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Spionage von Dugald A. Steer

Rezension von Christel Scheja

 

Der Verlag Ars Edition begeistert mit seinen Sach- und Erlebnisbüchern zu bestimmten Themen aus der klassischen und modernen Abenteuer-Literatur mittlerweile nicht nur Kinder, denn die Bände, die sich mit historischen oder mythologischen Themen beschäftigen, sprechen inzwischen auch immer mehr Erwachsene an, die neben dem schön gestalteten Inhalt auch die kreative Note daran mögen und den zwar ein wenig oberflächlichen aber nicht minder informativen Überblick schätzen.

Diesmal hat man sich eines Themas angenommen, dass gerade Krimi- und Thrillerfans interessant finden dürften: „Spionage“

 

Wer möchte nicht gerne ein Spion und Abenteurer sein, wie man ihn aus Filmen und Romanen kennt, wagemutig, offen für ungewöhnliche Maßnahmen und weit entfernt davon in einem langweiligen Leben zu versauern. Für die, die mehr erleben wollen, bietet der Band in überraschend aufgetauchte, früher einmal aber streng geheime Akten des MO6, des britischen Geheimdienstes.

Anhand der „Operation CODEX“, die im Jahre 1958 abgeschlossen wurde, kann man nachvollziehen und ergründen, wie Spionage und Gegenspionage bis in die 1950ger Jahre funktionierte. Vieles davon ist sicherlich heute auch noch aktuell, auch wenn sich so manches geändert hat.

Anhand der Akten von Spencer Black und einigen Hilfsmitteln kann man dem Fall nachgehen, ergründen, was sich hinter dem Tarnnamen CODEX versteckte und wie groß die Bedrohung für Europa wirklich wahr. Die Zeiten des beginnenden Kalten Krieges, der bis in die späten 1980er Jahre schwelte, werden wieder in die Erinnerung zurück gerufen und die Feindbilder sind klar...

Das Buch verrät, warum es überhaupt Spionage gibt, und wann sie im großen Stil eingeführt wurde. Wie kommunizieren die Spione miteinander und was macht einen perfekten Spion aus, der erfolgreich arbeitet und nicht enttarnt wird? Welche Tricks und Werkzeuge benutzt er?

Wie kommt er an seine Informationen und was muss er dafür auf sich nehmen? In welche Strukturen ist er eingebunden und wie beginnt er seine Operation. Wie beschafft er die Informationen und setzt sie zueinander in Beziehung – und wie übermittelt er diese an die verantwortlichen Stellen? Codes werden ebenso angesprochen wie die Nutzung entsprechender Kommunikationsmittel.

Was tut er, wenn er droht enttarnt zu werden oder gar gefangen genommen wird? Wie besteht er in Verhören und organisiert er eine Flucht? Wie sehen Spionagenetzwerke aus oder entdeckt man Gegenspionage... Auch ein Blick auf die Vergangenheit wird geworfen, ehe man zur Tat schreiten kann und darf.

 

All das und mehr erfährt man auf den liebevoll gestalteten Seiten, die im Stil der späten fünfziger Jahre des letzten Jahrhundert gehalten sind. Auf jeweils einer Doppelseite wird das Unterthema behandelt. Kurze Texte ergänzen Illustrationen und „Zeitúngsausschnitte“, dazu gibt es eingeklebte Briefe und Codetabellen und eine sogenannte „Fallakte“, in der von einem wahren Fall berichtet wird. Man erfährt mehr über bekannte Spione aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, die Organisationen, denen sie angehörten und die bis dahin existenten Sicherheitsdienste. Die Arbeitsmethoden sind eine Mischung aus dem, was damals wirklich verwendet wurde, und dem, was man aus entsprechenden Filmen und Romanen kennt.

Dabei übertreiben es die Autoren aber nicht, wie man es etwa von den späteren „James Bond“-Filmen her kennt. Technische Gimmicks kommen eher selten zum Einsatz. Die schärfsten Waffen der Spione sind ihre Intelligenz, Einfallsreichtum, ihre Beobachtungsgabe und nicht zuletzt ihr Geschick in allen möglichen Handwerken und Techniken. Sie müssen manchmal zu einfachsten Mitteln greifen, um ihre Botschaften zu verschlüsseln oder übermitteln und damit die Gegenspione oder das Sicherheitsnetz zu unterlaufen – und das wird hier sehr schön in Szene gesetzt. Als besondere Dreigabe gibt es dann noch einen Decodierer auf der inneren Rückseite und den „Vergrößerungs-Filter-Decoder“. Letzteren kann man aus der Hauptseite entfernen und mit beidem nach den verborgenen Botschaften in diesem Buch suchen.

Sicherlich werden in erster Linie Kinder ihren Spaß mit dem Buch haben, denen technische Gimmicks noch nicht so wichtig sind. Aber auch erwachsene Leser werden sich von dem liebevoll gestalteten Buch gefangen nehmen lassen können, dass sie in die Zeit ihrer eigenen Kindheit zurück führt, in dem viele Abenteuergeschichten auf die genau die Dinge zurückgriffen, die hier beschrieben werden, sei es nun in den entsprechenden Filmen oder in Büchern.

Es macht sehr viel Spaß durch die Seiten zu blättern und dabei vielleicht die ein oder andere Information zu entdecken, die man noch nicht kannte. Interessant sind auch die Anmerkungen, die darauf hinweisen, dass sich im einundzwanzigsten Jahrhundert – also nach bald fünfzig Jahren, doch einiges verändert hat, da es immerhin einige Staaten und Machtblöcke nicht mehr so gibt. Wer das ganze für altertümlich hält, sei daran erinnert, dass dies die Grundlagen des Spionagehandwerks sind, die heutzutage durchaus immer noch auf die ein oder andere Weise genutzt werden, gerade wenn man sich in Regionen bewegt, deren Technik noch nicht so ausgereift ist.

 

Alles in allem ist „Spionage“ wieder einmal ein gelungenes Sachbuch, in dem das Thema atmosphärisch und übersichtlich behandelt wird und gleichermaßen Kinder wie auch Erwachsene ansprechen kann.

 

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Buch:

Spionage

Autor: Dugald A. Steer

Bildband mit herausnehmbaren Materialien und Schiebern, 28 Seiten

Ars Edition, erschienen September 2009

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Petra Bachmann

Titelbild & Innenillustrationen von Ian Andrews, Anne Yvonne Gilbert, Jonnie Lambert, Tomislav Tomic und Helen Ward

ISBN-10: 3760744818

ISBN-13: 978-3760744810

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.12.2009, zuletzt aktualisiert: 18.02.2015 19:43