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The Moth Diaries – Die Sehnsucht der Falter von Rachel Klein

Rezension von Christel Scheja

 

Die amerikanische Autorin Rachel Klein lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York und schreibt schon eine ganze Weile Kurzgeschichten und Romane. Ihr Buch „The Moth Diaries“ wurde bereits verfilmt.

 

Nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod ihres Vaters, der sogar ein Selbstmord gewesen sein, könnte kehrt Rebecca im Herbst auf ihr Internat zurück. Sie hofft, zusammen mit ihrer besten Freundin Lucy ein wenig Abstand gewinnen zu können. Diese ist auch eine der wenigen, die die Jüdin an sich heran lässt, ansonsten meiden die meisten der anderen jungen Frauen sie, insbesondere die Tagesschülerinnen.

Doch als mit Ernessa eine Neue an die Schule kommt, beginnt sich alles zu verändern, denn nun beginnt auch Lucy sich von ihr abzuwenden, ist immer mehr von dem eigenwilligen Abkömmling fasziniert, der freiwillig darauf verzichtet, sich den anderen anzuschließen und auch im Unterricht nicht alles mitmacht. Da sie auch noch eine unheimliche Aura ausstrahlt und die Quelle vieler Unglücke zu sein scheint, die Lehrerinnen und Schülerinnen treffen, weichen andere ihr aus.

Schon bald verbringt Lucy mehr Zeit mit Ernessa als mit Rebecca. Das Mädchen allerdings spürt, dass das ganz und gar nicht richtig ist. Denn ihre ehemalige beste Freundin beginnt immer schwächer und kränker zu werden.

Schon bald beginnt sie sich – von den vielen Büchern ihres Vaters und den Literaturempfehlungen eines Lehrers beeinflusst – zu fragen, ob Ernessa überhaupt ein Mensch ist oder nicht vielleicht etwas ganz anderes – ein Vampir.

Doch was kann sie tun, um das Vermächtnis aufzuhalten? Ist sie überhaupt in der Lage dazu, etwas zu unternehmen?

 

„The Moth Diaries” ist ein interessantes Buch. Die Autorin spielt zwar mit vielen Versatzstücken der Schauerliteratur, lässt aber offen, ob hinter Ernessa wirklich ein übernatürliches Wesen steckt. Da die Geschichte in Tagebuchform und damit nur aus der Sicht von Rebecca erzählt wird, weiß man so auch nicht mehr als die Protagonistin und kann daher auch nur deren Erfahrungen und Erinnerungen teilen.

Die Geschichte lebt von der unheimlichen, wenn auch sehr ruhigen Spannung, die sich langsam über das Buch aufbaut und immer wieder plötzlich hervorbricht, um dann wieder genau so schnell zu verschwinden. Doch diese Schockeffekte werden nur sehr akzentuiert eingesetzt.

Stattdessen lebt das Buch mehr von der Entwicklung zwischen den Freundinnen, die Rebecca vor immer mehr Rätsel stellt, ihr aber auch hilft, den Tod aufzuarbeiten. Zudem zeigt die Autorin – vielleicht sogar auf ihre eigenen Erfahrungen gründend – dass trotz der Erziehung in einem Internat auch die Schülerin der 1960ger Jahre schon wusste, wie sie Verbote umgehen konnten, um in die nächste Stadt zu gelangen, dort Spaß auf Partys und mit Jungen zu haben, oder aber sogar Alkohol und Drogen auszuprobieren.

Die verstörende Seite des Buches kommt erst gegen Ende zum Vorschein und lässt einen tatsächlich nachdenklich zurück, weil die Autorin nur andeutet und es jedem Leser selbst überlässt, was er daraus deuten will. Und das macht wohl das Besondere und den bleibenden Eindruck an dieser Geschichte aus.

 

„The Moth Diaries – Die Sehnsucht der Falter“ ist vielleicht kein romantischer oder dramatischer Schauerroman, dürfte aber dennoch seine Wirkung nicht verfehlen, da die Autorin genau weiß, sie die Sinne und Phantasie ihrer Leser kitzeln kann, wenn diese dazu bereit sind, sich auf das doch eher ruhige Buch einzulassen. Es lohnt sich nicht allein durch die unheimliche Atmosphäre, auch das Setting ist sehr interessant gewählt und könnte sogar ältere Leser ansprechen.

 

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The Moth Diaries – Die Sehnsucht der Falter

Autor: Rachel Klein

broschiert, 313 Seiten

Fischer, erschienen Dezember 2011

Übersetzung von Susanne Goga-Klinkenberg

ISBN-10: 3841421393

ISBN-13: 978-3841421395

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.12.2011, zuletzt aktualisiert: 28.10.2019 13:53