Tödliches Dunkel (Autor: David Lawrence)
 
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Tödliches Dunkel von David Lawrence

Rezension von Eileen Weinreich

 

Inhalt

In London wird ein junges Mädchen tot in einem Baum hängend gefunden. Auf ihrem Körper hat der Mörder eine Botschaft hinterlassen: Schmutziges Mädchen. Die Londoner Polizei und allen voran Stella Mooney steht vor einem Rätsel. Wer würde es fertig bringen, eine Leiche in einem Baum zu drapieren? Dazu noch an einem so viel besuchten Ort? Ermittlerin Stella Mooney kommt kaum zum Luft holen, als auch schon ein zweites Mordopfer gefunden wird: Ein Mann auf einer Bank sitzend mit durch geschnittener Kehle. Auch er trägt die Handschrift eines Serienkillers.

 

Die Polizei macht sich fieberhaft auf die Suche nach dem Auswahlmuster des Täters, denn er schein seine Opfer willkürlich ausgesucht zu haben. Bald schon stellt sich allerdings heraus, was genau die Opfer gemeinsam gehabt haben könnten – womit sich ein Wettlauf gegen einen perversen wie intelligenten Killer entwickelt…

 

Einschätzung

Das Grundgerüst der Geschichte rund um Ermittlerin Stella Mooney und den beteiligten Ermittlungsapparat scheint so alt wie genial zu sein: clevere Serienkiller zieht eine Blutspur durch Englands Hauptstadt, die Polizei scheint machtlos, die Beweggründe des Killers liegen im Dunkeln. Ein Konzept, das bei vielen Autoren vor David Lawrence bereits erfolgreich aufging. Allerdings ist es dem Autor mit „Tödliches Dunkel“ keineswegs gelungen, dieses Konzept auch adäquat umzusetzen.

 

Kühne Bemühungen sind durchaus zu erkennen. Immerhin baut Lawrence jede Menge scheinbar sinnlose Nebenstränge in seine Handlung, die den Leser ganz bewusst ratlos zurücklassen sollen. Mit all den Handlungssträngen, die sich in hübscher Regelmäßigkeit abwechseln, hat sich der Autor jedoch übernommen, wie es scheint. Hinzu kommt, dass es einfach zuviel des Guten ist. So verliert man als Leser schnell den Überblick über die Figuren und durch all die zahlreichen Verwicklungen auch bald den über Gut und Böse. Dies führt in der Folge dazu, dass der Leser mehr damit beschäftigt ist, all die Namen zuzuordnen als der Handlung zu folgen. Hinzu kommt, dass das Potenzial an sich, das der Plot eigentlich gehabt hätte, vollkommen verschenkt wurde. Die Geschichte im Gesamtbild wirkt unausgegoren, lieblos und vor sich hin plätschernd. Der Leser gewinnt den Eindruck, als habe der Autor seine eigene Geschichte nie richtig ernst genommen.

Störend wirkt außerdem die Überdramatisierung der Gewalt in Londons Straßen. Eine düstere Atmosphäre schaffen zu wollen ist tendenziell immer lohnenswert in einem Thriller. Vor allem, wenn er sich auch noch Psychothriller nennen will. David Lawrence erreicht mit seiner Darstellung Londons allerdings genau das Gegenteil. All die Gewalt und die Angst der so genannten Zivilisten wirkt überspitzt und übertrieben, was in der Folge zu Unglaubwürdigkeit führt.

 

Ähnlich nebulös wie die Handlung kommt auch das gesamte Figurenensemble daher.

Keiner der vielen Charaktere erscheint wirklich vorstellbar – alle bleiben bloße Namen. Außerdem wirkt niemand wirklich sympathisch. Nicht einmal die Protagonistin Stella Mooney weiß so richtig zu überzeugen. Dies liegt wohl daran, dass der Autor offenbar kein glückliches Händchen für Figurenzeichnung hat, wohl aber für gängige Klischees in Sachen Polzistenfrauen und deren verkorkstem Privatleben.

 

Alles in allem handelt es sich mit „Tödliches Dunkel“ um einen Thriller, den man als Genrefan getrost im Buchladen stehen lassen kann. Die Geschichte kann in der Art und Weise, wie sie erzählt wird, nicht überzeugen, die Figuren sind farblos und auch der Schreibstil wirkt unentschlossen, sodass der Leser sich nie so richtig einlesen kann.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230605143629e1cfcba1
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Tödliches Dunkel

Autor: David Lawrence

Broschiert: 496 Seiten

Verlag: Droemer/Knaur; Auflage: 1 (November 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3426639750

ISBN-13: 978-3426639757

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 15.01.2009, zuletzt aktualisiert: 02.12.2021 18:51