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Staub von Patricia Cornwell

Rezension von Christel Scheja

 

Bereits zwölf Abenteuer hat Kay Scarpetta, die bekannte Gerichtsmedizinerin aus der Feder von Patricia Cornwell hinter sich gebracht und ist inzwischen zu einer Bestseller-Reihe unter den Kriminalromanen geworden. Das mag sich vielleicht durch Fernsehserien wie CSI gewachsenen Interesse an der Pathologie entwickelt haben.

 

In ihrem dreizehnten Abenteuer kehrt sie nun an die erste Stätte ihres Wirkens - nach Richmond, Virginia- zurück, obwohl sie sich schon längst in einem anderen Staat eine neue Existenz aufgebaut hat, weil sie von ihrem derzeitigen Partner versetzt wurde, der anstatt mit ihr in den Skiurlaub zu fahren, einen anderen Fall bearbeiten muss.

Kay findet so die Zeit einer Bitte ihres ehemaligen Stellvertreters zu folgen, sich einen komplizierten Fall einmal genauer anzusehen. Einerseits freut sie sich, die Stätte ihres Wirkens nach so vielen Jahren noch einmal aufsuchen zu können, andererseits schlägt sie die Hände über dem Kopf zusammen, denn ihr direkter Nachfolger hat die Gerichtsmedizin verkommen lassen.

Unsauberkeit und Nachlässigkeit haben sich eingeschlichen, die nicht sein müssten und sogar Ärger machen könnten. Untersuchungsergebnisse wurden dadurch verfälscht und Beweise vernichtet.

Kay versucht das zu ignorieren, als sie sich die Leiche eines vierzehnjährigen Mädchens vornimmt, das vordergründig an Grippe gestorben zu sein scheint, sich bei der genauen Obduktion allersdings als Mordopfer heraus stellt. Irgend jemand hat die junge Cindy auf grausame Art und Weise erstickt.

Nun erwacht der Ermittlerinstinkt in Kay Scarpetta und sie mischt sich in die Ermittlungen ein, unterstützt von Detective Marino. Sie geht mehreren möglichen Spuren nach, weil sich vor allem die Mutter der Toten in Widersprüche verstrickt, bis die Analyse des Staubs im Mund der Toten eine weitere Möglichkeit eröffnet, an die noch keiner zuvor gedacht hat. Und diese neuen Hinweise führen in die Vergangenheit zurück, in der Kay selbst noch die Gerichtsmedizin von Richmond geleitet hat.

 

Die Stärke des Romans sind wohl die ausführlichen und glaubhaft wirkenden Schilderungen der Obduktionen. Mein meint förmlich neben den Gerichtsmedizinern zu stehen, die jeden noch so kleinen Hinweis deuten können und so nach und nach das Bild eines Todes zusammen setzen können.

Damit der Roman aber nicht nur aus solchen Szenen besteht gibt die Heldin sich nicht nur mit den Untersuchungen in ihrem Labor zufrieden, sondern nimmt auch Ermittlertätigkeiten am Tatort auf und spricht mit den Leuten, die das Mädchen näher kannten.

Das wird noch mit einer Prise persönlicher Verwicklungen vermischt und fertig ist eine Handlung, die in ihrem Grundgerüst zwar sehr einfach gestrickt ist, ausgearbeitet aber etwas komplexer wirkt.

Kay Scarpetta ist eine sehr dominante Figur. Gegenüber ihr verblassen die meisten anderen Charaktere, selbst die Freunde und Mitarbeiter, mit denen sie viel zu tun hat und sind nicht mehr als Stichwortgeber.

Das ist neben einigen all zu weitschweifigen Szenen das größte Manko des Buches. Denn so interessant die Geschichte auch aufgebaut ist, sie besitzt auch Längen. Nicht immer wird die Handlung so vorangetrieben, das die Spannung gehalten wird, auch wenn der rote Faden ansonsten sehr sauber geknüpft ist.

 

„Staub“ bietet trotz dieses kleinen Mankos Freunden aktiv ermittelnder Gerichtsmediziner jedoch spannende und filmreife Unterhaltung - ideal also, wenn man die Wartenzeiten zwischen den neuen Folgen der Serien überbrücken muss.

Eure Meinung:


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Staub

Reihe: Kay Scarpetta, Bd. 13

Autorin: Patricia Cornwell

Broschiert, Taschenbuch, 477 Seiten

Blanvalet, erschienen Juni 2007

ISBN: 978-3-442-45437-2

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Karin Duffner

Titelbild von Getty-images

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 24.07.2007, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 12:18