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Sterbliche Hüllen von Beverly Connor

Rezension von Ramona Schroller

 

Klappentext:

Sie ist traumatisiert, nachdem sie durch ein Verbrechen ihre Adoptivtochter verloren hat. Diane Fallon, eine junge forensische Anthropologin, leitet ein kleines Naturkundemuseum - und versucht zu vergessen. Doch die Vergangenheit holt sie wieder ein, als in einem nahe gelegenen Waldstück ein Knochenstück gefunden wird. Die Polizei befürchtet, daß es sich um die Überreste eines vor kurzem verschwundenen Mädchens handeln könnte. Als die Verschwundene plötzlich wieder auftaucht, gehen die Ermittler von einem Irrtum aus. Nur Diane mag nicht glauben, daß das Fundstück ein Tierknochen war ...

 

Inhalt:

Diane Fallon hat eine schwere Zeit hinter sich. Ihre Adoptivtochter wurde ermordet, sie selbst bedroht, und schließlich war sie schlicht und ergreifend nicht mehr fähig, ihre Arbeit als forensische Anthropologin auszuüben. Da kommt das Angebot eines Bekannten gerade recht, als seine Vertreterin in einem kleinen Naturkundemuseum anzufangen.

 

Doch alles kommt anders: Ihr Mentor stirbt, noch ehe sie überhaupt ihre Arbeit begonnen hat, und Diane wird zur Leiterin des Museums. Eine Arbeit, die von ihr schon wesentlich mehr Geschick verlangt, als sie eigentlich zu geben bereit ist. Doch sie kämpft sich durch alle Widrigkeiten, bis der Vorstand des Museums an sie herantritt mit der Forderung, in ein anderes Gebäude umzuziehen. Diane lehnt ab, sich wohl bewußt, daß es nun endgültig zum Machtkampf kommen wird.

 

Dann taucht ihr alter Bekannter, Frank, auf und bittet sie, sich einen Knochen anzusehen, den ein Bekannter von ihm gefunden hat. Die Befürchtung ist, daß die Tochter dieses Bekannten ermordet wurde, denn sie ist seit einiger Zeit verschwunden. Diane nimmt den Auftrag widerstrebend an. Doch kurz darauf taucht das Mädchen wieder auf. Dafür aber wird der Rest ihrer Familie eines Abends tot aufgefunden, und die junge Star steht unter Mordverdacht.

 

Diane aber gibt nicht auf. Sie ist überzeugt davon, daß der Knochen das Rätsel lösen könnte. Er ist kein Tierknochen, wie die hiesige Polizei behauptet, sondern stammt von einem Menschen ...

 

Rezension:

Forensik und Kriminalistik haben im Moment Hochkonjunktur. Fernsehserien wie die diversen CSI-Sequels beweisen das mehr als deutlich. Auch Fachbücher zur Forensik sind inzwischen in den Massengeschmack gekommen. Es kribbelt so herrlich im Bauch, wenn man die vielen verschiedenen Methoden kennenlernt, oft genug an teils grausigen Beispielen erläutert, einen Mörder zu überführen. Aber was ist eigentlich Forensik?

 

Diese Frage zu beantworten, würde schon allein ein Buch füllen. Bleiben wir also bei der einfachen Antwort, die jeder aus dem Fernsehen kennt: Forensiker sind Wissenschaftler, die mit Hilfe ihrer Wissenschaft versuchen, den Tathergang zu rekonstruieren und dadurch der Polizei helfen, den Täter zu identifizieren. Ein Forensiker an sich ist kein Polizist, hat auch nicht die Befugnisse, die ein Polizist besitzt.

 

Eine forensische Anthropologin ist eine Wissenschaftlerin, die sich mit dem Menschen an sich beschäftigt. Schädelrekonstruktionen, Knochenuntersuchungen, all dies und noch viel mehr gehört zu diesem Beruf. Forensische Anthropologen sind an für sich durch ihre humanitäre Arbeit bekannt geworden, in Krisengebieten Massengräber zu finden und die Leichen zuzuordnen, sofern dies möglich ist.

 

Beverly Connor hat offensichtlich sehr gut über diesen Beruf und seine Methoden recherchiert. Auf oftmals spannende Weise führt sie ihre Leser an diese Wissenschaft heran, kramt dabei sogar in den Vorurteilen anderer Wissenschaftler. Technisch gesehen bewegt sie sich im Rahmen dessen, was heute möglich ist. Auch die Methoden der Forensiker werden interessant dargestellt, wenn auch der Vergleich zwischen einem Tatortermittler und einem Archäologen etwas hinkt. Dennoch bleibt ein angenehmer Eindruck zurück.

 

Ein wenig brauchte ich allerdings, um mit der Figur der Diane Fallon warm zu werden, zeigt sie ab und an doch Charakterzüge, die ihr, wie ich finde, konträr laufen. Sie ist eine gebrochene Frau, hat ihr Kind verloren und lebt in ständiger Angst davor, auf den Befehl eines Diktators ermordet zu werden. Irgendwie paßte mir da der eine oder andere Ausbruch ihrerseits nicht, wenn er auch, auf die lange Sicht des Romans gesehen, durchaus logisch ist.

 

Interessant auch, daß die Autorin zwei verschiedene Fälle miteinander verquickt. Hier führt sie ihre Leser tatsächlich mehr als einmal auf die falsche Fährte. Hervorragend gemacht, wenn auch an ein oder zwei Stellen etwas dick aufgetragen.

 

Alles in allem ein interessantes Buch, das sich angenehm lesen läßt. Die 525 Seiten mögen zunächst einmal schrecken, sind aber tatsächlich schnell heruntergelesen. Die Cliffhanger am Ende der Kapitel sorgen schon dafür, daß der Leser diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen mag. Gutes Buch.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Sterbliche Hüllen

Autor: Beverly Connor

Broschiert - 464 Seiten - Droemer/Knaur

Erscheinungsdatum: Februar 2006

ISBN: 3426633981

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 11.05.2006, zuletzt aktualisiert: 30.11.2018 12:42