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S.T.A.L.K.E.R. von Claudia Kern & Bernd Frenz

Reihe: Shadow of Chernobyl Bd.1

Rezension von Carsten Kuhr

 

1986 brannte ein Block im damals noch russischen Kernkraftwerk Tschernobyl und verstrahlte die weite Umgebung. Die russischen Programmierer des Ego-Shooters S.T.A.L.K.E.R haben aus dieser Ausgangssituation ihre Spielwelt geschaffen. Zwei deutsche Autoren, Claudia Kern und Bernd Frenz haben zusammen mit dem Dino Verlag die Romanadaption des Games übernommen. Den Auftakt bietet ein eigenständiger Roman, der dem Leser und dem interessierten Spieler schildert, wie es zu den Zuständen im Game kam.

 

Zwei Männer stehen im Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Zum Einen der Deutsch-Ukraine David, der zusammen mit seinen Eltern als Tourist auch Tschernobyl besucht. Als ihr Bus in der verstrahlten Geisterstadt einen Stop einlegt, entfernt der Junge sich von der Reisegruppe. Ein greller Blitz erhellt die Umgebung, und der Bus mitsamt der Reisegruppe ist spurlos verschwunden. Nur der Junge wird bewusstlos aufgefunden. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass er besondere Hirnaktivitäten aufweist, seine PSI Gaben sind geweckt worden. Immer wieder verschwinden Menschen und Gegenstände rund um die abgesperrte Unglücksstelle. Mit den Ermittlungen auch im Fall von David wird Major Alexander Marinin betraut. In den nächsten Jahren verbindet die ungleichen Männer eine Gemeinsamkeit - beide wollen den Rätseln von Tschernobyl auch gegen entschiedensten Widerstand von Oben auf den Grund gehen. Gemeinsam, nur geschützt durch Davids PSI Gabe dringen sie in das sich ständig ausdehnende Gebiet der Anomalien ein. Gravitationsminen, genetisch mutierte Hunde, Ratten und Zombis pflastern ihren Weg hin bis zum geheimen Forschungslabor ...

 

 

Claudia Kern und Bernd Frenz kennen und schätzen sich seit Jahren. Zusammen haben sie bei »Maddrax« einige der besten Romane verfasst, so dass ich mit einigen Erwartungen an diesen Roman ging.

 

Im Gegensatz zu dem Ego-Shooter plakatieren beide im Roman weniger die gewaltverherrlichenden Kämpfe und Horrorszenen, sondern versuchen ihre Leser behutsam und stimmungsvoll an die Handlung heranzuführen. Zwar kommen natürlich die mutierten Aufpasser vor, es gibt Kämpfe und Schusswechsel, doch interessanter erscheint mir und den Autoren wohl die Suche nach dem Geheimnis hinter den Vorgängen. Dabei bieten sie das was die Leser von einer Handlung die im ehemaligen Sowjetreich spielt erwarten. Ein kompromisslosen Militärapparat, Wodka-konsumierende Ex-Kolchosen, einen gegen das alte Regime und die scheinbar fest zementierten Machstrukturen aufbegehrenden Polizisten, der sich aber letztlich doch geschlagen geben muss. Hierbei gelingt es ihnen markante Gestalten zu zeichnen, ohne zu sehr ins Klischeehafte abzurutschen. Insoweit ist dieser Roman auch für Nicht-Spieler lesenswert, und lässt gespannt auf die weiteren Titel warten.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

S.T.A.L.K.E.R.

Reihe: Shadow of Chernobyl Band 1

Autoren: Claudia Kern und Bernd Frenz

Taschenbuch, 266 Seiten

Dino Entertainment, Dezember 2005

 

ISBN: 3833213108

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 20.02.2006, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 12:18