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Thor – Für Asgard

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Die letzten Tage der Asen...

Balder ist tot. Und Odin vermisst.

Nun liegt es an Thor, Asgards aufbegehrende Vasallen in die Schranken zu weisen. Doch wie soll der Sohn Odins sein Reich zusammenhalten, wenn ihm das wichtigste Instrument seiner Macht nicht zur Verfügung steht? Werden der ewige Winter und ein mysteriöser Feind die Götter des Nordens langsam zermürben? Ragnarök naht...

 

Rezension:

In einem kurzen Vorwort ordnet Thomas Witzler die Miniserie in die gesamte Comic-Reihe um Thor ein. So steht Für Asgard außerhalb der regulären Kontinuität und diente eher als weiteres Appetithäppchen für den Kinofilm.

Mit Simone Bianchi konnte man einen bekannten Zeichner gewinnen, der wohl prädestiniert für das Heldenepos war.

Die Story von Robert Rodi, dem wir schon Loki verdanken, befasst sich in erster Linie mit den Auswirkungen gewaltiger Probleme für die Asen und ihr Götterreich. Wenn es mal nicht nur um Wein, Weib und Gesang geht, werden die Götter schnell aufmüpfig und streitsüchtig. Da Odin in Midgard weilt, muss Thor mit den Problemen fertig werden. Rodi stellt ihm dabei diverse Hindernisse in den Weg. Neben einem unbekannten Drahtzieher im Hintergrund, ist es der Götterprinz selbst, der sich im Weg steht. Thor ist es nicht gewohnt, zwischen sich widersprechenden Ratschlägen entscheiden zu müssen. Überhaupt fallen ihm Entscheidungen schwer. Sein Weg war bisher die Schlacht, Probleme mit starker Hand zu lösen, so sah hatte er es gelernt. In politischen Intrigen verschlungen, scheint er dem Scheitern näher als alles andere. Doch Rodi gelingt es, die Handlung eine Wendung nehmen zu lassen, die nicht nur der Figur des Thor zu Hundert Prozent entspricht, er stopft auch schlüssig die entstandenen Löcher in der Kontinuität, so dass man die Miniserie tatsächlich perfekt standalone lesen kann.

Die heroische Welt und ihre Helden könnten gar nicht schöner und prachtvoller illustriert werden, als mit den klassischen Bildern von Bianchi. Teilweise geben sich die Seiten wie Schlachtengemälde der Romantik oder Bildinszenierungen der Art Déco oder des Jugendstil. Dieser wagnerische Bombast versinkt teilweise im süßen Kitsch, wird aber von der Geschichte immer wieder zurückgeführt. Biachis Asgard ist germanischer Himmel, wie ihn sich viele Künstler seit den Nibelungen vorstellen. Die Farbgestaltung ist gedeckt, es dominieren blasse und trüben Töne, dem bedrohlichen Hintergrund angemessen, das Schwelgen und die Pracht bleiben gleichwohl erhalten.

 

Das Album weist neben der sechsteiligen Miniserie und dem Vorwort, noch die restlichen Cover der Einzelhefte auf, sowie Kurzbiografien von Bianchi und Rodi – Panini präsentiert den Sammelband also wieder auf hohem Niveau.

 

Fazit:

Die Miniserie um den drohenden Untergang Asgards ist eine bildgewaltige Heldensage. Thor muss sich ungewohnten Problemen stellen und wir erleben ein Asgard in Auflösung, dennoch mit kolossaler Macht und Schönheit. Genuss für die Sinne, wenn man ein Faible für die germanischen Götter hat.

Eure Meinung:


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Comic:

Thor – Für Asgard

Original: Thor: For Asgard 2010/2011

Reihe: Marvel Exklusiv 92

Autor: Robert Rodi

Zeichner: Simone Bianchi

Tusche: Simone Bianchi und Andrea Silvestri

Farben: Simone Peruzzi

Übersetzer: Reinhard Schweizer

Panini Verlag, 2011

Softcover, 172 Seiten

 

ASIN: B0050GY2RG

 

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 25.07.2011, zuletzt aktualisiert: 07.04.2019 17:49