Tödliche Mitgift - Ein Pia Koritiki Fall (Autor: Eva Almstädt)
 
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Tödliche Mitgift von Eva Almstädt

Rezension von Björn Backes

 

Inhalt:

Als die Gattin des wohlhabenden Dreylings-Sohns Ole in einer Hotelsuite in Perugia auf grausamste Art und Weise umgebracht wird, gerät die bekannte Familie schnell in die Lübecker Schlagzeilen. Pia Korittki wird direkt auf den Fall angesetzt, da der Verdacht besteht, der Mord sei die Folge eines Familienzwists und von langer Hand geplant. Pia, die gerade darunter leidet, dass sich ihre Schwester an ihren neuen Freund Hinnark heranzumachen gedenkt, reist widerwillig nach Umbrien und verfolgt Annegrets Spur. Schnell gerät der ehemals beste Freund ihres Bruders, Bernard Löwgen, ins Visier der internationalen Ermittlungen, zumal Löwgen sich im selben Hotel eingemietet hatte und direkt darauf verschwunden ist. Als schließlich auch noch ein Fall von Kunstraub mit dem Mord in Verbindung gebracht wird und auch Annegrets Bruder Matthias Nowak Opfer einer Bauernschlepperei wird, geraten Korittkis Spuren durcheinander. Zwischen Perugia und Lübeck pendelt macht sie sich daran, das Rätsel zu lösen.

 

Rezension:

“Tödliche Mitgift“ ist von der ersten Sekunde an ein typisch-emotionaler Korittiki-Krimi, in dem private Tragödien und eine überschaubare, wenn auch phasenweise ziemlich temporeiche Kriminalhandlung kulminieren und auch über weite Strecken ganz gut harmonieren. Eva Almstädt zeigt ihre Stärken einmal mehr bei den Zeichnungen der Hauptcharaktere, wobei die Autorin in diesem Fall ihre Protagonistin Pia Korittki öfter mal zurücktreten lässt, um den Verdächtigen und Opfern etwas mehr Platz einzuräumen und ihre eventuellen und tatsächlichen Motive wachsen zu lassen. Dies gelingt im Rahmen der Story aber nicht immer wirklich befriedigend, da einige wichtige Kandidaten erst relativ spät in die Handlung einsteigen und nicht jeder Aspekt der Geschichte bis ins letzte Detail ausgearbeitet ist. Prägnant ist in diesem Zusammenhang die fehlende Verlinkung von Mord und Kunstraub-Affäre. Es gibt zwar eine lose Verbindung, jedoch wachsen die beiden Delikte und ihre Urheber auch im anständigen Finale nicht so recht zusammen – jedenfalls nicht in dem Maße, dass es einem durchweg spannenden Krimi/Thriller gerecht würde.

 

Leider sind aber auch die persönlichen Geschichten um die Hauptdarstellerin ein wenig spärlich aufbereitet. Da werden ihre private Sorge und ihre unsichere Liebschaft angesprochen, jedoch ohne den nötigen Tiefgang. Die Eifersucht, die sich bei beiden Partnern einstellt, soll ein tragendes Element werden, ist aber nicht mehr als schmückende Zierde. Und auch die aufgesetzten Mordmotive, mit denen Löwgen und auch Teile der Dreyling-Familie belastet werden, sind nicht immer schlüssig und sinnvoll eingearbeitet, so dass hier einige unplanmäßige Längen entstehen, die lediglich durch das anständige Tempo wieder ausgehebelt werden. Aber auf den Punkt gebracht: So harmonisch die Handlung voranschreitet, so ruckelig sind manche ihrer Fragmente eingearbeitet – und so gut der Fall auch letzten Endes sein mag: Ein sensationeller Roman ist „Tödliche Mitgift“ sicherlich nicht – aber ein guter und gerade in den letzten Szenen fesselnder.

 

Positiv herauszuheben ist zuletzt aber noch die Atmosphäre der Story. Almstädt lässt kulturelle Eigenheiten heraus und beharrt auf einer unterkühlten Stimmung, die der Geschichte ihre Ernsthaftigkeit und Authentizität verpasst. Davon profitiert der Plot besonders in den schwächeren Phasen am Ende des zweiten Erzähldrittels, also in den Passagen, in dem die Auflösung prinzipiell schon vollzogen ist und nur noch die Feinarbeit wartet. Insgesamt gelingt es der Autorin sehr häufig, kurze Unzulänglichkeiten auf anderem Wege zu kaschieren und die Story locker über die Ziellinie zu retten. Aber ganz so souverän ist der aktuelle Korittki-Fall dieses Mal nicht!

 

Fazit:

“Tödliche Mitgift“ ist ein unterhaltsames Stück Kriminalliteratur mit interessanten Charakteren einer ordentlichen Story und einem vorzeigbaren Erzähltempo. Dennoch gibt es hier und dort ein paar dezente Defizite, unter denen Teile der Handlung leiden und ihr ein Stückchen Überzeugungskraft nehmen. Ansonsten: Für Fans der Korittki-Reihe sicher emppfehlenswert!

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230605144450fc32fac2
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Tödliche Mitgift

Autor: Eva Almstädt

Broschiert: 352 Seiten

Verlag: Lübbe; Auflage: 1., Aufl. (2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 340415973X

ISBN-13: 978-3404159734

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 06.04.2009, zuletzt aktualisiert: 02.12.2021 18:51