefördert wird. Phantastische Literatur ist ein guter Weg für den Kopf.

 

Fantasyguide: Ich fand es damals sehr schön, als sie Goscinny mit Goethe »verglichen« und dem Comic als solchen freimütig – und vor allem ohne zu Zögern – seinen Platz in der Weltliteratur einräumten. Hat der Autorenkreis – nicht zuletzt dadurch, einen fleißigen Asterix-Übersetzer in seinen Reihen zu haben – wie auch immer geartete Ambitionen in Richtung der neunten Kunst?

 

Dr. Gunther Schunk: Selbe Antwort wie zuvor: Der Kreis ist offen! Kommt wer, der dabei sein möchte und gut mit Comics kann, dann ist er herzlich eingeladen. Ich kenne nun aber Niemanden in der Würzburger Szene, der Comics zeichnen würde – was nun nichts daran ändert, dass auf unserer Plattform jeder Künstler literarischen Wirkens willkommen ist. Schließlich sind ja auch wir dankbar, so eine Plattform zu haben, da es in Würzburg außer dem Club der toten Dichter nichts in dieser Art gibt. Und ein Comiczeichner würde da gut reinpassen, logisch.

 

Fantasyguide: Dann warten wir einfach mal ab, ob Würzburg noch einen Star-Comiczeichner hervorbringt. Herr Dr. Schunk, ich bedanke mich für Ihr abermaliges Interesse, den guten Kuchen und Ihre freimütigen Antworten und wünsche Ihnen viel Spaß und Erfolg mit all ihren derzeitigen und künftigen Projekten.

 

Dr. Gunther Schunk: Danke. Es hat auch mir wieder viel Spaß gemacht!

 

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Asterix red’ scho widder uff Meefränggisch

 

 

Dr. Gunther Schunk

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Erstellt: 25.04.2006, zuletzt aktualisiert: 26.01.2015 20:44