Zurück zur Startseite


  Platzhalter

The Park (PC)

Rezension von Cronn

 

»Callum, wo bist du?«

Laut erschallt mein Ruf im verlassenen Freizeitpark. Er echot zwischen dem Eisengestänge des Riesenrades, verfängt sich in den Kabinen des Oktagon-Rides und setzt sich in die Wagen des Auto-Scooters wie ein seit Jahren vergessener Fahrgast, der verwesend und mit geneigtem Kopf auf seine Füße starrt.

Wieso habe ich solche bizarren Gedanken an diesem Ort? Eigentlich sollte der Park dem Vergnügen dienen, aber das ist kaum vorstellbar. In der Nacht wirkt der Freizeitpark viel zu gruselig, zu unheimlich.

Doch das grausamste von allen Angelegenheiten ist die Tatsache, dass mein Sohn Callum in den Park gerannt ist und ich ihn nicht wiederfinden kann.

Schon seit mehreren Minuten laufe ich durch den Park, rufe nach Callum und in mir steigt die nackte Panik hoch. Hoffentlich ist meinem Sohn nichts zugestoßen!

Dort drüben gähnt die Öffnung des »House of Horror«. Ob er vielleicht dort …? Aber nein, das ist ihm sicher zu unheimlich. Vielleicht schaue ich mal beim Riesenrad nach. Spielt er möglicherweise Verstecken mit mir?

Je länger ich in dem unheimlichen, nächtlichen Park unterwegs bin, desto mehr schwindet in mir die Hoffnung …

Was hat es mit den mysteriösen Aufzeichnungen des Park-Betreibers auf sich? Warum hat man den Park auf diesem nebeligen und wenig gastfreundlichen Ort überhaupt errichtet?

Fragen über Fragen, auf die ich keine Antwort weiß.

Die Antwort auf die Fragen liegt irgendwo dort draußen im Nebel …

 

Rezension:

The Park heißt das Game-Experiment, das der Entwickler Funcom aus Norwegen als neuestes Projekt auf den Markt bringt.

Funcom ist bekannt für seine Online-MMOs, wie beispielsweise Age of Conan oder The Secret World. Gerade letzteres Game hat sich in »The Park« niedergeschlagen, wo sich einige Parallelen und Anspielungen finden lassen.

Aber auch ohne Kenntnis von »The Secret World« lässt sich »The Park« spielen.

Doch worum geht es bei dem Spiel überhaupt?

 

Hintergrund:

Der Spieler wird bei »The Park« in die Rolle von Lorraine versetzt. Sie ist die Mutter von Callum, der zu Beginn des Spiels ausreist und in den Park rennt. Aufgabe des Spielers ist es nun in der Rolle der besorgten Mutter ihren Sohn wiederzufinden.

»The Park« hat eine interessante Prämisse, schafft es aber nur bedingt, den nötigen Twist aufzubauen. Zu schnell wird die Stoßrichtung der Story klar und daher fühlt man sich als Spieler auch nicht überrascht, als das Ende kommt.

 

Gameplay:

In der Ego-Perspektive durchstreift man den nächtlichen Park. Das ist intensiv und es gibt unheimliche, atmosphärische Strecken. Da erweist sich »The Park« als recht gelungen. Die Atmosphäre ist dicht, greifbar. Die vereinzelt auftretenden Jump-Scares wirken da eher deplaziert.

Man findet Memos und andere Notizen im Park, welche mehr über die Hintergrundstory des Freizeitparks verraten. Hier gibt es Anspielungen auf »The Secret World« und den realen Schriftsteller Howard Philips Lovecraft, der mit seinen fiktiven Städten »Innsmouth« und »Kingsport« zitiert wird.

Mehr gibt es nicht zu tun. Daher reiht sich »The Park« ein in eine ganze Palette von Spielen, die viele als »Walking Simulatoren« bezeichnen, darunter Gone Home und Dear Esther oder auch The Vanishing of Ethan Carter.

Das Hauptaugenmerk von »The Park« ist also die Story und das Erleben der Atmosphäre. Wo das Game bei der Story patzt, ist es beim Gameplay hinsichtlich der Atmosphäre durchaus gelungen.

 

Grafik und Sound:

»The Park« arbeitet mit der Unreal-4-Engine, was man dem Spiel hier und da durchaus ansieht. An anderen Stellen wirkt es aber so, als wäre noch die alte Engine am Start. Gerade bei den Texturen ist ein Nebeneinander von hochaufgelösten und groben Texturen zu bemerken. Die Lichteffekte sind hingegen vorzüglich gelungen und auch Nebeleffekte wirken volumetrisch.

Der Sound ist eine Mischung aus gelungenen atmosphärischen Effekten und weniger gelungenen aufgesetzten Sounds, die unheimlich klingen sollen, aber an Stellen eingefügt wurden, an denen sie unpassend sind.

 

Fazit:

»The Park« ist mit seinen zwei bis drei Stunden Spielzeit ein kurzes Vergnügen. Das kann die Atmosphäre durchaus wettmachen, die sehr dicht inszeniert ist. Die Story allerdings offenbart von Beginn an Schwächen, was sehr schade ist. Die Idee dahinter ist reizvoll, doch in dieser Umsetzung nicht vollauf gelungen.

Damit ist »The Park« für alle Horror-Fans durchaus interessant, aber nicht auf Augenhöhe mit anderen Vertretern des Genres.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:

botMessage_toctoc_comments_9210
Platzhalter

PC-Spiel:

The Park

Funcom, 27. Okt. 2015

OS: Windows 7 64 Bit/ Windows 8 64 Bit/ Windows 10 64 Bit

Prozessor: Core i5 oder äquivalent

Speicher: 4 GB RAM

Graphik: Intel HD4400 / AMD Radeon 5750 1GB VRAM / NVidia Geforce 640 1GB VRAM DirectX: Version 11

Festplatte: 4 GB

 

Erhältlich bei: Via Steam erhältlich

Empfehlen:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 10.11.2015, zuletzt aktualisiert: 16.08.2019 14:42