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Tote Mädchen lügen nicht von Jay Asher

Rezension von Heike Rau

 

Hannah Baker ist tot. Sie hat sich das Leben genommen. Und sie hat etwas hinterlassen. Kassetten, die sie besprochen hat. Die Kassetten erhalten alle, die, wie sie meint, mehr oder weniger Schuld an ihrem Tod haben. So auch Clay, der gerne mit Hannah befreundet gewesen wäre, den sie aber nicht an sich herangelassen hat.

Clay hat ein gutes Gewissen und doch steht sein Name auf der Liste. Auch er soll sich die Kassetten anhören. Außerdem gibt es eine Karte mit wichtigen Orten, die man während man Hannahs Geschichte hört, aufsuchen soll.

Clay macht sich auf den Weg. Er hört die Kassetten nicht mehr in der Garage, wo noch ein alter Gettoblaster steht. Clay stiehlt Tony den Walkman, damit ist er mobil.

Clay ist nicht der Erste auf den Kassetten. So muss er sich anhören, was Hannah anderen vorwirft. Es geht um Gerüchte, die Hannahs Ansehen geschadet und schließlich ihren Ruf kaputt gemacht haben. Einzeln genommen sind die Vorkommnisse sicher keine Katastrophe, zusammengenommen aber schon. Sie haben Hannah in den Selbstmord getrieben. Sie wusste keinen anderen Ausweg mehr.

 

Es fällt Clay schwer, die Kassetten zu hören. Zu sehen, wie alles zusammenhängt und zu verstehen, welche Rolle er in diesem Drama spielte. Stück für Stück wird damit auch dem Leser gezeigt, wie Hannah immer mehr verzweifelte. Wie allein sie sich fühlte und wie hilflos ihren Mitschülern ausgeliefert. Es ist eine schwierige Lektüre. Es wird gezeigt, welchen Einfluss das eigenen Verhalten auf andere haben kann, ohne dass man dies ahnt.

Auch Clay wird einiges beim Hören klar. Er beginnt Hannah zu verstehen, auch wenn er einiges für sich selbst nicht nachvollziehen kann.

Der Autor schreibt in einen sehr einfühlsamen Stil. Er versetzt sich perfekt in Hannah und Clay an. Clay kommentiert das von Hannah aufgezeichnete, so dass das Geschehen praktisch von zwei Seiten betrachtet wird.

 

Das Buch macht sehr betroffen. Manchen wird es zu Tränen rühren. Man legt es nicht einfach aus der Hand, weil es zu viel Stoff zum Nachdenken liefert.

Es geht um Mobbing im Buch. Hannah sieht keinen Ausweg. Sie entzieht sich durch Selbstmord. Es hätte aber auch der Auslöser für einen Amok-Lauf sein können. Man fragt sich, warum nur keiner die Anzeichen gesehen hat oder sehen wollte. Das Buch schärft die eigene Aufmerksamkeit. Man beginnt sein Handeln zu hinterfrage. Das Buch sollte jeder Schüler ab 13 Jahren lesen. Auch für Erwachsene ist es aufschlussreich.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Jess
Montag, 08. November 2010 18:51 Uhr
Ich finde das Buch einfach nur wundervoll. Man kann es einfach nicht aus der Hand legen. Ich mache nun auch eine Buchvorsrtellung für die Schule drüber und bin super vorbereitet. Jay Asher hat es so für uns Jugendliche geschrieben das man gar kein anderes Buch mehr lesen will! Ein totales muss für Leserartten! Emoticon

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Tote Mädchen lügen nicht

Autor: Jay Asher

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

Verlag: cbt HC (16. März 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3570160203

ISBN-13: 978-3570160206

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.05.2009, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019 19:06