Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Stadtfauna – 600 Tierarten unserer Städte (Herausgeber: Stefan Inneichen)

Rezension von Christel Scheja

 

Berichte in den Medien erinnern immer wieder daran, dass die heimische Tierwelt nicht bereit ist, sich so leicht geschlagen zu geben. Es mag zwar sein, dass die natürlichen Lebensräume im Wald und auf den Feldern schwinden, aber nicht wenige Arten haben einen Weg zum Überleben gefunden. Sie passen sich an und werden wie die Menschen Stadtbewohner, finden ihre ökologischen Nischen.

Manche tun es auffällig, man denke nur an das Rot- und Schwarzwild, dass nicht nur in den Parks oder auf Friedhöfen zu finden ist, sondern durchaus auch einmal entlang der großen Straßen, andere wieder leben ganz dicht bei uns und wir bemerken sie nicht einmal.

 

Der handliche Führer „Stadtfauna – 600 Tierarten unserer Städte“ stellt die prominentesten Arten vor, den wir inmitten unserer Städte begegnen können. Wie zu erwarten nehmen den größten Raum natürlich die Kleinstlebewesen ein, seien es nun die winzigen Krebse oder wirbellosen Tiere im Wasser und die Insekten. Die meisten davon fallen uns nicht einmal auf, selbst wenn wir vor ihnen stehen.

Den einzelnen Beschreibungen geht aber erst einmal ein allgemeiner Teil vorweg. Wie ist es dazu gekommen, dass Tiere, die normalerweise im Wald leben heute durchaus auch Teil des Lebens in unseren Städten geworden ist. Wie sah es in früheren Zeiten damit aus, warum ist heute vieles anders als damals?

Wie kommt es, dass heute auch Arten aus dem Mittelmeerraum oder ganz anderen Kontinenten bei uns zu finden ist? Hat der Mensch sie eingeschleppt, oder sind sie von selbst gekommen? Welches sind die typischen Lebensräume für Wildtiere? Wirklich nur Gärten und Parks, oder treiben sie sich auch in Gebäuden und an Bahnstrecken herum. Welchen Wert hat das für uns Menschen? Sind die Tiere lästig und gefährlich, oder bereichern sie unser Lebensumfeld nicht vielleicht auch?

Danach folgen die Artenportraits. Die meisten nehmen nicht mehr als eine Viertelseite ein, begleitet von einem Bild. Stichwortartig wird auf Größe, Aussehen, den Lebensraum, Nahrung, Fortpflanzung, aktivste Zeit und nicht zuletzt Besonderheiten eingegangen. Dabei werden auch eingewanderte Arten wie die chinesischen Flusskrebse oder die Halsbandsittiche genannt. Etwas ausführlicher sind nur die Portraits der Vögel und Säugetiere, die wir selbst eher wahrnehmen. Das ganze wird durch ein Glossar und ein Stichwortregister abgerundet.

 

Es ist schon erstaunlich, welche Artenvielfalt in den Städten herrscht und wie wenig man eigentlich wirklich davon wahr nimmt. Am meisten sind bei den Menschen vermutlich noch die Vögel präsent, deren Stimmen überall zu hören sind, gelegentlich kleinere Nagetiere und mit viel Glück auch schon mal ein größeres, das war es aber auch schon.

Mit den Insekten hat man gelernt als notwendiges Übel zu leben, die meisten werden eigentlich nur als Schädlinge betrachtet. Doch gerade sie haben den Lebensraum Stadt am zahlreichsten für sich erobert und sind mehr oder weniger überall zu finden, selbst am menschlichen Körper.

Das Buch hält vor Augen, wie viel es selbst in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus zu entdecken gibt, und das Spinne nicht gleich Spinne, Käfer nicht gleich Käfer ist. Manche von diesen Tieren können auch wichtige Hinweise geben. Auch im Garten kann man lernen, vieles besser auseinander zu halten, was jetzt gleich aussieht. Und nicht zuletzt gibt es einen Überblick über die lebendige Vogelwelt.

Die Beschreibungen sind kurz und leicht verständlich. Sie reichen für einen Überblick, gehen dann aber auch nicht weiter in die Tiefe – wenn man über die eine oder andere Tierart mehr wissen will, muss zu anderen Büchern greifen. Aber als Bestimmungshandbuch zum Mitnehmen liefert es gute Dienste.

Auch für den Einsatz im Rollenspiel oder für einen Autor kann es kann interessant, sein, sich das Buch genauer anzusehen, denn selbst hier kann man sich von den bizarren Wesen inspirieren lassen.

 

Alles in allem erweist sich „Stadtfauna – 600 Tierarten unserer Städte“ als spannendes Bestimmungshandbuch für die Natur in unserer unmittelbaren Nähe und in unserem vertrauten Lebensraum – der Stadt. Und auch wer ein wenig mehr damit anfangen möchte, findet hier viel Inspirationen zur Gestaltung einer eigenen fiktiven Tierwelt.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Buch:

Stadtfauna – 600 Tierarten unserer Städte

Herausgeber: Stefan Inneichen und andere

Softcover, 435 Seiten

Haupt, April 2012

Fotos aus verschiedenen Quellen

ISBN-10: 3258077231

ISBN-13: 978-3258077239

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 25.05.2012, zuletzt aktualisiert: 13.09.2019 10:16