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Spinnenkuss von Jennifer Estep

Reihe: Elemental Assassin, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Jennifer Estep dürften die meisten LeserInnen vermutlich durch ihre Serie um die „Mythos Academy“ kennen gelernt haben, die bei Pipers Imprint IVI erschienen ist. Auch in ihrer neuen Serie „Elemental Assassin“ taucht sie in die Welt des Übersinnlichen ein, wenn auch wesentlich erwachsener und actionreicher, wie auch schon der erste Band „Spinnenkuss“ beweist.

 

Gin hat mit dreizehn Jahren ihre Familie durch einen Feuerelementar verloren, musste miterleben, wie ihre Eltern und Geschwister durch eine über Flammen gebietende Frau ermordet wurden. Dieses Erlebnis hat sie geprägt. Auch wenn sie in Fletcher, der das auf der Straße herumirrende Kind aufgenommen hat, einen liebevollen Vaterersatz gefunden hat, der ihr auch die Lebensfreude wiedergab, so hat sie in ihrem Herzen doch die Rache gehegt und gepflegt.

So ist es ihr ein Leichtes gewesen, sich zu einer Meuchelmörderin ausbilden zu lassen und nun schon seit Jahren ein Doppelleben zu führen. Die meiste Zeit arbeitet sie im Restaurant ihres Pflegevaters und ist eine begabte und feinsinnige Köchin, ab und zu schlüpft sie aber auch in ein dunkleres Outfit, um für Geld andere Menschen zu töten, die durch das Gesetz nicht bestraft wurde, wie etwa die Psychologin in einer Nervenklinik, die einen jungen Mann durch Missbrauch in den Selbstmord trieb.

Bisher ist sie weder aufgehalten, noch erkannt worden. Doch nun wendet sich das Blatt. Ein äußerst lukrativer Auftrag erweist sich als Falle. Plötzlich ist sie in einen Betrugsskandal größeren Ausmaßes verwickelt, muss miterleben, wie die Menschen, die ihr wichtig sind, in tödliche Gefahr geraten und lernt auch noch einen Mann kennen, der ihr Weltbild zum Erschüttern bringt – Detective Cain.

Besonders brisant wird es, als die beiden sich zusammen tun müssen, um gegen die unsichtbaren Feinde zu bestehen, die es auf sie beide abgesehen haben, obwohl sie eigentlich auf verschiedenen Seiten des Gesetzes stehen ...

 

Der größere Actionanteil, die Gewalt und auch die gelegentlichen Sexszenen mögen zwar andeuten, dass sich die Autorin mit der neuen Reihe „Elemental Assassin“ an eine ältere Zielgruppe richten möchte, aber so ganz will ihr das nicht gelingen. Denn die Figuren und ihre Konstellation zueinander sind sich überraschend ähnlich. Die Heldinnen sind junge Frauen mit besonderen Kräften, die diese durchaus zu nutzen wissen, haben aber auch eine sehr gefühlvolle und feinsinnige Seite. Sie bleiben trotz aller Macht und ihrer Taten sehr menschlich.

Und natürlich bleibt auch Gin mit ihren Morden in moralischen Grenzen. Es sterben durch ihre Hand keine Unschuldigen, sondern vor allem die, die vor dem Recht noch einmal davongekommen sind, obwohl sie ihren Mitmenschen Leid angetan haben und damit nicht aufhören können.

Es ist auch nichts neues, dass die Heldin ihren väterlichen Mentor verliert und dafür einen starken Mann an ihre Seite bekommt, mit dem sie auch ihre leidenschaftliche Seite ausleben und richtig Frau sein kann.

Letztendlich bewegt sich die Autorin genau in dem Rahmen, in dem sich viele romantische Thriller bewegen, nutzt die Klischees, um ihre Geschichte aufzubauen und zu einem dramatischen Höhepunkt zu führen.

Das ist zwar sehr kurzweilig und lebendig geschrieben, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck. Dazu bedient sich Jennifer Estep zu sehr aus dem Baukasten, fügt zu viele bereits vertraute Elemente zu einem Gemisch zusammen, dass man kaum von vergleichbaren Werken unterscheiden kann.

Nicht einmal die Figuren ragen aus der Masse heraus. Dazu entsprechen sie zu sehr den Archetypen, sind zu austauschbar und entwickeln sich nur in dem Rahmen weiter, in dem es die klischeebeladene Geschichte zulässt.

Leider verläuft auch das Ende zu sehr im Sande, löst sich viel zu routiniert und schnell auf, um dann neue Andeutungen in den Raum zu werfen, die eine Fortsetzung notwendig machen, aber nicht gerade zufrieden stellen.

 

„Spinnenkuss“ ist einer der romantischen Thriller mit leichtem übersinnlichen Anteil, die zwar beim Lesen Entspannung bieten und kurzweilig unterhalten können, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, denn dazu bewegt sich die Autorin zu sehr in den weit ausgetretenen Pfaden des Genres. Es bleibt abzuwarten, ob sich das in den kommenden Bänden der Reihe ändert.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Spinnenkuss

Autorin: Jennifer Estep

Reihe: Elemental Assassin, Bd. 1

Autor: Jennifer Estep

broschiert, 429 Seiten

Piper, erschienen Dezember 2013

Übersetzung aus dem Englischen von Vanessa Lamatsch

ISBN-10: 3492269400

ISBN-13: 978-3492269407

Erhältlich bei: Amazon

Kindle Edition

ASIN: B00CXTY87W

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 16.03.2014, zuletzt aktualisiert: 30.11.2018 12:42