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Sturmpfade von Nicole Schuhmacher

Reihe: Der zweite Sturmwerkerkrieg, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1966 geborene Diplomsoziologin Nicole Schuhmacher stammt aus der Rollenspielgruppe von Markus Heitz. So gehört sie zu den wenigen glücklichen Autoren, deren Manuskripte vermutlich von Anfang an ein wenig mehr Beachtung fanden und bekam so die Chance einen Zyklus für Heyne zu verfassen.

Im Herbst 2009 erschien mit „Sturmträume“ bereits der erste Band der Saga „Der zweite Sturmwerkerkrieg“, nun ist mit „Sturmpfade“ der zweite heraus gekommen.

 

Das Leben hat sich stark verändert, seit Rika nach Jahren der Abwesenheit nach Hause zurückkehrt und dort nur noch Ruinen und Leichen vorfindet. Sie will Rache an den Mördern nehmen und schließt sich dabei zwei jungen Männern namens Micail und Shoran an. Zugleich erscheint immer wieder eine uralte und geheimnisvolle Macht in ihren Träumen.

Schließlich verschreibt sich Rika ganz dem geheimnisvollen Sturmgott, der sich ihr als Helfer anbietet, und wird so zu einem wichtigen Werkzeug im Kampf der Rebellen gegen die ungerechte Königin, die die Völker unter ihrer Herrschaft mehr unterdrückt als beschützt.

Sie soll den Anführern zur Seite stehen, die hoffen, mit Rikas Hilfe die Maschinen und Werkzeuge der Vorzeit zu aktivieren, mit denen sie die Artefakte der Sturmwerkergilde ausschalten können. Denn die junge Frau ist durch ihr Bündnis zu einer mächtigen Sturmwirkerin geworden, die nichts und niemand aufhalten könnte.

Allerdings hat Rika sich auch auf einen sehr launischen und eifersüchtigen Partner eingelassen, denn als sie sich in den stattlichen Hauptmann der Wache verliebt, macht der Sturmgott seine Ansprüche auf sie geltend.

Im Mittelpunkt steht auch das Schicksal des jungen Rhedgar Callansson, der in der Garde der Königin dient und zum Beschützer der jungen Prinzessin Helfrid wird – bis zum bitteren Ende. Durch ihn erfährt man ein wenig mehr von dem, was auf der gegnerischen Seite geschieht.

 

Man mag jetzt annehmen, dass „Sturmpfade“ dort anschließt, wo sein Vorgänger aufhörte, aber das ist nicht ganz der Fall. Rika spielt in diesem Buch nicht mehr ganz die Hauptrolle, sondern teilt sie sich mit Rhedgar, aus dessen Sicht auch einmal die andere Seite ein wenig Farbe bekommt.

Allerdings sollte man nicht zuviel davon erwarten, da die Intrigen um die Königin eher nur angedeutet als wirklich ausgeführt werden. Dadurch wirkt der Roman unfertig, man erwartet immer, dass die magischen Automaten und die Sturmwerker wieder mitmischen – aber das geschieht ebenso wenig wie eine Entwicklung von Rika als Persönlichkeit und in ihrem Miteinander mit dem Sturmgott. Es gibt zwar viele Dialoge, aber in denen wird nicht wirklich etwas getan, um die Figur plastischer zu machen und voran zu treiben.

Wie im ersten Band wechselt die Autorin immer wieder die Schauplätze und die Sicht der erzählenden Personen. Dadurch erzeugt sie Spannung, nur bleibt diese ähnlich moderat wie die Action, da Beziehungen und Dialoge im Mittelpunkt des Buches stehen und nicht die Ereignisse selbst. Nicht einmal der Hintergrund gewinnt durch Details an Farbe.

Am Ende fragt man sich auch, was der Sinn der ganzen Abenteuer war, denn letztendlich ist Rika auf den 500 Seiten des Bandes nicht sonderlich voran gekommen und auch Verbindungen oder Hinweise, die neugierig auf den nächsten Band machen könnten, gibt es nicht. Die Figuren bleiben weiterhin sehr farblos, so dass man nicht wirklich Anteil an ihrem Schicksal nimmt.

 

Alles in allem mag „Sturmpfade“ flüssig geschrieben sein und unterhaltsame Episoden bieten, aber als Romanwerk fällt er doch ziemlich gegenüber „Sturmträume“ ab, da es dem Buch an Spannung und Zusammenhängen fehlt.

Das ist bedauerlich, da die Geschichte insgesamt doch einen sehr guten Ansatz und interessante Ideen bot. So kann man nur hoffen, dass die Autorin im nächsten Band die losen Enden dieses Romans miteinander verknüpft und so diesem Teil der Saga Sinn gibt.

 

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Eure Meinung:

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Hermann
Dienstag, 14. September 2010 15:27 Uhr
Der Fantasyroman handelt von der jungen Rika, die ihren Vater verloren hat. Auf ihrer Reise trifft sie den jungen Micael sowie die Soldaten Shoran und Max. Leider gelingt es der Autorin nicht, diese Figuren lebhaft zu beschreiben. Sie bleiben allesamt seltsam leblos.
Man merkt deutlich, dass es sich um das Erstlingswerk der Autorin handelt, denn der Schreibstil ist sehr einfach und erinnerte mich über viele Seiten hinweg an Schulaufsätze und die darin vorkommenden Stilblüten. Atmosphäre entsteht eigentlich gar keine. Gefühle werden nur mit wenigen Worten beschrieben. Selbst dramatische Ereignisse werden wie Nebensächlichkeiten beschrieben und von den Betroffenen emotionslos aufgenommen.
Die Autorin hat einige sehr interessante Ideen, hat sich unterschiedliche Rassen und eine Kultur ausgedacht. Eigentlich finde ich es schade, dass ihre Gedankenwelt nicht beim Leser ankommt.

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Sturmpfade

Reihe: Der zweite Sturmwerkerkrieg, Bd. 2

Autorin: Nicole Schuhmacher

Heyne, erschienen Juli 2010

Paperback, 560 Seiten

Titelbild von Volkan Baga

ISBN-10: 3453525736

ISBN-13: 978-3453525733

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.09.2010, zuletzt aktualisiert: 16.07.2019 19:30