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Tentakelsturm von Dirk van den Boom

Reihe: Erster Tentakelkrieg Band 3

 

Rezension von Christel Scheja

 

In seiner eigenständigen Trilogie um den „Tentakelkrieg“ lebt Dirk van den Boom seine Leidenschaft für die Military-SF zum ersten Mal richtig aus. Nach „Tentakelschatten“ und „Tentakeltraum“ ist nun der abschließende dritte Band „Tentakelsturm“ erschienen.

 

Es ist noch gar nicht einmal so lange her, dass die außerirdische Rasse der „Tentakel“ ist das Gebiet eingefallen ist, das die Menschen besiedelt haben. Das sogenannte „Imperium“ hat ihnen nichts entgegen setzen können, da Misswirtschaft und Korruption dafür gesorgt haben, dass das Militär nicht mehr richtig und vor allem nicht effektiv funktioniert. Die äußeren Kolonien sind im Handstreich gefallen und zu Welten geworden, auf denen die Tentakel neue Soldaten und Sporen heran züchten, mit denen sie die Menschen infizieren. Mit jeder Generation werden diese schneller und stärker.

Die Menschheit wird schließlich in ihr eigenes Sonnensystem zurück gedrängt und eingekesselt. Ihr Untergang ist absehbar, denn die Tentakel rücken langsam und unerbittlich auf die Erde zu, auch wenn man ihnen jetzt die letzten Reserven entgegen wirft und die erfahrenen Veteranen wie Jonathan Haark, Rahel Tooma und DeBurenberg weiter nach Mitteln und Wegen suchen, die Pflanzenwesen aufzuhalten.

Auf der Erde sind nun auch die Zivilisten gefordert, ihr letztes zu geben. Selbst ältere Leute wie Carla und Leon, die eigentlich ihren Ruhestand genießen wollten, greifen nun nach den Waffen, denn es geht nur noch um eines – das nackte Überleben...

 

Wie schon die beiden ersten Romane der Reihe so ist auch „Tentakelsturm“ ein munterer Unterhaltungsroman ist, bei die Action und Waffentechnik in der guten alten Space Opera eine wichtige Rolle spielt. Allerdings sind die Helden und ihr Arsenal längst nicht mehr unbesiegbar, sondern müssen sich düsteren Wahrheiten stellen. Das Setting ist daher wie jedes Kriegsgebiet eher schmutzig und düster, die Kämpfe werden sehr realistisch und blutig, wenn auch nicht all zu geschmacklos geschildert.

Auch wenn die Geschehnisse sehr ernst sind, so merkt man doch, dass der Autor immer wieder ein wenig Satire einfließen lässt, wenn er gewisse Klischees ad absurdum führt und unantastbare Wesen wie Kinder und Hunde sterben lässt.

Auch die Helden sind wieder einfache Menschen, die irgendwie überleben wollen und denen in diesem Moment Ethik und Moral relativ egal sind. So durchweht Zynismus den Roman, der mit einem sehr interessanten und zu der Trilogie passenden Ende aufwartet.

Die Handlung wirkt wie in den anderen Romanen durch die wechselnden Schauplätze sehr dynamisch. Allerdings verzichtet er diesmal darauf, die Tentakel differenzierter darzustellen, da es ihm letztendlich nur noch um die Menschen geht und darum, ihren Untergang möglichst schillernd zu präsentierten.

 

„Tentakelsturm“ ist der gelungene Abschluss der „Tentakelkrieg“-Saga, an der vor allem Fans actionreicher Military-SF ihre Freude haben werden, in denen auch Figuren und Setting ein gewisses Profil gewinnen, auch wenn die Kämpfe und Schlachten natürlich im Vordergrund stehen. Vor seinen ausländischen Kollegen in diesem Genre braucht sich Dirk van den Boom jedenfalls nicht zu verstecken.

 

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Eure Meinung:

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Dirk van den Boom
Donnerstag, 05. August 2010 09:55 Uhr
Eine klitzekleine Korrektur, die mir am Herzen liegt: In meinen Romanen sterben - aus prinzipiellen Gründen - niemals Kinder; auch in den drei Tentakelromanen wird niemals der Tod eines Kindes explizit beschrieben. Hunde ja

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Buch:

Tentakelsturm

Serie: Erster Tentakelkrieg Band 3

Autor: Dirk van den Boom

Atlantis Verlag, August 2009

Taschenbuch, 193 Seiten

Titelbild: Christian Kesler

 

ISBN-10: 3941258060

ISBN-13: 978-3941258068

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.08.2010, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 13:51