The Scorpion`s Gate (Autor: Richard A. Clarke)
 
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The Scorpion`s Gate von Richard A. Clarke

Rezension von Christel Scheja

 

Mit dem 9. September 2001 hat nicht nur eine der selbstsichersten Nationen der Welt einen Dämpfer versetzt bekommen, auch Schriftsteller arbeiten seither die Themen Islamismus, Terror und fanatische Gewalt mit all ihren Gegenreaktionen wie Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen oder die Invasion in diverse Länder im Nahen Osten wie den Irak und Afghanistan, immer wieder auf.

Auch Richard A. Clarke, der bis 2003 selbst im Weißen Haus und als Berater von vier Präsidenten tätig gewesen ist, beschäftigt sich mit diesen Themen und spinnt den Gedanken noch ein wenig weiter.

 

Was wäre wenn fundamentalistische Islamisten in Saudi-Arabien das Königshaus gestürzt und die Macht in dem ölreichsten Land im Nahen Osten an sich gerissen hätten? Wenn sie das Land einfach in Islamijah umbenennen und keinen Hehl daraus machen, dass sie mit Al-Quaida sympathisieren und deren Methoden gut heißen?

Schon das versetzt die Regierungen des Westens, allen voran die USA in Alarmzustand und man beginnt zu überlegen, wie man intervenieren kann. Und als wäre das auch noch nicht schlimm genug, ist geht das Land auch noch ein Bündnis mit China ein und erlaubt der Volksrepublik bei sich Atomraketen zu stationieren.

Die Alarmglocken gehen endgültig los, als sich auch der Iran zu Wort meldet und deutlich macht, dass man sich inzwischen auch noch zu den Atommächten zählt.

Nun ist guter Rat teuer. Die Kriegstreiber in Washinton und dem Pentagon drängen auf einen militärischen Erstschlag, um Schlimmeres zu verhindern und vor allem die Ölreserven zu sichern. Neben politischen spielen auch noch handfeste wirtschaftliche Interessen eine große Rolle.

Doch ist das wirklich der richtige Weg? Zehn Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center gibt es auch genug Menschen, die spüren, dass eine militärische Lösung nicht das einzig Wahre sein kann. Männer wie Rusty McIntire und Brian Douglas versuchen im Verborgenen und mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln einzulenken. Sie streben diplomatische Lösungen und Verhandlungen an. Dabei treffen sie von unerwarteter Seite auf Verbündete...

 

Man merkt deutlich, dass Richard A. Clarke weiß wovon er redet, da er selbst viele Jahre im Zentrum der Macht gesessen und an einigem mitgearbeitet hat. Er kennt die Befehlsketten und Kommandostrukturen im zivilen wie im militärischen Bereich sehr gut und weiß sie richtig einzusetzen. Seine Beschreibungen haben Hand und Fuß.

Vor allem verfällt er nicht in den Fehler, die westliche Seite positiver darzustellen als ihre Gegner. Auch unter den Islamistischen gibt es vernünftige und verständige Politiker und Wissenschaftler, welche die bedrohliche und angespannte Lage im Nahen Osten sehen und eine Eskalation verhindern möchten, und unter den westlichen Politikern Kriegstreiber.

Er spart tatsächlich nicht mit Kritik an dem Kurs, den die amerikanische Regierung unter George W. Bush eingeschlagen hat und zieht am Ende seine bitteren Schlüsse.

Das Buch ist allerdings nicht einfach zu lesen. Durch eine Vielzahl von Personen und Handlungsebenen verliert man sehr oft den roten Faden und einen Bezug zum Inhalt. Der Roman fordert tatsächlich ein wenig mehr Aufmerksamkeit als ein einfacher Unterhaltungsroman, gerade weil man sich nicht auf bestimmte Figuren konzentrieren kann. Sie erfüllen ihre Aufgabe, sind aber nicht tiefer gehend charakterisiert.

 

Deshalb ist „The Scorpion´s Gate“ vor allem für Leser interessant, die weniger Unterhaltung als spannend präsentierte Denkanstöße vorgesetzt bekommen möchten und selbst schon ein wenig Ahnung von der Materie haben.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023060515031386ff50a2
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The Scorpion´s Gate

Autor: Richard A. Clarke

broschiert, 348 Seiten

Goldmann, München, erschienen Oktober 2007

ISBN 978-3-442-46372-5

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Karin Dufner

Titelbild von Mobley/gettyimages

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.12.2007, zuletzt aktualisiert: 02.12.2021 18:51